Schiffssicherheit
Akt. Entwicklungen
Wahl eines Ansatzes, der eine systemunabhängige
Beschreibung der Anforderungen an integrierte
Navigationssysteme ermöglicht, um die
große Bandbreite existierender Systeme sowie
zukünftige Entwicklungen zu berücksichtigen.
Ein systematisiertes Prüfverfahren, das die
zuvor skizzierten spezifischen Eigenschaften von
INS berücksichtigt, hat für die zuständige Prüfbehörde
und den Hersteller erhebliche Vorteile:
• Verkürzung des erforderlichen Zeitaufwandes
für die Prüfung
• Verbesserung des Prüfergebnisses, da durch
ein methodisches Vorgehen eine bessere Reproduzierbarkeit
als mit den bisher üblichen
Verfahren möglich ist
• Verbesserte Dokumentation des Prüfergebnisses
Die Anwendung eines methodischen Rahmens
für die Prüfung integrierter Navigationssysteme
kann somit die Qualität und Effizienz des
Prüfvorgangs erheblich steigern.
Die Studie gliedert sich in drei Teile. Im Rahmen
einer funktionalen Analyse des Prozesses
„integrierte Navigation“ werden die für die navigatorische
Schiffsführung wesentlichen Funktionen
identifiziert. „Wesentlich“ bedeutet in diesem Sinne,
daß ausschließlich die Funktionen betrachtet wurden,
die unabhängig von einer konkreten technischen
Umsetzung in einem integrierten Navigationssystem
zur Verfügung stehen müssen, um die
Aufgaben der navigatorischen Schiffsführung zu
erfüllen. Bei der Identifizierung dieser Funktionen
wird ein hierarchischer Ansatz zugrunde gelegt:
Ausgehend von der globalen Prozeßaufgabe werden
Aufgaben identifiziert, von diesen in einem
weiteren Schritt Funktionalitäten abgeleitet, die
zur Erfüllung dieser Aufgaben notwendig sind.
Funktionalitäten werden wiederum in elementare
Einzelfunktionen untergliedert (Abb. 3).
Das „Funktionale Modell des integrierten Navigationsprozesses“
ist aus der funktionalen Analyse
des Prozesses „integrierte Navigation“ abgeleitet
worden. Hierbei wurde das Verfahren der
strukturierten Analyse angewendet, bei dem
die beteiligten Funktionen mit ihren Eingangsund
Ausgangsinformationen graphisch dargestellt
werden. Es wurde ein „dreidimensionales Netzwerk“
entwickelt, das in mehreren Abstraktionsebenen
die Informationsflüsse zwischen den
funktionalen Einheiten darstellt. Mit Hilfe dieses
Netzwerkes ist es möglich, funktionale Abhängigkeiten
und daraus resultierende Fehlerketten zu
identifizieren.
Im dritten Teil „Prüfanforderungen für integrierte
Navigationssysteme“, wurden aus dem
funktionalen Modell Anforderungen an die Prüfung
von INS abgeleitet. Um eine Unabhängigkeit
von konkreten technischen Realisierungen zu
gewährleisten, wird hierbei von den Anforderungen
an Informationsflüsse ausgegangen. Der
Schwerpunkt liegt auf der Identifizierung der Anforderungen,
die Funktionen an ihre jeweiligen
Eingangsinformationen stellen. Für die Formulierung
und Kategorisierung der Anforderungen wird
eine Methodik genutzt, die auf Formularen basiert.
Die Formulare können als Checklisten bei
der Prüfung integrierter Navigationssysteme eingesetzt
werden. Die Brauchbarkeit des funktionalen
Ansatzes für die Beschreibung und Prüfung
dieser Systeme wird derzeit in der Baumusterprüfung
integrierter Navigationssysteme praktisch
erprobt.
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