Technische Untersuchungen
Meßsysteme
Auf einer zweiwöchigen Erprobungsreise im
März konnte unter nahezu idealen Wetterbedin-
dungen die Erfassung von Fahrparametern für
das Schleppmeßsystem DELPHIN (z. B. Abhän
gigkeit der neutralen Schwimmlage von Schiffs
geschwindigkeit und Seillänge, PID-Regelgrößen
der Tiefensteuerung für unterschiedliche Meßtie
fenbereiche) vervollständigt und so eine weitere
Verbesserung seines Fahrverhaltens erreicht
werden. Auf dieser Fahrt wurde auch ein neues
Fluorometer der Firma Haardt erfolgreich erprobt,
und es konnten die aufgrund der neuartigen Kon
struktionsmerkmale des Gerätes notwendigen
Adaptionsarbeiten für den optimalen Betrieb im
DELPHIN abgeschlossen werden. Damit sind die
Voraussetzungen für einen Einsatz auf einer For
schungsreise im April geschaffen worden. Die
Ausstellung „Schiff, Maschine, Meerestechnik“
wurde genutzt, die neueste Version des DELPHIN
öffentlich vorzustellen.
Die in den letzten Jahren gesammelten Er
fahrungen Im Betrieb der neuen Schleppwinde
für den DELPHIN veranlaßten uns, eine relativ
aufwendige Konstantzugeinrichtung (zur Scho
nung des Schleppseiles und Minderung des Ver
lustrisikos für den DELPHIN) von der Herstellerfir
ma nachrüsten zu lassen. Für die geplante Mo
dernisierung des CTD-Sonden-Bestandes des
BSH wurden auf einer Testreise ca. 50 sm südlich
von Bermuda mit der favorisierten neuen FSI-
Sonde Tiefsee-Meßprofile aufgenommen und
Untersuchungen
Vergleichsdaten gewonnen. Damit sollte die Spe
zifikation des Herstellers überprüft und die Be
schaffung Ende 1992 durch verläßliche Erpro
bungsergebnisse abgesichert werden. Der Istzu-
stand der Systemhandhabung der Sofortdarstel
lung der CTD-Daten an Bord und deren spätere
Aufbereitung an Land wurden analysiert; Verbes
serungsvorschläge wurden erarbeitet.
Auf einer Forschungsfahrt mit VWFS WEGA
im August wurde ein auslegbarer Trübungsmes
ser neuer Generation erfolgreich getestet und als
Nachfolgemodell für die geplanten Neubeschaf
fungen festgelegt. Neben der kontinuierlichen
Registrierung der Trübung (proportional dem
Schwebstoffgehalt) erfolgt bei dem neuen Modell
auch die Messung der Fluoreszenz (Chlorophyll)
als Indikator der biologischen Produktivität. Die
zeitliche Entwicklung von Planktonblüten (und
daraus resultierender Sauerstoffmangelsituatio
nen) kann damit in Zukunft genauer verfolgt wer
den. Auf der gleichen Forschungsfahrt wurde zur
Beobachtung der zeitlichen Veränderungen der
Meeresbodenstrukturen (z. B. Rippelbildung) ei
ne bisher als Turbulenzmeßgerät eingesetzte
„Photospinne“ erprobt. Nach anfänglichen techni
schen Schwierigkeiten konnten gute Zeitreihen-
Aufnahmen des Meeresbodens erzeugt werden.
Für Einsatzzeiten über 12 Stunden Dauer ist das
Gerät derzeit nicht geeignet, eine technische
Weiterentwicklung für Auslegezeiten bis zu 35 Ta
gen ist beabsichtigt.
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