Range, P.: Das Klima von Kuibis in Deutsch-Südwestafrika, 305
Das Bodenminimum lag im Juli/August 1911 wesentlich tiefer als in den
beiden folgenden Wintern, Die Beobachtungen begannen am 15. Juli 1911. Der
Wert für die zweite Hälfte des Juli war —3.7°, das Luftminimum gleichzeitig
+ 1.2°%, das absolute Minimum — 8.5° am Boden.
Diese tiefen Minima bewirken trotz der sommer warmen Mittagstemperaturen
einen fast völligen Stillstand der Kulturvegetation für etwa 6 Wochen, von Ende
Juni bis Anfang August. . Die Differenz zwischen dem Minimum der Boden-
temperatur und dem der Lufttemperatur ist im August am größten (im drei-
jährigen Mittel 5.2°), am kleinsten ist sie im März (im dreijährigen Mittel 3.7°).
Auch der Felsboden kühlt sich im Winter relativ etwas mehr ab als im Sommer,
das Verhältnis der Abkühlung Gartenland : Felsboden : Luft blieb aber stets fast
das gleiche. Die Differenz zwischen Luft und Felsboden ist überhaupt gering,
1.1° im neunmonatlichen Durchschnitt. Bei Wahl eines Lagerplatzes im Freien
wird man darauf Rücksicht zu nehmen haben. Die größten Ausstrahlungs-
differenzen können bis 11° betragen. Sie treten vorzugsweise im Frühling auf,
bedingt durch relative Trockenheit und Luftruhe, bei der die Abkühlung durch
Ausstrahlung ungehindert vor sich geht.
Tabelle 17. Häufigkeit der Differenzen zwischen Luft- und Bodenminimum von mehr als 7°.
Ikt. | Nov. | Dez. | Jahr
[911
[912
1912
iQ14
3
(23)
9
Q
Temperaturminimum bei Differenzen von mehr als 10°
zwischen Luft- und Bodenoberfläche.
Luft Boden
9.2 1.8 11.2}
8.3 —2.7 11.0
6.1 —38.9 19.0
8. September |
LO. „
12. #
Die Zahlen schwanken stark in den verschiedenen Jahren, am intensivsten war die Spannung
im September 1911, im Monatsmittel 6.1°.
Die Erdbodentemperatur in 1 m Tiefe betrug 22° im Durchschnitt der
Jahre 1912 und 1913. Sie lag 3.1° höher als die Lufttemperatur im gleichen
Zeitraum. Der Betrag ist selbst für die niedrige Breite infolge der starken
[nsolation besonders hoch. Am nächsten kommt die Erdbodentemperatur der
mittleren Lufttemperatur im Oktober, in allen übrigen Monaten liegt sie um
mehrere Grade über ihr. Die Differenz ist am größten vom April bis Juni
mit 5%. Die Kellertemperaturen in Häusern sind infolgedessen ziemlich
ungünstig, so daß sich die Anlage von Kellern kaum empfiehlt. Die nachfolgende
Tab. 18 veranschaulicht das im einzelnen.
Tabelle 18. Zweijährige Mittelwerte der Erdbodentemperaturen in 1m Tiefe 1912/13.
Luft Boden
‚ September 1911 9.7 -05
2 Juli 1912 6.8 5
4
10.2
10.2
Jan. . Febr. März |April] Mai !Juni! Juli !Aug.] Sept.| Okt, ı Nov.
Dez.
Jahr
Erdbodentemperatur in
1m Tiefe ..........
Lufttemperatur ......
Differenz .
26.9 22.0
25.2118,9
u. 27 46| 83.7 5.4! 5.0| 46! 8.11 1.41 28! 071 231 171] 8.1
28.2
923.6!
27.0| 24.0 [20.0 | 16.8 15.1 15.8] 17.8
23.3 18.6'15.01727'120'144 15.0
21.1
20.4
Die Tagesschwankung in 1m Tiefe ist trotz
der täglichen großen Lufttemperaturschwankung
unwesentlich und überstieg niemals einige Zehntel-
grade, wiedurch wiederholte Kontrollmessungen
festgestellt wurde. Die Grundwassertempe-
ratur wurde in einem 15 m tiefen Röhrenbrunnen
gemessen. Sie ergab nebenstehende Werte:
'308..... ..
908........
rer
Wele eu nn
ET
28.0
22.6
22.7
92.7
4
Ablesung
Ablesungen
Ablesung
5
3
922,5
»”
ılesungen
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Mittelwert ..
v 35
1 31 Ablesungen
) 16, bis 31. Juli,
Ann. d. Hydr. usw. 1942, Heilt X.