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Full text: Jahresbericht 1998

Spurenstoffe 
Vor allem südöstlich von Helgoland in der Hel 
goländer Bucht findet man vorrangig feinkörniges 
Material mit einem hohen Anteil an organischem 
Kohlenstoff, der bis weit über ein Prozent bezo 
gen auf das Trockengewicht des Sediments 
betragen kann. Um diese unterschiedlichen Sedi 
mentstrukturen, aber auch küstenferne und kü 
stennahe Gebiete, zu erfassen, wurden 1996 und 
1997 an insgesamt 15 Stationen Proben der 
oberen Sedimentschicht (0-2 cm) mit einem Ka 
stengreifer genommen. Alle erhaltenen Proben 
wurden sorgfältig unter rückstandsanalytischen 
Gesichtspunkten in vorgereinigten Aluminium 
schalen bei -20 °C sofort tiefgefroren und bis zur 
Aufarbeitung im Labor durchgängig bei dieser 
Temperatur aufbewahrt. 
Aufarbeitung und Analyse der Sedimentproben 
Die Sedimente wurden 48 Std. getrocknet, 
gemahlen und bis zu 50 g für die Aufarbeitung 
eingewogen. Zusätzlich wurden ca. 5 g Sediment 
zur Bestimmung des TOC-Gehaltes abgenom 
men. 
Für die Extraktion der CKW und PAK aus 
den marinen Sedimentproben sind mehrere Ver 
fahren bekannt. Hierzu zählen die kombinierte 
Wasserdampfdestillation, die Ultraschallextrak 
tion und die Extraktion mit überkritischen Fluiden. 
Die aber am häufigsten angewandte Methode ist 
die Soxhlet-Extraktion mit einem organischen 
Lösungsmittelgemisch; diese Methode wurde 
auch bei den hier untersuchten Proben einge 
setzt. 
Während der Extraktion wurden die Proben 
mit Kupferpulver entschwefelt und in das Eluat 
der interne Standard gegeben. Das Clean-up er 
folgte in zwei Schritten, wobei die Extrakte zuerst 
über eine Kieselgelsäule nach Polarität und 
anschließend mittels Hochdruckflüssigkeits-/Gel- 
permeationschromatographie (HPLC/GPC) nach 
Molekülgröße aufgereinigt wurden. Die so erhal 
tenen Extrakte wurden auf 200 pl Endvolumen ex 
akt eingeengt und für die Bestimmung der CKW 
auf zwei unterschiedlich polaren Kapillarsäulen 
gaschromatographisch mittels Elektroneneinfang 
detektor (ECD) und für die PAK mittels Massen 
spektroskopie (MS) untersucht. 
Ergebnisse und Diskussion 
■ Polyzyklische aromatische Kohlenwasser 
stoffe (PAK) 
Von den 16 untersuchten PAK konnten 14 
Komponenten als Einzelsubstanzen massen- 
spektrometrisch eindeutig identifiziert und quanti 
fiziert werden; das Benzo(b)- und das Benzo(k)- 
Fluoranthen konnten nur als Summe bestimmt 
werden. Außerdem konnten teilweise die beiden 
flüchtigsten PAK-Komponenten, das Naphthalin 
und das Acenaphthylen nicht eindeutig quantifi 
ziert werden, so daß diese bei der Auswertung 
nicht hinzugezogen wurden. 
Bezieht man die PAK-Gehalte auf das 
Trockengewicht (dw) der Sedimente, so schwan 
ken die Einzelgehalte, je nach Komponente und 
nach Probenstation, in der Deutsche Bucht stark. 
Beispielhaft seien die Ergebnisse der Gauß- 
Reise 308 vom Dez. 1997 dargestellt (Abb. 38). 
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