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Contents: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Meldau, H.: Beschreibung eines Drehtisches für Kompaßuntersuchungen, 
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Beschreibung eines Drehtisches für Kompaßuntersuchungen. 
Von Dr. II. Meldau, Bremen, 
(Hierzu Tafel 17.) 
Die Beschaffung eines neuen Drehtisches für die Seefahrtschule in Bremen 
zur Prüfung von Kompassen und Untersuchung von Nadelsystemen gibt mir 
Veranlassung, die getroffenen Einrichtungen unter Beifügung einiger photo- 
graphischer Ansichten des Apparates hier kurz zu beschreiben. 
Die Stütze des Apparates bildet ein gut fundierter Steinpfeiler von 82 cm 
Höhe. Auf ihn ist ein Messingkreis von 32 em Durchmesser aufgeschraubt, in 
dessen Mitte, durch vier Speichen mit dem Kreise verbunden, ein kräftiger Dreh- 
zapfen angeordnet ist, Um diesen Zapfen ist die aus 2,5 cm starkem Holz 
gefertigte Tischplatte drehbar; sie wird durch fünf auf dem Messingkreise 
rollende Rädchen gestützt, Die Platte ist 125 cm lang und 46 cm breit, Der 
Drehpunkt fällt nicht mit dem Mittelpunkte der Platte zusammen, sondern ist 
gegen diesen um 10cm in der Längsrichtung verschoben, Das Gleichgewicht 
wird durch ein in der Nähe des kürzeren Endes untergeschraubtes Bleigewicht 
hergestellt, 
Zur Befestigung der Träger für die Kompensatoren ist zentrisch mit dem 
Drehpunkte unter die Tischplatte eine quadratische Zarge von der Breite des 
Tisches und 13 cm Höhe geschraubt. (Vgl. die Abbildungen auf Tafel 17.) Seit- 
wärts sind an dieser Zarge die Konsolen für die gewöhnlichen (Querschiffs-) 
D-Korrektoren I und II — leicht abnehmbar — befestigt. Zwei gleiche Konsolen 
für die weiteren D-Korrektoren III und IV befinden sich an der Vor- und Achter- 
kante der Zarge, weshalb an diesen Stellen geeignete rechteckige Öffnungen in 
die Tischplatte eingeschnitten sind, In die vordere dieser Öffnungen kann 
außerdem — nach Fortnehmen der Konsole — ein langer vertikaler Kasten ein- 
gesetzt werden zur Aufnahme einer Flindersstange von beliebiger Länge und in 
beliebigem Abstande vom Rosenmittelpunkte. 
Während an der Außenseite der Zarge die Konsolen — aus starkem 
Messingblech gebogene und mit einer Stütze versehene Winkel — befestigt sind, 
hängen von der Innenseite der Zarge seitwärts und hinten drei Breiter mit 
Hakenpaaren zum Auflegen der Kompensationsmagnete herab, 
Zum Ablesen des magnetischen Azimutes der Längsschiffslinie d. h. der 
Mittellinie des Tisches wird oben auf dem Drehzapfen eine Messingscheibe mit 
Gradeinteilung, nach dem magnetischen Meridian orientiert, festgeschraubt. Die 
ganze Einrichtung ähnelt also hierin der unteren, das Schiffsmodell tragenden 
Platte des Neumayerschen Deviationsmodells, 
Zum Einhängen der Kompasse dient in der Regel ein auf die Tischplatte 
fest aufgesetztes und mit ihr sich drehendes Holzgestell, bestehend aus einem 
quadratischen Rahmen von der Breite des Tisches, auf dem sich zwei 24 cm 
hohe Stützen erheben. (Siche die obere und die mittlere Abbildung auf Tafel 17.) 
Diese Stützen tragen oben ein Diopterpaar, mit dessen Hilfe der Tisch nach 
Miren im Meridian orientiert werden kann, worauf die Kreisscheibe festgeklemmt 
wird, Es sind vier Miren, entsprechend den magnetischen Richtungen N, S, 0, W, 
an der Wand des Zimmers angebracht. Ihre Stellung kann mit Hilfe einer 
umlegbaren Normalrose kontrolliert werden, Sie leisten insbesondere bei der 
Prüfung der Zentrierungen gute Dienste, 
In den erwähnten Stützen sind horizontale Messingbalken mit Schneiden 
und v-Rinnen zum Einhängen der Kompasse verschiebbar, 
Für manche Untersuchungen ist es bequemer, bei feststehendem Kompaß- 
kessel zu beobachten, Es ist deshalb ein Messingbügel zum Einhängen der 
Kompasse vorgesehen, der auf dem Teilkreis und zugleich mit diesem fest- 
geschraubt werden kann, so daß der in ihn eingehängte Kompaßkessel an den 
Drehungen des Tisches nicht teilnimmt. (Vgl. die untere Abbildung auf Tafel 17.) 
Es sei noch erwähnt, daß die Scheibe des Teilkreises aus einer starken 
Messingplatte hergestellt jst, damit man auch andere Apparate, z. B. ein kleines
	        
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