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Full text: Jahresbericht 1998

sen. Die Überwachung von Nord- und Ostsee 
wird in internationaler Zusammenarbeit im Rah 
men des Übereinkommens zum Schutz der Mee 
resumwelt des Nordostatlantiks (OSPAR-Über- 
einkommen) und des Übereinkommens über den 
Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebietes 
(Helsinki-Übereinkommen) durch die Anrainer 
staaten durchgeführt. Die Überwachungsergeb 
nisse zeigen inzwischen in vielen Bereichen erste 
Verbesserungen des Umweltzustandes von Nord- 
und Ostsee. Nach wie vor gibt es jedoch Pro 
bleme: Neue Substanzen können unbekannte 
Risiken für Meeresflora und -fauna bedeuten. 
Eine Reihe von Substanzen stehen im Verdacht, 
daß sie endokrine Wirkungen verursachen kön 
nen, d. h. sie wirken in extrem geringer Konzen 
tration z. B. auf das Hormonsystem von Meeres 
organismen. 
Das BSH arbeitet bei den Überwachungs 
aufgaben sehr eng mit anderen Umweltbehörden 
des Bundes und der Länder sowie den Meeres 
forschungsinstituten an den Universitäten zusam 
men. So führt das Institut für Ostseeforschung 
Warnemünde an der Universität Rostock im Auf 
trag des BSH einen bedeutenden Teil der Über 
wachungsarbeiten in der Ostsee durch. In den 
Küstengewässern und Ästuarien wird die Über 
wachung mit den Küstenländern gemeinsam im 
Bund/Länder-Meßprogramm (BLMP) abgestimmt 
und durchgeführt. Zur Unterstützung der routi 
nemäßigen Untersuchungen im Rahmen gesetz 
licher Aufgaben führt das BSH eigene For 
schungsprojekte durch und beteiligt sich auch an 
Projekten anderer Forschungseinrichtungen. 
Die Überwachung der Meeresumwelt erfolgt 
sowohl durch die regelmäßige Entnahme von 
Wasser- und Sedimentproben als auch durch ein 
automatisches Meßsystem auf festen Seestatio 
nen (MARNET). Die gewonnenen Proben werden 
im Laboratorium des BSH auf Nährstoffe, gelö 
sten Sauerstoff, Schwermetalle, halogenierte Koh 
lenwasserstoffe, Erdöl-Kohlenwasserstoffe und 
Radionuklide sowie auf weitere Begleitparameter 
analysiert, die für die Beurteilung der Ergebnisse 
notwendig sind. 
Überwachung auf radioaktive Substanzen: 
Meerwasser 
Künstliche radioaktive Substanzen werden 
im Routinemeßprogram zur Ausführung des 
Strahlenschutzvorsorgegesetzes (StrVG) sowohl 
durch eine großräumige Überwachung in der Ost 
see als auch auf einer Reise in die Deutsche 
Bucht und einer großräumigen Überwachung in 
der Nordsee einschließlich nördlicher Nordsee 
und der Gewässer bei den Orkneys gemessen 
(Abb. 16). Weiter werden an den Positionen der 
ehemaligen Feuerschiffe Borkumriff und Elbe 1 in 
der Deutschen Bucht monatlich und in der westli 
chen Ostsee auf fünf Positionen etwa alle drei 
Monate Wasserproben entnommen, um diese auf 
die Radionuklide Cs-137 und Sr-90 zu analysieren. 
Die Überwachung der Meeresumwelt auf 
künstliche Radionuklide soll 
- mögliche Einträge aus kerntechnischen Anla 
gen in Nord- und Ostsee erkennen, 
- die Veränderung der Kontamination der Nord 
see infolge der Einleitungen aus den europäi 
schen Wiederaufarbeitungsanlagen in La Ha-
	        
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