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Full text : Jahresbericht 1998

Schiffssicherheit
Akt.  Entwicklungen

Wahl  eines  Ansatzes,  der  eine  systemunabhängige ­
  Beschreibung  der  Anforderungen  an  integrierte ­
  Navigationssysteme  ermöglicht,  um  die
große  Bandbreite  existierender  Systeme  sowie
zukünftige  Entwicklungen  zu  berücksichtigen.
Ein  systematisiertes  Prüfverfahren,  das  die
zuvor  skizzierten  spezifischen  Eigenschaften  von
INS  berücksichtigt,  hat  für  die  zuständige  Prüfbehörde ­
  und  den  Hersteller  erhebliche  Vorteile:
•  Verkürzung  des  erforderlichen  Zeitaufwandes
für  die  Prüfung
•  Verbesserung  des  Prüfergebnisses,  da  durch
ein  methodisches  Vorgehen  eine  bessere  Reproduzierbarkeit ­
  als  mit  den  bisher  üblichen
Verfahren  möglich  ist
•  Verbesserte  Dokumentation  des  Prüfergebnisses
Die  Anwendung  eines  methodischen  Rahmens ­
  für  die  Prüfung  integrierter  Navigationssysteme ­
  kann  somit  die  Qualität  und  Effizienz  des
Prüfvorgangs  erheblich  steigern.
Die  Studie  gliedert  sich  in  drei  Teile.  Im  Rahmen ­
  einer  funktionalen  Analyse  des  Prozesses
„integrierte  Navigation“  werden  die  für  die  navigatorische
  Schiffsführung  wesentlichen  Funktionen
identifiziert.  „Wesentlich“  bedeutet  in  diesem  Sinne,
daß  ausschließlich  die  Funktionen  betrachtet  wurden, ­
  die  unabhängig  von  einer  konkreten  technischen ­
  Umsetzung  in  einem  integrierten  Navigationssystem ­
  zur  Verfügung  stehen  müssen,  um  die
Aufgaben  der  navigatorischen  Schiffsführung  zu
erfüllen.  Bei  der  Identifizierung  dieser  Funktionen
wird  ein  hierarchischer  Ansatz  zugrunde  gelegt:
Ausgehend  von  der  globalen  Prozeßaufgabe  werden ­
  Aufgaben  identifiziert,  von  diesen  in  einem
weiteren  Schritt  Funktionalitäten  abgeleitet,  die

zur  Erfüllung  dieser  Aufgaben  notwendig  sind.
Funktionalitäten  werden  wiederum  in  elementare
Einzelfunktionen  untergliedert  (Abb.  3).
Das  „Funktionale  Modell  des  integrierten  Navigationsprozesses“ ­
  ist  aus  der  funktionalen  Analyse ­
  des  Prozesses  „integrierte  Navigation“  abgeleitet ­
  worden.  Hierbei  wurde  das  Verfahren  der
strukturierten  Analyse  angewendet,  bei  dem
die  beteiligten  Funktionen  mit  ihren  Eingangsund ­
  Ausgangsinformationen  graphisch  dargestellt
werden.  Es  wurde  ein  „dreidimensionales  Netzwerk“ ­
  entwickelt,  das  in  mehreren  Abstraktionsebenen ­
  die  Informationsflüsse  zwischen  den
funktionalen  Einheiten  darstellt.  Mit  Hilfe  dieses
Netzwerkes  ist  es  möglich,  funktionale  Abhängigkeiten ­
  und  daraus  resultierende  Fehlerketten  zu
identifizieren.
Im  dritten  Teil  „Prüfanforderungen  für  integrierte ­
  Navigationssysteme“,  wurden  aus  dem
funktionalen  Modell  Anforderungen  an  die  Prüfung ­
  von  INS  abgeleitet.  Um  eine  Unabhängigkeit
von  konkreten  technischen  Realisierungen  zu
gewährleisten,  wird  hierbei  von  den  Anforderungen ­
  an  Informationsflüsse  ausgegangen.  Der
Schwerpunkt  liegt  auf  der  Identifizierung  der  Anforderungen, ­
  die  Funktionen  an  ihre  jeweiligen
Eingangsinformationen  stellen.  Für  die  Formulierung ­
  und  Kategorisierung  der  Anforderungen  wird
eine  Methodik  genutzt,  die  auf  Formularen  basiert. ­
  Die  Formulare  können  als  Checklisten  bei
der  Prüfung  integrierter  Navigationssysteme  eingesetzt ­
  werden.  Die  Brauchbarkeit  des  funktionalen ­
  Ansatzes  für  die  Beschreibung  und  Prüfung
dieser  Systeme  wird  derzeit  in  der  Baumusterprüfung ­
  integrierter  Navigationssysteme  praktisch
erprobt.

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