Seevermessung
NAUTISCHE HYDROGRAPHIE
Seevermessung und Geodäsie
Die Seevermessung und die Wracksuche
innerhalb des Küstenmeeres und der Ausschließ
lichen Wirtschaftszone, die mit knapp 60 000 km 2
etwa einem Sechstel des Territoriums der Bun
desrepublik Deutschland entsprechen, liefern die
topographischen und hydrographischen Grund
daten für die Seekarten und die anderen nauti
schen Veröffentlichungen, die vom BSH für diese
Seegebiete zusammengestellt und herausgege
ben werden.
Hier sind etwa 1700 Wracks und andere Un
terwasserhindernisse registriert, die in Abhängig
keit von ihrer Gefährlichkeit für die Seeschiffahrt
in festgelegten Zeitabständen überprüft werden
müssen. Außerdem wird der Meeresboden in
nautisch relevanten Seegebieten (Reeden, Ver
kehrstrennungsgebiete, Schiffahrtswege u.a. m.)
besonders sorgfältig vermessen und nach Unter
wasserhindernissen abgesucht.
Bei der Erfüllung dieser Aufgaben arbeitet
das BSH eng mit den anderen Behörden der
Wasser- und Schiffahrtsverwaltung (WSV) des
Bundes zusammen.
Seevermessung und Wracksuche
Das VFS Komet mit sechs, die VWFS Atair,
Deneb und Wega sowie die VE Mercator/Besset
mit je zwei Vermessungsbooten führten Seever
messungsarbeiten mit rund 20 000 sm (37 000 km)
Lotungsprofilen in der Nordsee und in der Ostsee
durch (Abb. 5 und 6). Im November wurde das
VFS Komet außer Dienst gestellt. Der Neubau VS
Komet wird 1999 die Arbeiten übernehmen.
Die Ergebnisse der Seevermessungsarbei
ten wurden in 127 topographischen Karten des
Seegrundes dargestellt und sind die Grundlage
für die fortlaufende Aktualisierung der amtlichen
Seekarten des BSH.
Den Anforderungen entsprechend werden
diese Ergebnisse auch den Wasser- und Schiff
fahrtsdirektionen Nord und Nordwest mit deren
nachgeordneten Wasser- und Schiffahrtsämtern
sowie mit den im Küstenbereich tätigen Lan
des- und Kommunalbehörden der Bundesländer
Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-
Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zur Ver
fügung gestellt.
Die VWFS Atair, Deneb und Wega sowie die
VE Mercator/Besset fanden 38 neue Wracks und
Unterwasserhindernisse, untersuchten 24 Posi
tionen, auf den Unterwasserhindernisse vermutet
wurden, und kontrollierten bei 101 Wracks und
Unterwasserhindernissen, ob sich ihre Lage und
die geringste Wassertiefe über ihnen verändert
haben. In 19 Prozent der Fälle ergaben sich Ver
änderungen der geringsten Wassertiefe und in
13 Prozent der Fälle ergaben sich Veränderungen
der Lage der Wracks und Unterwasserhinder
nisse gegenüber den vorherigen Vermessungen
und Untersuchungen.
Im nautischen Festpunktfeld wurden 283
Festpunkte kontrolliert; 31 Festpunkte wurden
48