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Full text: Jahresbericht 1998

Meeresüberwachung 
Im Juni wurde das vom UBA geförderte 
Projekt „Spülsaumkontrollen an der deutschen 
Nordseeküste - Bestimmung, Quantifizierung und 
Bewertung der Öleinträge in der Nordsee“ begon 
nen. In diesem Projekt wurden bisher ca. 130 
Strand- und Gefiederproben analysiert. 
Überwachung des meeresphysikalischen 
Zustandes der Deutschen Bucht und der Nordsee 
Zur Aufnahme des meeresphysikalischen 
Zustandes der Deutschen Bucht und der Nordsee 
wurde das geschleppte CTD-System des BSH 
Delphin eingesetzt. Zusätzlich zu den Parametern 
Temperatur und Salzgehalt (Leitfähigkeit) war der 
Delphin mit Sensoren zur Messung von Trübung, 
Chlorophyll und gelöstem Sauerstoff bestückt 
(Abb. 22). 
Die meeresphysikalischen Bedingungen der 
Deutschen Bucht wurden auf den Kursen zwi 
schen den im BLMP festgelegten Überwachungs 
stationen erfaßt. Die Nordsee wurde dann im 
wesentlichen mit West-Ost-Profilen und den ver 
bindenden Süd-Nord-Profilen überdeckt. Der mee 
resphysikalische Zustand der Nordsee, gemes 
sen an den langjährigen Mittelwerten, ist nach 
den ersten Auswertungen wie folgt zu bewerten: 
Die Oberflächentemperatur der Nordsee 
entsprach weitgehend den langjährig mittleren 
Verhältnissen mit einer schwachen Tendenz zu 
geringfügig höheren Temperaturen. Die Vertei 
lung des Oberflächensalzgehalts zeigte keine 
besonderen Auffälligkeiten, abgesehen von ei 
nem weiter nach Westen reichenden Baltischen 
Ausstrom aus dem Skagerrak. Auffällig war die 
geringe Dicke der Deckschicht über der Norwegi 
schen Rinne, die teilweise nur bei etwa 5 m lag 
und vermutlich auch der Grund für den weiten 
westlichen Vorstoß salzärmeren Wassers aus 
dem Skagerrak ist. Der Einstrom atlantischen 
Wassers mit dem Fair-Isle-Strom wies mit 35,3 
relativ hohe Salzgehalte auf. Insgesamt zeigen 
diese und andere Beobachtungen in der nörd 
lichen Nordsee höhere Salzgehalte (bis >35,4), 
die auf einen verstärkten atlantischen Einfluß hin- 
weisen. 
Auch die Schichtungsverhältnisse wichen 
nur geringfügig von den mittleren Bedingungen 
ab. Die Temperaturen der Deckschicht nahmen 
von Westen (schottische Ostküste, ~13°C) nach 
Osten vor die dänische Küste auf >15,5°C zu. 
Die Sprungschichttiefe lag generell bei etwa 
20 bis 30 m Tiefe, wobei gelegentlich eine dop 
pelte bzw. eine in zwei stärkere Gradientenzonen 
geteilte Sprungschicht auftrat. Mit Temperaturen 
über 7 °C war das Bodenwasser - bedingt durch 
den milden Winter 1997/98 - wärmer als normal. 
Abb. 23 zeigt einen Schnitt durch die Deut 
sche Bucht (von den Ostfriesischen zu den Nord 
friesischen Inseln). Über dem Elbtal (Tiefen bis 
40 m) wurde salzreicheres Wasser der Nordsee 
angetroffen. Der Elbeaustrom des salzärmeren 
Wassers führte zu thermischer Schichtung und 
damit auch einer Isolation des im Elbtal liegenden 
kälteren und salzhaltigeren Wassers. Dieser Ab 
schluß macht sich bemerkbar in der hier gezeig 
ten Sauerstoffverteilung. Dort wurden mit Sauer 
stoffsättigungswerten unter 60% die niedrigsten 
Werte der gesamten Nordsee gefunden. Auf 
allen anderen Schnitten in der Deutschen Bucht 
und der Nordsee wurden Sättigungswerte von 
über 80% angetroffen. 
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