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Full text: Jahresbericht 1998

Schwermetalle 
ein interpretierbares Bild zu liefern, das erstmals 
Hinweise auf einen Rückgang der Gehalte von 
Quecksilber in Sedimenten der Deutschen Bucht 
liefert. 
Inzwischen ist deutlich geworden, daß ne 
ben denen des Quecksilbers auch die Gehalte 
von Cadmium, Kupfer und Zink in den Sedimen 
ten der inneren Deutschen Bucht zurückgehen. 
Auch für Blei deutet sich ein Rückgang an. 
Zu den einzelnen Elementen lassen sich fol 
gende Aussagen machen: 
- Quecksilber: Abb. 28 zeigt die Verteilung 
des Quecksibers in der Feinkornfraktion von Se 
dimenten aus der Nordsee. Für diese Darstellung, 
wie auch für die folgenden Darstellungen, wurden 
die Einzelwerte über Felder von 0,25° Breite und 
0,5° Länge aggregiert. Auffallend sind die hohen 
Gehalte in der Deutschen Bucht und die von hier 
aus nur langsam nach Norden abklingenden 
Werte. Dies zeugt von einem weitreichenden 
Transport dieses Elements. Tatsächlich sind die 
Sedimente der Nordsee großflächig mit Quecksil 
ber kontaminiert. Erst die in der äußersten nord 
westlichen Nordsee gefundenen Werte liegen 
nahe bei den „Hintergrundwerten“. Auch die sehr 
sandigen Sedimente in der Deutschen Bucht und 
im Küstenvorfeld der Niederlande und Däne 
marks besitzen hohe Gehalte von Quecksilber in 
der Feinkornfraktion. Diese Gebiete gelten als 
dispersiv, hier gibt es keine Netto-Sedimentation. 
In Zeiten der Ruhe kann sich aber auch hier fein 
körniges Material auf der Sedimentoberfläche ab 
lagern. Durch Vermischungsvorgänge, erzeugt 
durch Bioturbation, durch Fischereiaktivitäten 
oder durch Seegangseinwirkung, kann dieses 
Material in das Sediment eingearbeitet werden. 
Längerfristig wird dieser Eintrag durch Resuspen- 
sion wieder ausgeglichen. Dieses Wechselspiel 
öffnet den Weg für den Eintrag von Stoffen auch 
in Sedimente dispersiver Gebiete. 
Abb. 28 zeigt den zeitlichen Verlauf des 
Quecksilbers in dem Schlickgebiet der inneren 
Deutschen Bucht. Es werden Einzelwerte und 
eine geglättete Trendfunktion gezeigt. Trotz der 
starken Streuung der Einzelwerte ist ein kräftiger 
Rückgang evident. Der abfallende Trend wird 
offensichtlich durch den Oberwasserabfluß der 
Elbe moduliert. Es sei bemerkt, daß dieser Rück 
gang bereits vor der „Wende“ 1989 eingesetzt 
hat. Aber auch die in den letzten Jahren hier 
ermittelten Werte sind immer noch sehr hoch, ver 
glichen mit den Hintergrundwerten von 0,02 bis 
0,04 mg/kg. 
Der Rückgang des Quecksilbers ist nicht auf 
dieses Gebiet beschränkt. Auch auf dem Borkum 
Riffgrund, in den Sandgebieten nordwestlich Hel 
golands (dem ehemaligen Einbringungsgebiet für 
Dünnsäure) und vor der Insel Sylt nimmt das 
Quecksilber ab. 
- Kupfer: Die Verteilung des Kupfers in der 
Feinkornfraktion von Sedimenten der Nordsee ist 
relativ gleichförmig, und es bedurfte erst der Un 
tersuchung von Sedimentkernen in der Mitte der 
achtziger Jahre, um festzustellen, daß auch die 
ses Element in den Sedimenten der Deutschen 
Bucht angereichert ist. Die Anreicherung wurde 
später auch durch ihren Rückgang deutlich. 
Abb. 29 zeigt den zeitlichen Verlauf des 
Kupfers in den Sedimenten aus dem Schlickge 
biet der inneren Deutschen Bucht. Die aktuellen 
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