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Meereskundliche Dienste
gesammelt und in einer Gezeiten-Datenbank archi
viert. Dazu gehören die Pegeldaten der Wasser-
und Schiftahrts-, Wasserwirtschafts- und Hafen
verwaltungen (insgesamt 166) sowie Watt- und
Vermessungspegel. Aus Hoch- und Niedrigwas
serbeobachtungen von etwa 200 Pegeln der
deutschen Nordseeküste wurden durch Fourier
darstellungen der halbmonatlichen Ungleichhei
ten die Gezeitengrundwerte und Gezeiten unter
schiede zu den Bezugsorten neu abgeleitet. Der
überwiegende Teil der untersuchten Beobach
tungsreihen stammt aus jüngster Zeit. Ebenso
wurden aus den ausführlichen Vorausberechnun
gen der Hoch- und Niedrigwasser für einige aus
ländische Bezugsorte Gezeitengrundwerte neu
bestimmt. Die Vorausberechnungen für die 13
deutschen Bezugsorte der Gezeitentafeln 1999
beruhen auf Analysen des jüngsten 19jährigen
Beobachtungszeitraums 1978 bis 1996. Alle Ge
zeitendaten werden in einer Datenbank vorgehal
ten.
Die 1997 begonnenen Hochseepegelmes
sungen in der Deutschen Bucht wurden 1998 ent
lang der Ostfriesischen Küste verstärkt fortge
setzt. Insgesamt wurden dort 23 Zeitserien von
je etwa einem Monat gewonnen, mit denen die
Wasserstandserrechnungskarten für die Seever
messung verbessert werden. Die Pegelmessun
gen werden fortgesetzt.
Für die Seevermessung wurden 28 Wasser
standserrechnungskarten zum Beschicken der
Lotungen erarbeitet. Zahlreiche Auskünfte über
Gezeiten und Wasserstände wurden an Schiff
fahrtskreise, Seeämter, Gerichte und Privatper
sonen erteilt.
Eisdienst
Der Winter 1997/98 verursachte in den deut
schen Küstengebieten der Nordsee und der Ost
see eine schwache bis sehr schwache Eissaison.
Die Werte für die flächenbezogene Eisvolumen
summe (Abb. 12) fielen für die Eissaison 1997/1998
sehr niedrig aus. Die Eisvolumensummen sind
eine Maßzahl für die Bewertung eines Winters im
Hinblick auf den Umfang und die Stärke der Eis
bedeckung sowie auf die Dauer des Eisvorkom
mens. Ordnet man die 102 Winter der Jahre 1896
bis 1998 nach abnehmenden Eisvolumensum
men, so liegt das Jahr 1998 auf Platz 81 für die
Nordseeküste und auf Platz 87 für die Ostseekü
ste.
Das dünne Eis, das sich zum Ende der zwei
ten Dezemberdekade 1997 in den inneren Bod
dengewässern der Küste Mecklenburg-Vorpom
merns gebildet hatte, war aufgrund des zu
Weihnachten einsetzenden Tauwetters bis zum
Beginn des Jahres 1998 nahezu vollständig ab
geschmolzen. Eine weitere kurze Kälteperiode
Ende Januar/Anfang Februar führte im Zeitraum
28. 1. bis 13. 2. ebenfalls nur in den Boddenge
wässern der Küste Mecklenburg-Vorpommerns
sowie in den Hafengebieten von Rostock und
Wismar zu einer nennenswerten Eisbedeckung
von 5-15 cm Dicke. An den Küsten Schleswig-
Holsteins wurde nur örtlich und für weniger als
10 Tage dünnes Eis beobachtet, die Nordseezu
flüsse und die Küste Niedersachsens blieben eis
frei.
Auch im nördlichen Ostseeraum war im
wesentlichen nur ein schwacher Eiswinter zu ver
zeichnen. Dabei erstreckte sich die Eisbedeckung