der Schadstoffverteilung hervorgerufen haben.
Generell ist zu bemerken, daß grundsätzlich jeder
Stoff sein eigenes Verhalten besitzt, auch inner
halb seiner Stoffgruppe. Dies gilt sowohl für die
räumliche als auch für die zeitliche Variabilität.
Die Bedeutung der TUVAS-Ergebnisse für
ein zukünftiges Schadstoff-Monitoring läßt sich
wie folgt zusammenfassen:
Niedrige Meßfrequenzen erfassen nicht die
Schwankungsbreite an einem Ort. Meßreihen an
einem Ort sind quantitativ sehr schwer zu erklä
ren, da eine große Anzahl von Parametern, die
die Höhe eines Wertes bestimmen, nicht erfaßt
werden oder nur mit sehr großem Aufwand meß
bar sind. Trendaussagen sind kaum möglich, da
Konzentrationen örtlich und zeitlich von periodi
schen und zufälligen Ereignissen gesteuert wer
den. Kurzperiodische Einflüsse wie Gezeiten-,
Tages- und Jahresgang können bei ausreichen
der Meßdichte nur qualitativ beschrieben werden.
Die große Palette der zufälligen Ereignisse - so
wohl natürliche als auch anthropogen verursach
te - kann bestenfalls qualitativ, kaum aber in ihrer
quantitativen Auswirkung beschrieben werden.
Bei einer Neuordnung des Monitoring muß man
deutlich unterscheiden zwischen der reinen Be
schreibung der aktuellen Belastungsverhältnisse
und der Bewertung von Einzelergebnissen von
speziellen - für die Überwachung unbedingt er
forderlichen - Prozeßstudien.
Stoffausbreitung in der Tiefsee
Die Strömungsmeßergebnisse des Projekts
NOAMP, das vom BMFT beim BSH gefördert wor
den ist, sind veröffentlicht worden. Damit sind die
Untersuchungen
Arbeiten dieses Projekts endgültig abgeschlos
sen. Das Projekt NOAMP (Nord-Ost-Atlanti-
sches-Monitoring-Programm) wurde mit dem Ziel
durchgeführt, Erkenntnisse über die Stoffausbrei
tung in großen Ozeantiefen zu gewinnen. Das
Ergebnis läßt sich kurz wie folgt zusammenfas
sen: Die Geschwindigkeit der regionalen Strö
mungen innerhalb der bodennahen Schicht der
Tiefsee (unterhalb 4 km Wassertiefe) beträgt
3-5 cm/s. Die Strömungsrichtungen passen sich
dem Verlauf der Bodenerhebungen an. Unmittel
bar über dem Tiefseeboden treten gelegentlich
Ereignisse starker Strömungen („benthische
Stürme“) auf. Die Zeiträume erhöhter Boden
stromgeschwindigkeiten, die größer als 10 cm/s
sind, betragen einige Tage bis zu einem Monat.
Maximale Geschwindigkeiten erreichten dabei
27 cm/s. Derartig starke Tiefenströmungen
waren aus dem Untersuchungsgebiet und des
sen weiterer Umgebung bisher unbekannt.
Tiefsee-Drifter, die sich passiv mit der Strö
mung mitbewegen, sind in einerTiefe von 3500 m
freigesetzt worden. Das Ausbringungsgebiet der
14 Drifter hatte eine Ausdehnung von 60 km.
Nach 50 Tagen hatten sich die Drifter mit der
Tiefenströmung entlang unterschiedlicher Wege
über ein Seegebiet mit einem Durchmesser von
etwa 300 km ausgebreitet. Während der folgen
den 200 Tage veränderte der Schwerpunkt der
Driftergruppe seine Lage nur noch wenig; ebenso
waren die Bewegungen der einzelnen Drifter rela
tiv zum Schwerpunkt nach den ersten 50 Tagen
nur noch sehr schwach. Abb. 21 zeigt die Trajekto-
rien von 12 Driftern während eines Jahres.