Meeresüberwachung
sicherzustellen, mußte die Boje dringend einer
Grundüberholung unterzogen werden.
Das zunächst für die Kalibrierung von Meß
netzsensoren, inzwischen aber auch für andere
Sensoren, auch solche mit um eine Zehnerpotenz
höheren Genauigkeitsanforderungen, für Tempe
ratur und elektrischen Leitfähigkeit (Salzgehalt)
eingerichtete Kalibrierlabor ist nunmehr auch für
Druckkalibrierungen mit der in der operationeilen
Ozeanographie erforderlichen Genauigkeit aus
gerüstet.
■ Radioaktivitäts-Meßnetz
Das BSH betreibt das Radioaktivitäts-Meß-
netz in der Deutschen Bucht und der westlichen
Ostsee im Rahmen des „Integrierten Meß- und
Informationssystems zur Überwachung der Um
weltradioaktivität“ (IMIS). Auf vier Überwachungs
stationen auf der Hohen See (im ozeanographi-
schen Meßnetz MARNET des BSH), sechs Über
wachungsstationen an der Küste oder auf Inseln
und vier ortsunabhängigen Meßgeräten auf BSH-
Schiffen wird die Gammastrahlung künstlicher
Radioaktivität im Meerwasser gemessen. Die
Meßdaten werden stündlich zum BSH übertra
gen, die Auswerteergebnisse täglich an die Zen
tralstelle des Bundes beim Bundesamt für Strah
lenschutz weitergeleitet.
Die Umrüstung der Küstenstationen auf neue,
beim BSH entwickelte Überwachungsgeräte wur
de abgeschlossen. Die zugehörige automatisierte
Auswerte-Software wurde in Betrieb genommen.
Mit den neuen Geräten wurde die Nachweisem
pfindlichkeit der Radioaktivitätsüberwachung er
heblich verbessert und eine gammaspektrometri-
sche Nukliderkennung eingeführt.
Das Meßnetz registrierte im Berichtsjahr
keine außergewöhnliche künstliche Radioaktivität.
■ Seegangsmeßnetz
Das BSH führt an ausgewählten Positionen
routinemäßig Dauerregistrierungen des Seegangs
durch. Die Messungen sind für die aktuelle Infor
mation der Küsten- und Sportschiffahrt sowie für
die Öffentlichkeit von Bedeutung. Die Aufrecht
erhaltung eines Seegangsmeßnetzes in der Deut
schen Bucht, das Dauermessungen der See
gangsverhältnisse an einem Ort liefert, hat sich
aber 1998 als nicht realisierbar herausgestellt. In
Sturmsituationen können sich die am Meeresbo
den verankerten und an der Wasseroberfläche
schwimmenden Seegangsbojen losreißen und
auf Drift gehen.
Überwachung des Meeres
Die Überwachung der Meeresumwelt ist
eine wichtige Grundlage zur Beurteilung des
Zustandes der Meere. Das BSH überwacht
überwiegend Schad- und Nährstoffe in Nord- und
Ostsee. Diese beiden Schelfrandmeere des At
lantischen Ozeans stehen unter vergleichsweise
starkem Einfluß des Menschen, da ihre Wasser
einzugsgebiete eine der höchsten Besiedlungs
dichten und eine starke Industrialisierung aufwei
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