VS Komet
Fächerecholot. VWFS Deneb wurde mit einem
vollständig neukonzipierten Vermessungssystem
ausgerüstet, das die gesamte Vermessung des
Schiffes sowohl mit dem Vertikallot als auch mit
dem Fächerecholot umfaßt. Mit diesem System
kann die Vermessungsfahrt geplant werden. Die
Fahrt kann so gesteuert werden, daß der Boots
führer oder Rudergänger die nötigen Steuerungs
information erhält und der Vermessungsleiter die
Meßdatenaufnahme überwachen kann. Danach
können mit diesem System die Daten an Bord
und weiter an Land so verarbeitet werden, daß
daraus schließlich die fertige topographische
Karte des Seegrundes geplottet wird. Im Prinzip
hat die Komet eine ähnliche Ausrüstung wie die
Deneb bekommen, sie ist jedoch weiterent
wickelt, erheblich modernisiert und den Entwick
lungen der Seevermessung am BSH angepaßt
worden.
Seit der Indienststellung der Deneb ist in der
Abteilung Nautische Hydrographie ein Qualitäts
managementsystem eingeführt worden. Das führte
auch in der Seevermessung zu einer konse
quenten Überprüfung der Arbeitsabläufe. Für die
Vermessungssysteme an Bord hat das seine
Auswirkungen vor allem an zwei Stellen: der
Rückverfolgbarkeit der Datenbearbeitung und der
konsequenteren Ermittlung von Genauigkeits
maßen als einem wesentlichen Qualitätsmerkmal.
Wesentliche Informationen zu den Meßergebnis
sen, vor allem Aufnahmezeit und Fahrzeugken
nung, werden bis zum Ende der Verarbeitung
durchgereicht. Damit ist es dem Prüfer möglich,
bei jeder Tiefenzahl in der topographischen Karte
des Seegrundes festzustellen, woher diese Zahl
kommt und wie der originale Meßwert verändert
wurde; er kann auch feststellen, ob der jeweilige
Meßwert als ein für die Geländemorphologie
repräsentativer Wert ausgewählt wurde. Die Er
mittlung von Genauigkeitsmaßen dient nicht nur
der Überprüfung der eigenen Vermessung, son
dern wird künftig auch benötigt, um bei der Wei
tergabe von Daten an ECDIS-Nutzer diese Daten
bestimmten Genauigkeitskategorien zuordnen zu
können. Um für ein bestimmtes Vermessungs
gebiet solche Genauigkeitsmaße zu ermitteln,
werden die ohnehin schon immer gemessenen
Kontrollinien statistisch ausgewertet. Diese Kon-
trollinien dienten bisher lediglich dazu, Fehler
quellen aufdecken zu können.
Eine weitere Verbesserung entstand aus der
Erkenntnis, daß die größte Fehlerquelle die
Gezeitenbeschickung ist. Es wurde ein neues
Verfahren entwickelt, mit dem zusätzlich zu den
bisherigen Größen mittlerer Springtidenhub und
Hochwassereintrittszeit auch noch die Niedrig
wassereintrittszeit berücksichtigt werden kann.
Außerdem wird es möglich, nicht nur einen Pegel,
sondern gleich mehrere zur Beschickung heran
zuziehen. Damit wird vor allem eine deutliche
Erhöhung der Zuverlässigkeit der Beschickung
erwartet. Neben der Einführung dieses Verfah
rens wurde auch die Möglichkeit geschaffen, mit
Hilfe hochpräziser GPS-Messungen die Höhe des
Echolotes über dem Ellipsoid WGS84 zu bestim
men. Auf dem Schiff existiert auch bereits ein
dafür geeigneter GPS-Empfänger. Die operatio-
nelle Einführung dieses Verfahrens setzt jedoch
die sehr aufwendige Bestimmung der Fläche des
Seekartennulls (SKN) über dem Ellipsoid voraus,
das den GPS-Messungen als Höhenbezug dient.
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