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Full text: Jahresbericht 1998

Internationales Jahr des Ozeans 
Jahr des Ozeans deshalb auch in Deutschland 
kein einmaliges, am 31.12.1998 abgeschlos 
senes Ereignis sein. Die Bemühungen, das Mee 
resbewußtsein zu stärken, müssen fortgesetzt 
werden. 
Vielfach haben sich die Beiträge und Be 
trachtungen in den vergangenen Monaten auf die 
Meeresumwelt konzentriert. Das ist ein außeror 
dentlich wichtiges Thema, darf aber nicht den 
Blick auf andere maritime Aspekte verstellen. Die 
Bedeutung, die Probleme und die Nutzungsmög 
lichkeiten der Meere müssen stärker in ihrer 
Gesamtheit gesehen werden. Bisher werden 
maritime Themen zu sektoral behandelt. Größere 
Aufmerksamkeit läßt sich nur erringen, wenn es 
gelingt, die Bedeutung der Meere in ihrer Kom 
plexität stärker zu betonen. Dazu gehört z. B. 
auch, daß die Meeresforschung noch verständ 
licher vermittelt, weshalb die Kenntnisse über die 
Meere verbessert werden müssen. 
Schubladendenken ist nicht hilfreich. Es 
muß überwunden werden, daß jeder nur für sich 
selbst und seinen speziellen maritimen Aufgaben 
bereich tätig wird. Ubergreifende Kontakte, Infor 
mationen und Zusammenarbeit sind gefordert. 
Alle, die sich dem maritimen Bereich zugehörig 
fühlen, sollten sich in einer maritimen Allianz zu 
sammenfinden, um deutlich zu machen, daß es 
ungeachtet aller unterschiedlichen Einzelinteres 
sen um die Bedeutung der Meere insgesamt geht. 
Viele maritime Einzelereignisse, die ohnehin ver 
anstaltet werden, könnten auf diese Weise zur 
Werbung für die Meere genutzt werden. 
Notwendig ist es, die maritime Thematik tie 
fer ins Binnenland hineinzutragen und deutlich zu 
machen, daß auch das Leben der Menschen dort 
von den Meeren abhängt. 
Die Bemühungen, junge Menschen für die 
Meere zu interessieren, müssen zielstrebiger 
fortgeführt werden. Gerade die Ergebnisse des 
Schülerwettbewerbs zeigen großes Interesse, 
Engagement und auch Betroffenheit, lassen zu 
gleich aber einen Mangel an inhaltlichem Wissen 
erkennen. Maritime Themen müssen deshalb 
sehr viel intensiver Eingang in Lehrpläne finden. 
Die Stärkung des Meeresbewußtseins ist ein 
langfristiger Prozeß. Wo immer es sich anbietet, 
muß dieses Thema zur Sprache gebracht wer 
den. Die nächste große Chance, Aufmerksamkeit 
für die Meere zu gewinnen, könnte die Expo 2000 
sein, deren maritimer Teil als Expo am Meer in 
Wilhelmshaven geplant ist. Freilich darf nicht der 
Fehler gemacht werden, daß jedes Küstenland, 
jede Hafenstadt, jede maritime Institution ein 
eigenes Stück vom Expo-Kuchen beansprucht. 
Vielmehr müssen alle maritimen Kräfte in Wilhelms 
haven gebündelt werden. Das setzt allerdings 
auch ein Minimum an finanziellen Ressourcen 
voraus. 
Alles in allem war das Internationale Jahr 
des Ozeans auch in Deutschland ein erfolgreicher 
Anfang. Wenn man genau hinhört und hinsieht, 
kann man feststellen, daß maritime Fragen immer 
wieder aufgegriffen werden. Das ermutigt, mit 
aller Kraft weiter darauf hinzuwirken, den Ozean 
als Erbe für die Zukunft zu verstehen und zu 
behandeln. 
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