Meereskunde
Schwermetalle in den Wasserkörpern des Atlantischen Ozeans.
Eine internationale Baseline-Untersuchung zur Ermittlung von
Hintergrundwerten
Die Zwischenstaatliche Ozeanographische
Kommission (IOC) der UNESCO in Paris unter
hält ein Komitee für die globale Untersuchung der
Meeresverschmutzung (Committee for the Global
Investigation of Pollution in the Marine Environ
ment - GIPME). Schon vom Beginn seiner Tätig
keit 1973 an diskutiert dieses Komitee über Pläne
für internationale Baseline-Untersuchungen auf
Spurenschadstoffe in den Ozeanen der Erde.
1975 schuf die IOC zusammen mit dem Interna
tionalen Rat für Meeresforschung (ICES) eine
kleine Arbeitsgruppe unter der Leitung des BSH,
die wissenschaftliche Richtlinien für die Durch
führung solcher Basellne-Studien erarbeitet („Ba
seline Study Guidelines“). Diese wurden dann Teil
des „Comprehensive Plan for GIPME“, der die
Grundlage für die Arbeiten des Komitees in den
folgenden 10 Jahren bildete. Der Atlantik als der
bis heute am besten zugängliche Ozean wurde
ausgewählt, um in der ersten Baseline-Studie in
seinen wichtigsten Wasserkörpern und Oberflä
chenströmungssystemen auf Schwermetalle In
der Wassersäule untersucht zu werden. Auf sei
ner Sitzung im Jahre 1986 wurde von GIPME
über einen Arbeitsplan diskutiert, der von seiner
Untergruppe GEMSI (Group of Experts on Me-
thods, Standards and Intercalibration) aufgestellt
wurde. Dieses Papier bildete dann die Grundlage
für die Planung der ersten Baseline-Studie im
Atlantik. Das Großprojekt teilt sich in zwei unter
schiedliche Abschnitte auf (Abb. 23):
1. („Segment 1“) Charakterisierung der mittleren
und tiefen Wassermassen. Diese Untersu
chung soll im günstigsten Fall mit möglichst
wenigen Forschungsreisen jeweils mit einem
Forschungsschiff von einem Mitgliedsstaat un
ter internationaler Beteiligung ausgeführt wer
den. Es sollen insgesamt 10 (oder 11) Tiefwas
serstationen im Atlantik aufgesucht werden,
um die wichtigsten Wasserkörper zu untersu
chen.
2. („Segment 2“) Charakterisierung von Oberflä
chenwasser-Strömungssystemen durch kü
stennormale Schnitte. Hierzu sind 10 verschie
dene Schnitte im Atlantik vorgeschlagen, die
jeweils aus 5 bis 10 Stationen mit Probennah
me von 20 m bis etwa 1000 m Tiefe bestehen.
Entsprechend der Projektplanung sollen diese
Schnitte in den kommenden Jahren von ver
schiedenen Laboratorien der lOC-Mitglieds-
staaten zu unterschiedlichen Jahreszeiten mit
leicht abweichender Strategie ausgeführt wer
den, um vergleichbare Datensätze zur Varia
tionsbreite in den küstennahen Gebieten und
Strömungssystemen zu erhalten.
Ein erster solcher Schnitt wurde vom BSH auf
der METEOR-Reise M 6/2 im November 1987
vor Westafrika ausgeführt; er diente der Unter
suchung des südwärts setzenden Kanaren-
stroms im östlichen Nordatlantik.