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Full text: Jahresbericht 1998

Untersuchungen 
Bei dem Vorhaben ging es hauptsächlich um län 
gerfristige Strömungsuntersuchungen im Hör 
num-Tidebecken und dessen unmittelbarer Nach 
barschaft. 
Ziel war, anhand von Strömungsmessungen 
Im Frühjahr und Herbst 1996 die unterschied 
lichen Füll- und Entleerungsvorgänge des Ti 
debeckens in Abhängigkeit von Gezeiten und 
aktuellen Windverhältnissen zu untersuchen. Ins 
besondere sollten die Daten dazu dienen, die 
Wasseraustauschraten und -bilanzen von und zur 
Nordsee durch den Querschnitt zwischen Sylt 
und Amrum nach Abzug des Gezeitenstroms ab 
zuschätzen. 
Die auf der Basis der Strömungsmeßer 
gebnisse berechneten mittleren Transporte zei 
gen, daß zwischen Sylt und Amrum ein starker 
Netto-Wasserversatz in Richtung Nordsee von 
31-115 x 10 6 m 3 /Tide vorhanden ist. Zum Aus 
gleich dieses „Wasserverlustes“ des Hörnumer 
Tidebeckens finden sowohl Im Profil zwischen 
Amrum und Föhr als auch über die Föhrer Schul 
ter, zwischen Föhr und dem Festland, kräftige 
Wassertransporte aus dem Einzugsgebiet der 
Norderaue in Richtung Norden statt. Die für diese 
Gebiete ermittelten Transportmengen betragen 
15-23 x 10 6 nTYTIde (zwischen Amrum und Föhr) 
und 21-35 x 10 6 m 3 /Tide (zwischen Föhr und 
Festland). 
Materialinventur an der deutschen Nordseeküste 
(KFKI-Projekt) 
Das vom BMBF geförderte Forschungsvor 
haben wurde nach dreijähriger Laufzeit abge 
schlossen. Ziel war es, das Volumen der Locker 
sedimente vor der deutschen Nordseeküste, die 
ständigen Umlagerungsprozessen am Meeres 
boden durch Seegang und Strömung unterworfen 
sind, zu ermitteln. Der untersuchte Tiefenbereich 
erstreckt sich von der Niedrigwasserlinie außer 
halb der Wattgebiete bis zur 20-m-Tiefenlinie. 
Die Basis der mobilen Lockersedimente wur 
de auf einem reflexionsseismischen Profilnetz mit 
einem Abstand von zwei Breiten- und drei Län 
genminuten hochauflösend erfaßt und unter Ver 
wendung von 31 neuen Vibrobohrungen sowie 
alter Bohrdaten auskartiert. 
Im Ergebnis weist die Mächtigkeitsverteilung 
eine dreizonale, küstenparallele Gliederung auf. 
Zwischen Amrum und Wangerooge findet man 
zwischen der Niedrigwasserlinie und 10 m Was 
sertiefe (Zone 1) die größte Sedimentakkumu 
lation mit Mächtigkeiten bis max. 10 ± 2,5 m. In 
Zone 2 (bis 15 m Wassertiefe) läßt sich mit Aus 
nahme der Helgoländer Bucht ein Streifen mit 
geringer Bedeckung von 0,4 bis 1,5 m ausgliedern, 
der auf die Dominanz erosiver Prozesse in dieser 
Tiefenzone hinweist. In Wassertiefen über 15 m 
können die Sedimentmächtigkeiten auf 2 bis 3 m 
zunehmen (Zone 3). Im schleswig-holsteinischen 
Küstenvorfeld wird diese Gliederung von Rinnen 
unterbrochen, die ebenso wie die Amrumbank als 
Sedimentfänger für umlagerungsfähiges Material 
wirken. 
Das Volumen der nordseezeitlichen Sedi 
mente beträgt im Untersuchungsgebiet 18 ±11 
Mrd. m 3 . Da das gesamte Küstengebiet nicht 
synoptisch vermessen werden konnte, ist das Er 
gebnis aufgrund ständiger Umlagerungsprozesse 
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