Meldau, H.: Beschreibung eines Drehtisches für Kompaßuntersuchungen,
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Beschreibung eines Drehtisches für Kompaßuntersuchungen.
Von Dr. II. Meldau, Bremen,
(Hierzu Tafel 17.)
Die Beschaffung eines neuen Drehtisches für die Seefahrtschule in Bremen
zur Prüfung von Kompassen und Untersuchung von Nadelsystemen gibt mir
Veranlassung, die getroffenen Einrichtungen unter Beifügung einiger photo-
graphischer Ansichten des Apparates hier kurz zu beschreiben.
Die Stütze des Apparates bildet ein gut fundierter Steinpfeiler von 82 cm
Höhe. Auf ihn ist ein Messingkreis von 32 em Durchmesser aufgeschraubt, in
dessen Mitte, durch vier Speichen mit dem Kreise verbunden, ein kräftiger Dreh-
zapfen angeordnet ist, Um diesen Zapfen ist die aus 2,5 cm starkem Holz
gefertigte Tischplatte drehbar; sie wird durch fünf auf dem Messingkreise
rollende Rädchen gestützt, Die Platte ist 125 cm lang und 46 cm breit, Der
Drehpunkt fällt nicht mit dem Mittelpunkte der Platte zusammen, sondern ist
gegen diesen um 10cm in der Längsrichtung verschoben, Das Gleichgewicht
wird durch ein in der Nähe des kürzeren Endes untergeschraubtes Bleigewicht
hergestellt,
Zur Befestigung der Träger für die Kompensatoren ist zentrisch mit dem
Drehpunkte unter die Tischplatte eine quadratische Zarge von der Breite des
Tisches und 13 cm Höhe geschraubt. (Vgl. die Abbildungen auf Tafel 17.) Seit-
wärts sind an dieser Zarge die Konsolen für die gewöhnlichen (Querschiffs-)
D-Korrektoren I und II — leicht abnehmbar — befestigt. Zwei gleiche Konsolen
für die weiteren D-Korrektoren III und IV befinden sich an der Vor- und Achter-
kante der Zarge, weshalb an diesen Stellen geeignete rechteckige Öffnungen in
die Tischplatte eingeschnitten sind, In die vordere dieser Öffnungen kann
außerdem — nach Fortnehmen der Konsole — ein langer vertikaler Kasten ein-
gesetzt werden zur Aufnahme einer Flindersstange von beliebiger Länge und in
beliebigem Abstande vom Rosenmittelpunkte.
Während an der Außenseite der Zarge die Konsolen — aus starkem
Messingblech gebogene und mit einer Stütze versehene Winkel — befestigt sind,
hängen von der Innenseite der Zarge seitwärts und hinten drei Breiter mit
Hakenpaaren zum Auflegen der Kompensationsmagnete herab,
Zum Ablesen des magnetischen Azimutes der Längsschiffslinie d. h. der
Mittellinie des Tisches wird oben auf dem Drehzapfen eine Messingscheibe mit
Gradeinteilung, nach dem magnetischen Meridian orientiert, festgeschraubt. Die
ganze Einrichtung ähnelt also hierin der unteren, das Schiffsmodell tragenden
Platte des Neumayerschen Deviationsmodells,
Zum Einhängen der Kompasse dient in der Regel ein auf die Tischplatte
fest aufgesetztes und mit ihr sich drehendes Holzgestell, bestehend aus einem
quadratischen Rahmen von der Breite des Tisches, auf dem sich zwei 24 cm
hohe Stützen erheben. (Siche die obere und die mittlere Abbildung auf Tafel 17.)
Diese Stützen tragen oben ein Diopterpaar, mit dessen Hilfe der Tisch nach
Miren im Meridian orientiert werden kann, worauf die Kreisscheibe festgeklemmt
wird, Es sind vier Miren, entsprechend den magnetischen Richtungen N, S, 0, W,
an der Wand des Zimmers angebracht. Ihre Stellung kann mit Hilfe einer
umlegbaren Normalrose kontrolliert werden, Sie leisten insbesondere bei der
Prüfung der Zentrierungen gute Dienste,
In den erwähnten Stützen sind horizontale Messingbalken mit Schneiden
und v-Rinnen zum Einhängen der Kompasse verschiebbar,
Für manche Untersuchungen ist es bequemer, bei feststehendem Kompaß-
kessel zu beobachten, Es ist deshalb ein Messingbügel zum Einhängen der
Kompasse vorgesehen, der auf dem Teilkreis und zugleich mit diesem fest-
geschraubt werden kann, so daß der in ihn eingehängte Kompaßkessel an den
Drehungen des Tisches nicht teilnimmt. (Vgl. die untere Abbildung auf Tafel 17.)
Es sei noch erwähnt, daß die Scheibe des Teilkreises aus einer starken
Messingplatte hergestellt jst, damit man auch andere Apparate, z. B. ein kleines