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Full text: Jahresbericht 1992

Meereskunde 
Schwermetalle in den Wasserkörpern des Atlantischen Ozeans. 
Eine internationale Baseline-Untersuchung zur Ermittlung von 
Hintergrundwerten 
Die Zwischenstaatliche Ozeanographische 
Kommission (IOC) der UNESCO in Paris unter 
hält ein Komitee für die globale Untersuchung der 
Meeresverschmutzung (Committee for the Global 
Investigation of Pollution in the Marine Environ 
ment - GIPME). Schon vom Beginn seiner Tätig 
keit 1973 an diskutiert dieses Komitee über Pläne 
für internationale Baseline-Untersuchungen auf 
Spurenschadstoffe in den Ozeanen der Erde. 
1975 schuf die IOC zusammen mit dem Interna 
tionalen Rat für Meeresforschung (ICES) eine 
kleine Arbeitsgruppe unter der Leitung des BSH, 
die wissenschaftliche Richtlinien für die Durch 
führung solcher Basellne-Studien erarbeitet („Ba 
seline Study Guidelines“). Diese wurden dann Teil 
des „Comprehensive Plan for GIPME“, der die 
Grundlage für die Arbeiten des Komitees in den 
folgenden 10 Jahren bildete. Der Atlantik als der 
bis heute am besten zugängliche Ozean wurde 
ausgewählt, um in der ersten Baseline-Studie in 
seinen wichtigsten Wasserkörpern und Oberflä 
chenströmungssystemen auf Schwermetalle In 
der Wassersäule untersucht zu werden. Auf sei 
ner Sitzung im Jahre 1986 wurde von GIPME 
über einen Arbeitsplan diskutiert, der von seiner 
Untergruppe GEMSI (Group of Experts on Me- 
thods, Standards and Intercalibration) aufgestellt 
wurde. Dieses Papier bildete dann die Grundlage 
für die Planung der ersten Baseline-Studie im 
Atlantik. Das Großprojekt teilt sich in zwei unter 
schiedliche Abschnitte auf (Abb. 23): 
1. („Segment 1“) Charakterisierung der mittleren 
und tiefen Wassermassen. Diese Untersu 
chung soll im günstigsten Fall mit möglichst 
wenigen Forschungsreisen jeweils mit einem 
Forschungsschiff von einem Mitgliedsstaat un 
ter internationaler Beteiligung ausgeführt wer 
den. Es sollen insgesamt 10 (oder 11) Tiefwas 
serstationen im Atlantik aufgesucht werden, 
um die wichtigsten Wasserkörper zu untersu 
chen. 
2. („Segment 2“) Charakterisierung von Oberflä 
chenwasser-Strömungssystemen durch kü 
stennormale Schnitte. Hierzu sind 10 verschie 
dene Schnitte im Atlantik vorgeschlagen, die 
jeweils aus 5 bis 10 Stationen mit Probennah 
me von 20 m bis etwa 1000 m Tiefe bestehen. 
Entsprechend der Projektplanung sollen diese 
Schnitte in den kommenden Jahren von ver 
schiedenen Laboratorien der lOC-Mitglieds- 
staaten zu unterschiedlichen Jahreszeiten mit 
leicht abweichender Strategie ausgeführt wer 
den, um vergleichbare Datensätze zur Varia 
tionsbreite in den küstennahen Gebieten und 
Strömungssystemen zu erhalten. 
Ein erster solcher Schnitt wurde vom BSH auf 
der METEOR-Reise M 6/2 im November 1987 
vor Westafrika ausgeführt; er diente der Unter 
suchung des südwärts setzenden Kanaren- 
stroms im östlichen Nordatlantik.
	        
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