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Seevermessung und nautische Geodäsie
in dem ebenfalls dänische Deeca-Hyperbeln für die Ortung benutzt werden
mußten, da dieses Gebiet außerhalb der normalen Sichtweiten für Doppel
winkelmessungen liegt. Insgesamt wurden von "Sooge" 4 "Rüden" und "Süderoog"
rd. 7320 km Lotprofile in den heimischen Gewässern abgelaufen. VS "Süderoog"
wurde neben seiner Vermessungstätigkeit noch für 6 ein- bis zweitägige
Fahrten zur Untersuchung von Radar-Reflektoren durch die Abteilung VI ein
gesetzt.
Das VFS "Gauss" führte im Rahmen des Internationalen Geophysikalischen
Jahres vom 6.3.58 bis 7.5*58 und vom 29.7.58 bis 25.9.58 die oben erwähnten
2 Forschungsfahrten für das Programm "Polarfront-Aufnahmen" im Nordatlan-
tischen Ozean durch, auf denen rd. 19 130 km auswertbare Lotprofile gewon
nen werden konnten. Außerdem unternahm VFS "Gauss" 3 Versuchsfahrten in
der Nord- und Ostsee, die geophysikalischen und funktechnischen Untersuchun
gen, Baumusterprüfungen und Erprobung nautisch-technischer Geräte dienten.
Auf den 5 Fahrten wurden fast 33 000 km zurückgelegt.
Die beiden VWS "Atair" und "Wega" stellten im näheren Küstenbereich
13 neue Wrackpositionen (11 in der Nordsee, 2 in der Ostsee) fest, über
prüften in der. Nordsee 34 und in der Ostsee 10 bereits früher bestimmte
Wracke auf Lage, Tiefe und Zustand und untersuchten 13 Positionen, auf
denen Wracke vermutet wurden. Beide Fahrzeuge fuhren zusammen ca. 19 450 km.
3. Nautische Geodäsie
Für die Vorbereitung von Loran-Ortungen auf den beiden Forschungsfahrten
des VFS- "Gauss" im Nordatlantischen Ozean wurden die Hyperbeln der nutzba
ren Loran-Ketten in mehrmonatiger Arbeit zusammen mit der Lochkartenstelle
in das geographische Netz der Arbeitskarten eingerechnet. Außerdem wurden
die zur Schiffsortbestimmung notwendigen Decca-Hyperbeln der deutschen und
dänischen Kette für eine Versuchsfahrt des VFS "-Gauss" in der Nordsee be
rechnet. Gegen Ende des Berichtsjahres wurden die Rechenarbeiten für die
1959 geplante Weiterführung dieser Versuchsfahrt begonnen.
Weitere Arbeiten des Dezernats erstreckten sich auf die Berechnung der
deutschen Decca-Koordinaten und der Streifenbreiten der Hyperbeln verschie
dener Decca-Beobachtungsstationen des Seezeichenversuchsfeldes in Koblenz
und der Bundesanstalt für Flugsicherung in Frankfurt/Main sowie auf die Be
rechnung des Gradnetzes einer Karte in spezieller flächentreuer Abbildung
und zahlreicher Azimute für funktechnische Untersuchungen der Abteilung VI.
Zwischenzeitlich wurden Genauigkeitsuntersuchungen über die Schiffsort-
bestimmung mit Doppelwinkelmessungen und mit dem Deoca-Verfahren auf Grund
der Ergebnisse einer Vermessungsaufgabe durchgeführt. Das bisher vorliegen
de Resultat erfordert jedoch noch weitere Analysen.