sen. Die Überwachung von Nord- und Ostsee
wird in internationaler Zusammenarbeit im Rah
men des Übereinkommens zum Schutz der Mee
resumwelt des Nordostatlantiks (OSPAR-Über-
einkommen) und des Übereinkommens über den
Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebietes
(Helsinki-Übereinkommen) durch die Anrainer
staaten durchgeführt. Die Überwachungsergeb
nisse zeigen inzwischen in vielen Bereichen erste
Verbesserungen des Umweltzustandes von Nord-
und Ostsee. Nach wie vor gibt es jedoch Pro
bleme: Neue Substanzen können unbekannte
Risiken für Meeresflora und -fauna bedeuten.
Eine Reihe von Substanzen stehen im Verdacht,
daß sie endokrine Wirkungen verursachen kön
nen, d. h. sie wirken in extrem geringer Konzen
tration z. B. auf das Hormonsystem von Meeres
organismen.
Das BSH arbeitet bei den Überwachungs
aufgaben sehr eng mit anderen Umweltbehörden
des Bundes und der Länder sowie den Meeres
forschungsinstituten an den Universitäten zusam
men. So führt das Institut für Ostseeforschung
Warnemünde an der Universität Rostock im Auf
trag des BSH einen bedeutenden Teil der Über
wachungsarbeiten in der Ostsee durch. In den
Küstengewässern und Ästuarien wird die Über
wachung mit den Küstenländern gemeinsam im
Bund/Länder-Meßprogramm (BLMP) abgestimmt
und durchgeführt. Zur Unterstützung der routi
nemäßigen Untersuchungen im Rahmen gesetz
licher Aufgaben führt das BSH eigene For
schungsprojekte durch und beteiligt sich auch an
Projekten anderer Forschungseinrichtungen.
Die Überwachung der Meeresumwelt erfolgt
sowohl durch die regelmäßige Entnahme von
Wasser- und Sedimentproben als auch durch ein
automatisches Meßsystem auf festen Seestatio
nen (MARNET). Die gewonnenen Proben werden
im Laboratorium des BSH auf Nährstoffe, gelö
sten Sauerstoff, Schwermetalle, halogenierte Koh
lenwasserstoffe, Erdöl-Kohlenwasserstoffe und
Radionuklide sowie auf weitere Begleitparameter
analysiert, die für die Beurteilung der Ergebnisse
notwendig sind.
Überwachung auf radioaktive Substanzen:
Meerwasser
Künstliche radioaktive Substanzen werden
im Routinemeßprogram zur Ausführung des
Strahlenschutzvorsorgegesetzes (StrVG) sowohl
durch eine großräumige Überwachung in der Ost
see als auch auf einer Reise in die Deutsche
Bucht und einer großräumigen Überwachung in
der Nordsee einschließlich nördlicher Nordsee
und der Gewässer bei den Orkneys gemessen
(Abb. 16). Weiter werden an den Positionen der
ehemaligen Feuerschiffe Borkumriff und Elbe 1 in
der Deutschen Bucht monatlich und in der westli
chen Ostsee auf fünf Positionen etwa alle drei
Monate Wasserproben entnommen, um diese auf
die Radionuklide Cs-137 und Sr-90 zu analysieren.
Die Überwachung der Meeresumwelt auf
künstliche Radionuklide soll
- mögliche Einträge aus kerntechnischen Anla
gen in Nord- und Ostsee erkennen,
- die Veränderung der Kontamination der Nord
see infolge der Einleitungen aus den europäi
schen Wiederaufarbeitungsanlagen in La Ha-