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Volltext : Jahresbericht 1992

4.  Kaltdampf-Atomabsorptionsspektralphotometrie ­
  (CVAAS)  speziell  für  Quecksilber.
Außer  dem  BSH  haben  zwei  andere  Laboratorien ­
  dieses  wichtige  Schwermetall  auf  der  GIP-ME-Relse
  bestimmt;  In  einer  späteren  Arbeitssitzung ­
  haben  die  Teilnehmer  übereinstimmend ­
  beschlossen,  die  Quecksilberdaten
nicht  weiter  zu  berücksichtigen,  da  bei  der  extrem ­
  niedrigen  Konzentration  des  Quecksilbers ­
  Im  Ozeanwasser  anscheinend  schwerwiegende ­
  Kontaminationsprobleme  bei  allen
drei  Arbeitsgruppen  aufgetreten  waren.
Ganz  allgemein  kann  schon  jetzt  gesagt
werden,  daß  von  den  Teilnehmern  der  METEOR-Reise
  extrem  niedrige  Gehalte  von  Schwermetallen, ­
  Metalloiden  und  einigen  Nichtmetallen  In  einer ­
  sehr  großen  Zahl  von  Proben  gemessen  werden ­
  konnten.  Es  konnte  gezeigt  werden,  daß  vor
allem  die  Tiefwassermassen  des  offenen  Ozeans
in  der  östlichen  Hälfte  des  Süd-  und  des  Nordatlantiks, ­
  die  weit  entfernt  (sowohl  in  Zeit  als  auch
Raum)  von  anthropogenen  Quellen  der  Verunreinigung ­
  durch  die  meisten  Metalle  sind,  diese  sehr
niedrigen  Konzentrationen  aufweisen.  Das  BSH
hat  aus  den  Messungen  der  METEOR-Reise  für
GIPME  mehr  als  80  getrennte  graphische  Darstellungen ­
  der  Tiefenprofile  von  Konzentrationen
einzelner  Spurenmetalle  für  die  vier  Tiefwasserstationen ­
  mit  bis  zu  36  Tiefenstufen  von  filtrierten
und  unfiltrierten  Wasserproben  gewinnen  können. ­
  Auf  diesen  vielen  Tiefenprofilen  sind  hier
zwei  typische  Beispiele  ausgewählt  worden;  die
vollständigen  Datensätze  und  graphischen  Darstellungen ­
  sollen  zusammen  mit  vertiefenden
geochemischen  Diskussionen  der  Ergebnisse
publiziert  werden.

Schwermetalle

Abb.  25  bringt  das  Tiefenprofil  für  „partikuläres“ ­
  Mangan  (in  unfiltrierten  Wasserproben)  auf
der  Station  Nr.  5  über  der  Kap  Verde-Tiefsee-Ebene:
  Diese  ist  in  einem  Meeresgebiet  gelegen,
das  sehr  stark  durch  den  Nordostpassat  beeinflußt ­
  wird,  der  sehr  häufig  große  Mengen  von
Sahara-Wüstenstaub  über  weite  Strecken  des  Atlantik ­
  bläst.  Mangan  gilt  als  ein  typisches  Spurenelement, ­
  das  terrestrischen  Eintrag  über  die  Luft
zeigt;  entsprechend  sieht  man  hier  ein  extrem
hohes  Maximum  für  das  partikuläre  Mangan  in
der  Oberflächenwasserschicht  des  Meeres.
Ein  ganz  anders  geartetes  Beispiel  zeigt
Abb.  26:  Das  Tiefenprofil  für  partikuläres  Blei  auf
Station  Nr.  4  nordöstlich  der  Insel  Madeira  und
westlich  der  Straße  von  Gibraltar  zeigt  das  typische ­
  Phänomen  eines  Maximums  des  Schwermetalls ­
  bei  einer  Tiefe  von  etwa  800  m,  die  die
„Zunge“  von  Mittelmeer-Ausflußwasser  hoher  Salinität ­
  charakterisiert.
Die  Teilnehmer  an  der  METEOR-Reise  und
die  übrigen  an  dem  Baseline-Projekt  beteiligten
Wissenschaftler  trafen  im  April  1991  in  Jekyll  Island, ­
  Georgia,  USA,  zusammen,  um  ihre  Daten
zu  vergleichen.  Eine  gemeinsame  Veröffentlichung ­
  der  Arbeiten  wurde  geplant.  Auf  einer  speziellen ­
  Sitzung  über  das  GIPME-Unternehmen
mit  FS  METEOR  auf  einem  Kongreß  im  Januar
1992  in  New  Orleans,  Lousiana,  USA,  wurden
weitere  neue  Ergebnisse  präsentiert.  Außerdem
wurde  dort  die  nächste  Expedition  für  die  GIPME-Basellne-Studien
  im  Atlantik  geplant.  Für  diese
ist  eine  Seereise  mit  dem  kanadischen  Forschungsschiff ­
  CSS  HUDSON  in  den  Nordatlantik
im  Sommer  1993  vorgesehen.

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