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Volltext : Jahresbericht 1998

Schiffssicherheit
Akt.  Entwicklungen

Informationen  mittels  Nachtsichtanlage  über  das
aufgefaßte  Ziel  gewonnen  und  durch  Nachführung ­
  der  Nachtsichtanlage  permanent  verfolgt
werden.  Dies  bietet  dem  Schiffsführer  zusätzliche
Informationen,  die  allein  durch  Radar  nicht  erhältlich ­
  sind,  wie  z.  B.  der  Aspekt  eines  Fahrzeuges.
Durch  die  Möglichkeit,  die  Nachtsichtanlage  über
die  Bedienelemente  des  Radars  zu  steuern,  wird
ihr  Bedienaufwand  minimiert,  so  daß  unter  normalen ­
  Umständen  kein  eigenständiger  Beobachter ­
  an  der  Nachtsichtanlage  erforderlich  ist.  Weiterhin ­
  wird  im  Falle  der  durch  Radar  gesteuerten
Nachtsichtanlage  die  Zuordnung  von  Radarinformationen ­
  zu  den  Informationen  der  Nachtsichtanlage ­
  vereinfacht  und  eine  komplexe  Bewertung
für  die  sichere  Schiffsführung  gewährleistet.
Die  entwickelte  Kopplung  beider  Anlagen
bietet  neben  2  optionalen  Scan-Modi  zum  einen
die  Möglichkeit  der  Radarsteuerung  über  Richtung ­
  und  Entfernung  eines  Radarziels  und  zum
anderen  über  die  Zieldaten  eines  aufgefaßten
ARPA-Zieles.  Durch  die  Übernahme  der  stets
aktualisierten  Radardatensätze  wird  automatisch
eine  Zielverfolgung  durch  die  Nachtsichtanlage
realisiert.
Durch  einfaches  Betätigen  eines  Bedienelements ­
  ist  die  Radarkopplung  jederzeit  trennbar,
so  daß  dann  die  Nachtsichtanlage  im  normalen
manuellen  Richtbetrieb  gesteuert  werden  kann.
Funktionale  Analyse  des  integrierten
Na  viga  tionsprozesses
Moderne  Navigationssysteme  vereinigen  und
automatisieren  eine  Vielzahl  von  Funktionalitäten,

die  zuvor  vom  Nutzer  mit  Hilfe  einzelner,  klar  voneinander ­
  abgegrenzter  Geräte  und  Anlagen  ausgeführt ­
  wurden.  Die  damit  einhergehende,  zunehmende ­
  Komplexität  der  Systeme  stellt  auch  neue
Anforderungen  an  Prüfverfahren  und  -Vorschriften ­
  der  Baumusterprüfung.  Besondere  Schwierigkeiten ­
  bereitet  bei  der  Prüfung  die  Identifizierung
der  Abhängigkeiten  zwischen  funktionalen  Einheiten ­
  des  integrierten  Systems.  Auch  der  zunehmende ­
  Einsatz  von  Software  für  die  Realisierung
von  Funktionsmodulen  erfordert  einen  neuen
Ansatz  für  die  Überprüfung  von  integrierten  Navigationssystemen ­
  (INS).  Es  ergibt  sich  hier  das
Problem,  daß  es  bei  komplexen  Softwareanwendungen ­
  nicht  möglich  ist,  alle  sicherheitsrelevanten
und  damit  auch  prüfungsrelevanten  Betriebszustände ­
  durch  einfache  Funktionstests  zu  erkennen. ­
  Erst  durch  systematische  Analysen  lassen
sich  die  beabsichtigten  Funktionen  des  jeweiligen ­
  Moduls  ermitteln  und  aussagekräftig  in  allen
vorgesehenen  Betriebsfällen  testen.
Zur  Zeit  existiert  kein  übergeordneter  Standard, ­
  der  (Mindest-)  Funktionsumfang,  Leistungsnormen ­
  bzw.  Prüfvorschriften  für  INS  festlegt.
Aus  diesem  Grunde  werden  bisher  die  entsprechenden ­
  Leistungsnormen  für  die  jeweiligen  Einzelkomponenten ­
  und  zusätzlich  ausschließlich
auf  das  in  der  Prüfung  befindliche  System  ausgerichtete ­
  Analyse-  und  Prüfungsmethoden  angewendet. ­
  Die  Entwicklung  eines  allgemein  gültigen
Rahmens  für  die  Prüfung  integrierter  Navigationssysteme ­
  war  deshalb  das  Ziel  einer  Studie,  die  im
Rahmen  eines  Forschungsvorhabens  vom  Institut ­
  für  Schiffsbetrieb,  Seeverkehr  und  Simulation
-  ISSUS,  Hamburg,  in  Zusammenarbeit  mit  dem
BSH  erstellt  wurde.  Der  Grundgedanke  war  die

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