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Full text: Jahresbericht 1998

Untersuchungen 
erreicht. Der Windstau verfügt über ein Kurzzeit- 
gedächnis, das sich die zwei unmittelbar vorange 
gangenen Wasserstandsextrema „merken“ kann. 
Eine optimale Anpassung des Modells an 
die Messungen wurde mittels mehrdimensionaler, 
linearer Ausgleichsrechnung nach der „Methode 
der kleinsten Quadrate“ erreicht. So entstanden 
vier Koeffizientensätze, jeweils für Hoch- und 
Niedrigwasser bei auf- und ablandigen Winden. 
Mit einem unabhängigen Datensatz des Jahres 
1994 konnte eine deutliche Verbesserung nach 
gewiesen werden. Es ist anzunehmen, daß mit 
dem neuen Verfahren die Treffsicherheit des 
Wasserstandsvorhersagedienstes gesteigert wer 
den kann. 
Ostsee-Proqramm Umwelt und Strömung 
(OPUS) 
Die 1993-1998 durchgeführten Strömungs 
messungen in der westlichen Ostsee im Rahmen 
des BSH-Programms OPUS sind in Form von 
Zeitreihen, Vektordiagrammen und Statistiken zu 
sammenfassend dargestellt worden. Zusammen 
mit den Strömungsdaten werden Wind- und Luft 
druckdaten von Puttgarden, Boltenhagen und 
Warnemünde gezeigt. Das Meßgebiet erstreckt 
sich vom Fehmarnbelt bis zur Lübecker und 
Mecklenburger Bucht. 
Ziel der Untersuchung ist es, den Wasser 
austausch der Buchten mit den regionalen Ein- 
und Ausstromvorgängen in den Hauptdurchfluß 
rinnen Fehmarnbelt u. Kadetrinne für verschie 
dene hydrographische und meteorologische 
Szenarien zu bestimmen. Eine ungeklärte Frage 
ist hierbei: In welchem Maße werden die beiden 
Buchten in den regionalen Wasseraustausch zwi 
schen Nordsee und Ostsee einbezogen? 
Es ist davon auszugehen, daß der lokale 
Wasseraustausch (und damit auch der Austausch 
gelöster Stoffe im Wasser) mit den regionalen 
Austauschvorgängen in der „Hauptdurchfluß 
rinne“ vom jeweiligen aktuellen Füllungsgrad der 
Buchten abhängt. 
Die meisten Strömungsdaten sind im Feh 
marnbelt in der Umgebung der Position der 
Großtonne „Fehmarnbelt“ mit Akustischen Dopp 
ler-Profilstrommessern (ADCP) und Aanderaa 
Strömungsmessern gewonnen worden. Das Insti 
tut für Ostseeforschung Warnemünde war dort im 
Frühjahr 1998 mit zwei Verankerungen beteiligt. 
Der relativ glatte Verlauf der Strömung nach Süd 
osten in Bodennähe über die gesamte Meßzeit 
von über 8 Monaten läßt einen stetigen, für die 
Unterschicht im Fehmarnbelt typischen, Einstrom 
in Richtung Ostsee erkennen. In Oberflächen 
nähe treten aber erhebliche Schwankungen der 
Strömungsrichtung auf, die im Fehmarnbelt ab 
wechselnde Einstrom- und Ausstromsituationen 
andeuten. 
Die maximalen Strömungsgeschwindigkeiten 
(Stundenmittelwert) im Fehmarnbelt erreichen in 
der Oberschicht 0,8-1,0 m/s und in der Unter 
schicht dicht über dem Meeresboden 0,5-0,8 m/s. 
In extremen Fällen können die ungemittelten 
Geschwindigkeiten sehr kurzfristig an der Meeres 
oberfläche 2,0-2,5 m/s und am Boden 1,5-2,0 m/s 
betragen. Derartige Zahlen sind für die Messung 
von Bauwerken im Fehmarnbeit (z. B. für die ge 
plante feste Verkehrsverbindung über den Feh 
marnbelt) von Bedeutung. 
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