Meeresüberwachung
Radioaktive Substanzen in Schwebstoff
und Sediment
Die meist feinkörnigeren Sedimente der Ost
see führen zu prinzipiell höherer Anreicherung
von Schadstoffen. Daher finden sich grundsätz
lich höhere spezifische Aktivitäten in den Sedi
menten der Ostsee als in den Sedimenten der
Nordsee. Ein weiterer Grund hierfür liegt auch in
der höheren Deposition radioaktiver Teilchen
durch den Tschernobyl-Unfall in diesem Seege
biet. Während man in Sedimenten der Ostsee
häufig noch spezifische Aktivitäten von Cs-137
in der Oberfläche von stellenweise mehr als
100 Bq/kg bestimmt, findet man in Sedimenten
der Deutschen Bucht Werte deutlich unter
5 Bq/kg.
Nährstoffe und Sauerstoff
Die jährlichen Untersuchungen zur aktuellen
Verteilung und zum zeitlichen Trend der Nähr
stoffkonzentrationen (Phosphat, Stickstoffverbin
dungen, Silikat) in der Deutschen Bucht wurden
Anfang Februar durchgeführt. Das Stationsnetz
umfaßte 50 Stationen, die z.T. mehrfach beprobt
wurden. In dem Netz enthalten sind die im natio
nalen Bund/Länder-Meßprogramm (BLMP) und
im Joint Assessment and Monitoring Programme
(JAMP) der Übereinkommen von Oslo und Paris
vereinbarten Stationen.
Der mittlere Salzgehalt in der Deutschen
Bucht liegt bei 33. Zu diesem Salzgehalt gehörte
1998 eine mittlere ortho-Phosphatkonzentration
von 0,79 ± 0,30 pmol/l. Diese Konzentration ist
nicht mehr signifikant verschieden von dem Be
zugswert aus dem Jahre 1936 mit 0,53 ±0,13
pmol/l. Die Silikatkonzentration verhält sich 1998
mit 10,9 ± 5,0 pmol/l gegenüber 10,0 ± 2,8 pmol/l
1936 ganz ähnlich. Der gebundene Stickstoff
(NO) lag bei 22,5 ± 5,5 pmol/l. Leider fehlen hier
zuverlässige Bezugsdaten, die ebensoweit zeitlich
zurückreichen.
Für die Phosphat-Konzentration besteht seit
den 80er Jahren ein abwärts gerichteter Trend
(Abb. 17). Bei Berücksichtigung der natürlichen
Schwankungsbreite der Daten ist das derzeitige
Niveau nicht mehr von dem Bezugsniveau aus
1936 zu unterscheiden. Beim Silikat ebenso wie
beim Nitrat sind in der Deutschen Bucht Trends
nicht erkennbar.
Das Mitte 1997 gestartete Projekt CANVAS
(Contaminants and Nutrients in Variable Sea
Areas) hat bereits seit Beginn 1998 automatische
Nährstoffanalysen an der Station UFS Elbe er
faßt. Im Juni wurde auch der operationelle Be
trieb auf UFS Deutsche Bucht aufgenommen. Die
erhaltenen dicht gestaffelten Zeitreihen, obwohl
noch nicht lückenlos, sind eine wichtige Ergän
zung der bisherigen synoptischen Flächenunter
suchungen mit Forschungschiffen.
Zur Begleitung von Fischereiuntersuchun
gen wurden in der südlichen und mittleren Nord
see Sauerstoffmessungen vorgenommen. Trotz
des ruhigen Sommerwetters war die Sauerstoff
versorgung des Tiefenwassers in der Deutschen
Bucht gut.
Der jährliche Beitrag zum Baltic Monitoring
Programme (BMP) in der westlichen Ostsee hin
sichtlich der Sauerstoff- und Nährstoff-Situation
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