Schwermetalle
ein interpretierbares Bild zu liefern, das erstmals
Hinweise auf einen Rückgang der Gehalte von
Quecksilber in Sedimenten der Deutschen Bucht
liefert.
Inzwischen ist deutlich geworden, daß ne
ben denen des Quecksilbers auch die Gehalte
von Cadmium, Kupfer und Zink in den Sedimen
ten der inneren Deutschen Bucht zurückgehen.
Auch für Blei deutet sich ein Rückgang an.
Zu den einzelnen Elementen lassen sich fol
gende Aussagen machen:
- Quecksilber: Abb. 28 zeigt die Verteilung
des Quecksibers in der Feinkornfraktion von Se
dimenten aus der Nordsee. Für diese Darstellung,
wie auch für die folgenden Darstellungen, wurden
die Einzelwerte über Felder von 0,25° Breite und
0,5° Länge aggregiert. Auffallend sind die hohen
Gehalte in der Deutschen Bucht und die von hier
aus nur langsam nach Norden abklingenden
Werte. Dies zeugt von einem weitreichenden
Transport dieses Elements. Tatsächlich sind die
Sedimente der Nordsee großflächig mit Quecksil
ber kontaminiert. Erst die in der äußersten nord
westlichen Nordsee gefundenen Werte liegen
nahe bei den „Hintergrundwerten“. Auch die sehr
sandigen Sedimente in der Deutschen Bucht und
im Küstenvorfeld der Niederlande und Däne
marks besitzen hohe Gehalte von Quecksilber in
der Feinkornfraktion. Diese Gebiete gelten als
dispersiv, hier gibt es keine Netto-Sedimentation.
In Zeiten der Ruhe kann sich aber auch hier fein
körniges Material auf der Sedimentoberfläche ab
lagern. Durch Vermischungsvorgänge, erzeugt
durch Bioturbation, durch Fischereiaktivitäten
oder durch Seegangseinwirkung, kann dieses
Material in das Sediment eingearbeitet werden.
Längerfristig wird dieser Eintrag durch Resuspen-
sion wieder ausgeglichen. Dieses Wechselspiel
öffnet den Weg für den Eintrag von Stoffen auch
in Sedimente dispersiver Gebiete.
Abb. 28 zeigt den zeitlichen Verlauf des
Quecksilbers in dem Schlickgebiet der inneren
Deutschen Bucht. Es werden Einzelwerte und
eine geglättete Trendfunktion gezeigt. Trotz der
starken Streuung der Einzelwerte ist ein kräftiger
Rückgang evident. Der abfallende Trend wird
offensichtlich durch den Oberwasserabfluß der
Elbe moduliert. Es sei bemerkt, daß dieser Rück
gang bereits vor der „Wende“ 1989 eingesetzt
hat. Aber auch die in den letzten Jahren hier
ermittelten Werte sind immer noch sehr hoch, ver
glichen mit den Hintergrundwerten von 0,02 bis
0,04 mg/kg.
Der Rückgang des Quecksilbers ist nicht auf
dieses Gebiet beschränkt. Auch auf dem Borkum
Riffgrund, in den Sandgebieten nordwestlich Hel
golands (dem ehemaligen Einbringungsgebiet für
Dünnsäure) und vor der Insel Sylt nimmt das
Quecksilber ab.
- Kupfer: Die Verteilung des Kupfers in der
Feinkornfraktion von Sedimenten der Nordsee ist
relativ gleichförmig, und es bedurfte erst der Un
tersuchung von Sedimentkernen in der Mitte der
achtziger Jahre, um festzustellen, daß auch die
ses Element in den Sedimenten der Deutschen
Bucht angereichert ist. Die Anreicherung wurde
später auch durch ihren Rückgang deutlich.
Abb. 29 zeigt den zeitlichen Verlauf des
Kupfers in den Sedimenten aus dem Schlickge
biet der inneren Deutschen Bucht. Die aktuellen
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