Schwermetalle
die Entsorgung von Offshore-Anlagen und inter
nationale Vereinbarungen zum Schutz der Ant
arktis.
24 Jahre Schwermetalluntersu
chung in Sedimenten: Räumliche
Verteilung in der Nordsee und
zeitliche Trends in der Deutschen
Bucht
Die erste systematische Untersuchung über
die Verteilung von Schwermetallen in Sedimenten
der Deutschen Bucht erfolgte im April 1975. Da
mals wurde ein Netz von 20 Stationen über die
Deutsche Bucht gelegt. Die hier genommenen
Sedimente wurden ohne vorherige Zerlegung in
Korngrößenfraktionen auf die Elemente Quecksil
ber, Cadmium, Blei, Zink, Kupfer, Chrom, Eisen
und Mangan analysiert. Der Sedimentverteilung
in der Deutschen Bucht entsprechend, bestand
die Mehrzahl der untersuchten Proben aus San
dern Diese bestehen vorwiegend aus Quarz und
weisen nur geringe Schwermetallgehalte auf. Es
war deshalb schwierig, die Elementgehalte einzu
ordnen und zu bewerten. Dennoch wurden be
reits Hinweise auf Anreicherungen von Cadmium,
Quecksilber, Blei und Zink in den Sedimenten der
inneren Deutschen Bucht erhalten.
An dieser Einschätzung änderte sich nicht
viel, bis erstmals im Jahr 1981 die Feinkornfrak
tion (Teilchengröße < 20 pm) aus den Sedimen
ten abgetrennt und analysiert wurde. Die Fein
kornfraktion enthält relativ wenig verdünnenden
Quarz, so daß anthropogene Signale an dieser
Fraktion leichter zu erkennen sind. Tatsächlich
wurden nun, obwohl 1981 nur wenige Proben ge
nommen und analysiert wurden, klare regionale
Unterschiede erkennbar. Die bereits in vorange
gangenen Jahren erzielten Hinweise auf Anrei
cherungen von Schwermetallen in der inneren
Deutschen Bucht wurden bestätigt.
Im Jahre 1983 wurde das Stationsnetz von
1975 verdichtet und erneut beprobt. Die hier an
der Feinkornfraktion ermittelte Verteilung des
Quecksilbers spiegelte deutlich den Einfluß der
Elbe als Hauptquelle dieses Elementes für die
Deutsche Bucht wider.
In den folgenden Jahren wurden die Unter
suchungen auf weite Bereiche der Nordsee aus
gedehnt, so daß 1987 erstmals Verteilungen für
die oben genannten Elemente und zusätzlich für
Aluminium, Vanadium, Arsen, Phosphor, organi
schen Kohlenstoff (TOC) und Karbonat-Kohlen
stoff vorgelegt werden konnten.
Das BSH beteiligte sich an der „1990/1991
Baseline Study of Contaminants in North Sea Se
diments“. Diese Studie sollte auf der Untersu
chung von nicht fraktionierten Sedimenten, dem
„Gesamtsediment“ beruhen. Die Auswertung der
am Gesamtsediment gewonnenen Daten gestal
tete sich schwierig. Obwohl Hinweise auf Konta
mination in einigen Ästuarien erhalten wurden,
gelang es nicht, ein konsistentes Bild für die Nord
see zu erzeugen. Es wurden deshalb auch die
vom BSH an der Feinkornfraktion gewonnenen
Ergebnisse hinzugezogen. Hierdurch gelang es,
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