4. Kaltdampf-Atomabsorptionsspektralphotometrie
(CVAAS) speziell für Quecksilber.
Außer dem BSH haben zwei andere Laboratorien
dieses wichtige Schwermetall auf der GIP-ME-Relse
bestimmt; In einer späteren Arbeitssitzung
haben die Teilnehmer übereinstimmend
beschlossen, die Quecksilberdaten
nicht weiter zu berücksichtigen, da bei der extrem
niedrigen Konzentration des Quecksilbers
Im Ozeanwasser anscheinend schwerwiegende
Kontaminationsprobleme bei allen
drei Arbeitsgruppen aufgetreten waren.
Ganz allgemein kann schon jetzt gesagt
werden, daß von den Teilnehmern der METEOR-Reise
extrem niedrige Gehalte von Schwermetallen,
Metalloiden und einigen Nichtmetallen In einer
sehr großen Zahl von Proben gemessen werden
konnten. Es konnte gezeigt werden, daß vor
allem die Tiefwassermassen des offenen Ozeans
in der östlichen Hälfte des Süd- und des Nordatlantiks,
die weit entfernt (sowohl in Zeit als auch
Raum) von anthropogenen Quellen der Verunreinigung
durch die meisten Metalle sind, diese sehr
niedrigen Konzentrationen aufweisen. Das BSH
hat aus den Messungen der METEOR-Reise für
GIPME mehr als 80 getrennte graphische Darstellungen
der Tiefenprofile von Konzentrationen
einzelner Spurenmetalle für die vier Tiefwasserstationen
mit bis zu 36 Tiefenstufen von filtrierten
und unfiltrierten Wasserproben gewinnen können.
Auf diesen vielen Tiefenprofilen sind hier
zwei typische Beispiele ausgewählt worden; die
vollständigen Datensätze und graphischen Darstellungen
sollen zusammen mit vertiefenden
geochemischen Diskussionen der Ergebnisse
publiziert werden.
Schwermetalle
Abb. 25 bringt das Tiefenprofil für „partikuläres“
Mangan (in unfiltrierten Wasserproben) auf
der Station Nr. 5 über der Kap Verde-Tiefsee-Ebene:
Diese ist in einem Meeresgebiet gelegen,
das sehr stark durch den Nordostpassat beeinflußt
wird, der sehr häufig große Mengen von
Sahara-Wüstenstaub über weite Strecken des Atlantik
bläst. Mangan gilt als ein typisches Spurenelement,
das terrestrischen Eintrag über die Luft
zeigt; entsprechend sieht man hier ein extrem
hohes Maximum für das partikuläre Mangan in
der Oberflächenwasserschicht des Meeres.
Ein ganz anders geartetes Beispiel zeigt
Abb. 26: Das Tiefenprofil für partikuläres Blei auf
Station Nr. 4 nordöstlich der Insel Madeira und
westlich der Straße von Gibraltar zeigt das typische
Phänomen eines Maximums des Schwermetalls
bei einer Tiefe von etwa 800 m, die die
„Zunge“ von Mittelmeer-Ausflußwasser hoher Salinität
charakterisiert.
Die Teilnehmer an der METEOR-Reise und
die übrigen an dem Baseline-Projekt beteiligten
Wissenschaftler trafen im April 1991 in Jekyll Island,
Georgia, USA, zusammen, um ihre Daten
zu vergleichen. Eine gemeinsame Veröffentlichung
der Arbeiten wurde geplant. Auf einer speziellen
Sitzung über das GIPME-Unternehmen
mit FS METEOR auf einem Kongreß im Januar
1992 in New Orleans, Lousiana, USA, wurden
weitere neue Ergebnisse präsentiert. Außerdem
wurde dort die nächste Expedition für die GIPME-Basellne-Studien
im Atlantik geplant. Für diese
ist eine Seereise mit dem kanadischen Forschungsschiff
CSS HUDSON in den Nordatlantik
im Sommer 1993 vorgesehen.
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