Schwermetalle
Werte liegen nur noch wenig über den Hinter
grundwerten. Auch in den Sedimenten des ehe
maligen Einbringungsgebiets für Dünnsäure ist
eine Abnahme des Kupfers zu verzeichnen.
- Blei: Für Blei fallen insbesondere die ho
hen Werte auf der Großen Fischerbank, auf der
Doggerbank und vor der Küste Nordenglands auf.
Grund ist, daß es sich auf der Fischerbank und
auf der Doggerbank um sandige Sedimente mit
geringem Feinkornanteil handelt. Generell finden
wir in der Feinkornfraktion von Sedimenten aus
der Nordsee immer dann hohe Bleigehalte, wenn
der Feinkornanteil klein ist. Dies wird durch den
Umstand, daß das Blei zum beträchtlichen Teil
über die Atmosphäre in das Meer gelangt, quali
tativ verständlich, entzieht sich aber noch der
quantitativen Beschreibung. Neben dem Blei fin
den wir auf der Großen Fischerbank und der
Doggerbank in der Feinkornfraktion auch beson
ders hohe Gehalte von organischem Kohlenstoff.
Die sich hier andeutenden Zusammenhänge sind
eher in den Mechanismen der Einträge als in di
rekter chemischer Assoziation zu suchen.
Der beschriebene Umstand wirkt sich er
schwerend für ein Trend-Monitoring von Blei aus.
Für die Abb. 29 wurden deshalb nur Sedimente
mit einem Feinkornanteil von mindestens 8 % her
angezogen. Hier deutet sich ein Rückgang für
die neunziger Jahre an. Dieser Rückgang ist sta
tistisch noch nicht sicher. Die Bleigehalte liegen
immer noch deutlich über den für dieses Gebiet
geschätzten Hintergrundwerten von 20 bis 30
mg/kg.
- Zink: Für Zink fallen besonders hohe
Werte in der Deutschen Bucht auf. Dies weist auf
die Bedeutung des Eintrags über die kontinenta
len Flüsse hin. Einzelne höhere Werte in anderen
Gebieten können mit diagenetischen Eisen-Anrei
cherungen in Verbindung gebracht werden. Eine
Abnahme der Zinkgehalte konnte bisher nur in
dem Schlickgebiet der inneren Deutschen Bucht
beobachtet werden (Abb. 30). Auch die Zinkge
halte liegen hier immer noch deutlich über den für
dieses Gebiet geschätzten Hintergrundwerten
von 80 bis 100 mg/kg.
- Cadmium: Für Cadmium fallen beson
ders hohe Werte in der Deutschen Bucht auf.
Auch dies ist ein Hinweis auf die Bedeutung des
Eintrags durch die kontinentalen Flüsse. Cad
mium ist ein sehr mobiles Element. Seine Gehalte
In der Feinkornfraktion fluktuieren stark. In den
Sandgebieten konnte bisher noch kein Trend
nachgewiesen werden. In dem Schlickgebiet der
inneren Deutschen Bucht scheint das Cadmium
seit etwa 1982 zurückgegangen zu sein (Abb. 30).
Trotz der Größe des anscheinend vorliegen
den Rückgangs, von 1,7 auf 0,7 mg/kg, müssen
Trendaussagen hier noch mit Vorsicht behandelt
werden. Die Cadmiumgehalte liegen immer noch
deutlich über den für dieses Gebiet geschätzten
Hintergrundwerten von 0,1 mg/kg.
Die hier nicht vorgestellten Verteilungen von
Arsen, Vanadium, Chrom, Nickel und Cobalt kön
nen nicht mit anthropogenen Einträgen in Zusam
menhang gebracht werden.
Zusammenfassung: Regionale Unterschiede
der Kontamination von Sedimenten der Nordsee
mit Quecksilber, Cadmium, Blei und Zink wurden
frühzeitig nachgewiesen. Eindeutiger Schwer
punkt der Kontamination mit Quecksilber, Cad
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