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Full text: Jahresbericht 1998

Untersuchungen 
Dabei wurden durch die Boje signifikante Wellen 
höhen bis zu 6 m registriert. Der Vergleich der 
Bojenmeßdaten mit den Modelldaten des nächst 
gelegenen Gitterpunktes zeigt eine gute Über 
einstimmung zwischen Modell und Messung 
(Abb. 26). Die gute Übereinstimmung kam auch 
dadurch zustande, daß die von den Modellen des 
DWD vorhergesagten Windverhältnisse sowohl in 
Stärke als auch in Richtung die Realität sehr gut 
getroffen hatten. 
Im Rahmen von Überwachungsaufgaben 
waren im Meßgebiet bei 60 m Wassertiefe in 1,5 m 
Abstand über dem Meeresboden Trübungsmeß 
geräte im Einsatz. Mit diesen Geräten sollte die 
Resuspension von Schwebstoffen bei Sturmer 
eignissen erfaßt werden. Nur wenige Spitzen 
werte der Trübungszeitreihe konnten mit Hilfe der 
Daten der Seegangsboje den Sturmereignissen 
zugeordnet werden. Im Vergleich dazu lieferte 
das numerische Vorhersagemodell Zeitreihen 
der Dünung, mit der fast alle starken Trübungser 
eignisse gut erklärbar wurden. Das Vorhersage 
modell hat sich im geschilderten Fall als gutes 
Hilfsmittel zur Interpretation von Naturbeobach 
tungen erwiesen. 
Neue empirische Windstauformeln für die 
Deutsche Bucht 
In einem Tidegebiet wird unter Windstau die 
Differenz zwischen eingetretenem und astrono 
misch vorausberechnetem Wasserstand verstan 
den. Nach dieser Definition gehören zum Wind 
stau auch Störungen, die außerhalb der Deut 
schen Bucht entstehen, wie z. B. Fernwellen. 
In den Jahren 1965 bis 1969 wurden im Deut 
schen Hydrographischen Institut (DHI) umfangrei 
che Untersuchungen durchgeführt, mit dem Ziel, 
„die aus Gezeiten und Windstau durch nichtli 
neare Superposition resultierende Wasserstands 
änderung in einem umfassenden Ansatz darzu 
stellen” (DHI, Jahresbericht 1966). Es wurde ein 
Ansatz abgeleitet, der den Windstau durch Wind 
stärke, -richtung, Luftdruck sowie Luft- und Was 
sertemperatur ausdrückt. Basis waren stündliche 
Pegeldaten Cuxhavens 1951 bis 1969 sowie die 
zugehörigen meteorologischen Daten aus den 
2stündlichen Beobachtungen der zu dieser Zeit in 
der Deutschen Bucht vorhandenen Feuerschiffe. 
Nach erfolgreichem Abschluß der Analysen sind 
die Ergebnisse in die Praxis des Wasserstands 
und Sturmflutwarndienstes eingeflossen. 
Weitergehende Anforderungen insbeson 
dere der Schiffahrt auf der Elbe erforderten nun 
eine Ergänzung der bislang verwendeten Ansätze 
und eine Neuberechnung der Koeffizientensätze 
anhand von Daten aus dem Zeitraum 1988 bis 
1993. Eine Neuberechnung war auch notwendig, 
da mittlerweile Wettermeldungen von den be 
mannten Feuerschiffen in der Deutschen Bucht 
durch automatische Meßsysteme ersetzt worden 
waren. 
Im neuen Ansatz wurden Fernwellen und die 
Persistenz des Windstaus zusätzlich berücksich 
tigt. Fernwellen, die von der schottischen Ostkü 
ste bis in die Deutsche Bucht laufen, treten her 
vor, wenn gleichzeitig Windstille in der Deutschen 
Bucht herrscht. Auf der Basis einiger Fälle aus 
dem Zeitraum 1988 bis 1993 konnte eine Laufzeit 
von etwa 12 h abgeschätzt werden. Eine weitere 
Verbesserung des Modells wurde durch Berück 
sichtigung der Persistenz des lokalen Staus 
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