Meereskunde
Auf der GIPME-Sitzung in Paris 1986 wurde
die Bundesrepublik Deutschland um Übernahme
des ersten Teils der Tiefwasser-Baseline-Studie
im Atlantik gebeten. Das BSH übernahm die Lei
tung einer international zusammengesetzten Ar
beitsgruppe aus etwa 10 Laboratorien der Atlan
tik-Anrainerstaaten, die sich durch hervorragen
de Qualität ihrer bisherigen Analysenergebnisse
über Schwermetalle im Ozeanwasser ausge
zeichnet haben. Ziel war es, auf etwa der Hälfte
der geplanten 10 Tiefenwasserstationen im östli
chen Teil des Süd- und Nordatlantiks die gegen
wärtige Konzentration und Verteilung von Spu
renmetallen in den wichtigsten Wasserkörpern zu
bestimmen. Die Deutsche Forschungsgemein
schaft (DFG) stellte Schiffszeit auf einer geeigne
ten Reise des FS METEOR zur Verfügung.
Der erste Fahrtabschnitt von Reise Nr. 12
der METEOR begann in Kapstadt (Südafrika) am
13. März 1990 und endete in Funchal, Madeira
(Portugal), am 15. April 1990. Die Arbeitsgruppe
von Spurenmetallchemikern bestand aus 13 Teil
nehmern aus Deutschland (5), USA (4), Kanada
(2), Großbritannien (1) und Schweden (1). Sie
waren für die Probennahme, die Verteilung und
Vorbehandlung der Proben, die unterstützenden
Messungen in der physikalischen Ozeanogra
phie und für die Durchführung der ersten Analy
sen schon an Bord verantwortlich. Zusätzlich
nahmen 8 weitere internationale Wissenschaftler
mit ihren Laboratorien an den Untersuchungen
der Baseline-Studie teil. Für sie wurden große
Probensätze nach speziellen Arbeitsvorschriften,
die durch die Empfängerlaboratorien eingesandt
worden waren, vorbereitet und stabilisiert.
Vier Tiefwasserstationen waren ausgewählt
worden, die nahe zur der Fahrtroute von FS ME
TEOR von Kapstadt nach Madeira gelegen waren
(Abb. 24). Die Stationsnummern und Koordinaten
waren:
(1) Station Nr. 9:
30° S; 8° E Kap-Becken
(2) Station Nr. 7:
15° S; 0° W Angola-Becken
(3) Station Nr. 5:
24° N; 23° W Kap Verde-Tiefsee-Ebene
(4) Station Nr. 4:
34°N;13°W Seine-Tiefsee-Ebene
Eine typische Folge von Schöpferserien an
den vier Tiefwasserstationen bestand aus:
(1) 1. CTD-Sonde mit Kranzwasserschöpfer:
24 Proben tiefe Serie
(2) 1. Schöpferserie, 12 GoFlo-Schöpfer:
tiefe Serie
(3) 2. CTD-Sonde mit Kranzwasserschöpfer:
12 Proben flache Serie
(4) 2. Schöpferserie, 12 GoFlo-Schöpfer:
mittlere Serie
(5) 3. Schöpferserie, 12 GoFlo-Schöpfer:
flache Serie
Bei den Schöpferserien wurden jeweils
sechs 30-I- und sechs 12-l-Niskin-GoFlo-Wasser-
schöpfer in abwechselnder Folge an den Serien
draht gehängt. Gelegentlich wurden zusätzlich
kürzere Schöpferserien und CTD-Sonden gefah
ren, um spezielle Proben für einzelne Teilnehmer
zu gewinnen oder um die Probennahme für ein
zelne Schöpfer zu wiederholen, die vermutlich
nicht vollständig geschlossen hatten.
Zu Beginn jeder Station wurde die Struktur
der Wassersäule durch Aufnahme von Tempera
tur- und Salzgehaltprofilen mit der CTD-Sonde
ermittelt. Aus diesen Daten wurden sogleich die
genauen Tiefen für die Schöpfer am Seriendraht