Meeresüberwachung
Im Juni wurde das vom UBA geförderte
Projekt „Spülsaumkontrollen an der deutschen
Nordseeküste - Bestimmung, Quantifizierung und
Bewertung der Öleinträge in der Nordsee“ begon
nen. In diesem Projekt wurden bisher ca. 130
Strand- und Gefiederproben analysiert.
Überwachung des meeresphysikalischen
Zustandes der Deutschen Bucht und der Nordsee
Zur Aufnahme des meeresphysikalischen
Zustandes der Deutschen Bucht und der Nordsee
wurde das geschleppte CTD-System des BSH
Delphin eingesetzt. Zusätzlich zu den Parametern
Temperatur und Salzgehalt (Leitfähigkeit) war der
Delphin mit Sensoren zur Messung von Trübung,
Chlorophyll und gelöstem Sauerstoff bestückt
(Abb. 22).
Die meeresphysikalischen Bedingungen der
Deutschen Bucht wurden auf den Kursen zwi
schen den im BLMP festgelegten Überwachungs
stationen erfaßt. Die Nordsee wurde dann im
wesentlichen mit West-Ost-Profilen und den ver
bindenden Süd-Nord-Profilen überdeckt. Der mee
resphysikalische Zustand der Nordsee, gemes
sen an den langjährigen Mittelwerten, ist nach
den ersten Auswertungen wie folgt zu bewerten:
Die Oberflächentemperatur der Nordsee
entsprach weitgehend den langjährig mittleren
Verhältnissen mit einer schwachen Tendenz zu
geringfügig höheren Temperaturen. Die Vertei
lung des Oberflächensalzgehalts zeigte keine
besonderen Auffälligkeiten, abgesehen von ei
nem weiter nach Westen reichenden Baltischen
Ausstrom aus dem Skagerrak. Auffällig war die
geringe Dicke der Deckschicht über der Norwegi
schen Rinne, die teilweise nur bei etwa 5 m lag
und vermutlich auch der Grund für den weiten
westlichen Vorstoß salzärmeren Wassers aus
dem Skagerrak ist. Der Einstrom atlantischen
Wassers mit dem Fair-Isle-Strom wies mit 35,3
relativ hohe Salzgehalte auf. Insgesamt zeigen
diese und andere Beobachtungen in der nörd
lichen Nordsee höhere Salzgehalte (bis >35,4),
die auf einen verstärkten atlantischen Einfluß hin-
weisen.
Auch die Schichtungsverhältnisse wichen
nur geringfügig von den mittleren Bedingungen
ab. Die Temperaturen der Deckschicht nahmen
von Westen (schottische Ostküste, ~13°C) nach
Osten vor die dänische Küste auf >15,5°C zu.
Die Sprungschichttiefe lag generell bei etwa
20 bis 30 m Tiefe, wobei gelegentlich eine dop
pelte bzw. eine in zwei stärkere Gradientenzonen
geteilte Sprungschicht auftrat. Mit Temperaturen
über 7 °C war das Bodenwasser - bedingt durch
den milden Winter 1997/98 - wärmer als normal.
Abb. 23 zeigt einen Schnitt durch die Deut
sche Bucht (von den Ostfriesischen zu den Nord
friesischen Inseln). Über dem Elbtal (Tiefen bis
40 m) wurde salzreicheres Wasser der Nordsee
angetroffen. Der Elbeaustrom des salzärmeren
Wassers führte zu thermischer Schichtung und
damit auch einer Isolation des im Elbtal liegenden
kälteren und salzhaltigeren Wassers. Dieser Ab
schluß macht sich bemerkbar in der hier gezeig
ten Sauerstoffverteilung. Dort wurden mit Sauer
stoffsättigungswerten unter 60% die niedrigsten
Werte der gesamten Nordsee gefunden. Auf
allen anderen Schnitten in der Deutschen Bucht
und der Nordsee wurden Sättigungswerte von
über 80% angetroffen.
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