Schiffssicherheit
Akt. Entwicklungen
Informationen mittels Nachtsichtanlage über das
aufgefaßte Ziel gewonnen und durch Nach
führung der Nachtsichtanlage permanent verfolgt
werden. Dies bietet dem Schiffsführer zusätzliche
Informationen, die allein durch Radar nicht erhält
lich sind, wie z. B. der Aspekt eines Fahrzeuges.
Durch die Möglichkeit, die Nachtsichtanlage über
die Bedienelemente des Radars zu steuern, wird
ihr Bedienaufwand minimiert, so daß unter nor
malen Umständen kein eigenständiger Beobach
ter an der Nachtsichtanlage erforderlich ist. Wei
terhin wird im Falle der durch Radar gesteuerten
Nachtsichtanlage die Zuordnung von Radarinfor
mationen zu den Informationen der Nachtsichtan
lage vereinfacht und eine komplexe Bewertung
für die sichere Schiffsführung gewährleistet.
Die entwickelte Kopplung beider Anlagen
bietet neben 2 optionalen Scan-Modi zum einen
die Möglichkeit der Radarsteuerung über Rich
tung und Entfernung eines Radarziels und zum
anderen über die Zieldaten eines aufgefaßten
ARPA-Zieles. Durch die Übernahme der stets
aktualisierten Radardatensätze wird automatisch
eine Zielverfolgung durch die Nachtsichtanlage
realisiert.
Durch einfaches Betätigen eines Bedienele
ments ist die Radarkopplung jederzeit trennbar,
so daß dann die Nachtsichtanlage im normalen
manuellen Richtbetrieb gesteuert werden kann.
Funktionale Analyse des integrierten
Na viga tionsprozesses
Moderne Navigationssysteme vereinigen und
automatisieren eine Vielzahl von Funktionalitäten,
die zuvor vom Nutzer mit Hilfe einzelner, klar von
einander abgegrenzter Geräte und Anlagen aus
geführt wurden. Die damit einhergehende, zuneh
mende Komplexität der Systeme stellt auch neue
Anforderungen an Prüfverfahren und -Vorschrif
ten der Baumusterprüfung. Besondere Schwierig
keiten bereitet bei der Prüfung die Identifizierung
der Abhängigkeiten zwischen funktionalen Ein
heiten des integrierten Systems. Auch der zuneh
mende Einsatz von Software für die Realisierung
von Funktionsmodulen erfordert einen neuen
Ansatz für die Überprüfung von integrierten Navi
gationssystemen (INS). Es ergibt sich hier das
Problem, daß es bei komplexen Softwareanwen
dungen nicht möglich ist, alle sicherheitsrelevanten
und damit auch prüfungsrelevanten Betriebszu
stände durch einfache Funktionstests zu erken
nen. Erst durch systematische Analysen lassen
sich die beabsichtigten Funktionen des jewei
ligen Moduls ermitteln und aussagekräftig in allen
vorgesehenen Betriebsfällen testen.
Zur Zeit existiert kein übergeordneter Stan
dard, der (Mindest-) Funktionsumfang, Leistungs
normen bzw. Prüfvorschriften für INS festlegt.
Aus diesem Grunde werden bisher die entspre
chenden Leistungsnormen für die jeweiligen Ein
zelkomponenten und zusätzlich ausschließlich
auf das in der Prüfung befindliche System ausge
richtete Analyse- und Prüfungsmethoden ange
wendet. Die Entwicklung eines allgemein gültigen
Rahmens für die Prüfung integrierter Navigations
systeme war deshalb das Ziel einer Studie, die im
Rahmen eines Forschungsvorhabens vom Insti
tut für Schiffsbetrieb, Seeverkehr und Simulation
- ISSUS, Hamburg, in Zusammenarbeit mit dem
BSH erstellt wurde. Der Grundgedanke war die
42