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Full text: Jahresbericht 1992

der Schadstoffverteilung hervorgerufen haben. 
Generell ist zu bemerken, daß grundsätzlich jeder 
Stoff sein eigenes Verhalten besitzt, auch inner 
halb seiner Stoffgruppe. Dies gilt sowohl für die 
räumliche als auch für die zeitliche Variabilität. 
Die Bedeutung der TUVAS-Ergebnisse für 
ein zukünftiges Schadstoff-Monitoring läßt sich 
wie folgt zusammenfassen: 
Niedrige Meßfrequenzen erfassen nicht die 
Schwankungsbreite an einem Ort. Meßreihen an 
einem Ort sind quantitativ sehr schwer zu erklä 
ren, da eine große Anzahl von Parametern, die 
die Höhe eines Wertes bestimmen, nicht erfaßt 
werden oder nur mit sehr großem Aufwand meß 
bar sind. Trendaussagen sind kaum möglich, da 
Konzentrationen örtlich und zeitlich von periodi 
schen und zufälligen Ereignissen gesteuert wer 
den. Kurzperiodische Einflüsse wie Gezeiten-, 
Tages- und Jahresgang können bei ausreichen 
der Meßdichte nur qualitativ beschrieben werden. 
Die große Palette der zufälligen Ereignisse - so 
wohl natürliche als auch anthropogen verursach 
te - kann bestenfalls qualitativ, kaum aber in ihrer 
quantitativen Auswirkung beschrieben werden. 
Bei einer Neuordnung des Monitoring muß man 
deutlich unterscheiden zwischen der reinen Be 
schreibung der aktuellen Belastungsverhältnisse 
und der Bewertung von Einzelergebnissen von 
speziellen - für die Überwachung unbedingt er 
forderlichen - Prozeßstudien. 
Stoffausbreitung in der Tiefsee 
Die Strömungsmeßergebnisse des Projekts 
NOAMP, das vom BMFT beim BSH gefördert wor 
den ist, sind veröffentlicht worden. Damit sind die 
Untersuchungen 
Arbeiten dieses Projekts endgültig abgeschlos 
sen. Das Projekt NOAMP (Nord-Ost-Atlanti- 
sches-Monitoring-Programm) wurde mit dem Ziel 
durchgeführt, Erkenntnisse über die Stoffausbrei 
tung in großen Ozeantiefen zu gewinnen. Das 
Ergebnis läßt sich kurz wie folgt zusammenfas 
sen: Die Geschwindigkeit der regionalen Strö 
mungen innerhalb der bodennahen Schicht der 
Tiefsee (unterhalb 4 km Wassertiefe) beträgt 
3-5 cm/s. Die Strömungsrichtungen passen sich 
dem Verlauf der Bodenerhebungen an. Unmittel 
bar über dem Tiefseeboden treten gelegentlich 
Ereignisse starker Strömungen („benthische 
Stürme“) auf. Die Zeiträume erhöhter Boden 
stromgeschwindigkeiten, die größer als 10 cm/s 
sind, betragen einige Tage bis zu einem Monat. 
Maximale Geschwindigkeiten erreichten dabei 
27 cm/s. Derartig starke Tiefenströmungen 
waren aus dem Untersuchungsgebiet und des 
sen weiterer Umgebung bisher unbekannt. 
Tiefsee-Drifter, die sich passiv mit der Strö 
mung mitbewegen, sind in einerTiefe von 3500 m 
freigesetzt worden. Das Ausbringungsgebiet der 
14 Drifter hatte eine Ausdehnung von 60 km. 
Nach 50 Tagen hatten sich die Drifter mit der 
Tiefenströmung entlang unterschiedlicher Wege 
über ein Seegebiet mit einem Durchmesser von 
etwa 300 km ausgebreitet. Während der folgen 
den 200 Tage veränderte der Schwerpunkt der 
Driftergruppe seine Lage nur noch wenig; ebenso 
waren die Bewegungen der einzelnen Drifter rela 
tiv zum Schwerpunkt nach den ersten 50 Tagen 
nur noch sehr schwach. Abb. 21 zeigt die Trajekto- 
rien von 12 Driftern während eines Jahres.
	        
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