In Abb. 18 sind als Beispiel die Verteilungen
von Temperatur, Salzgehalt und Chlorophyll auf
einem Schnitt snkrecht zu den Tiefenlinien des
Hangbereiches dargestellt. Im flachen Bereich,
In ca. 10 m Wassertiefe, Ist deutlich ein seitlicher
Einschub eindeutig kälteren Wassers zu erken
nen. Diese ausgeprägte Temperaturschichtung
zeigte sich auch in einer Temperaturmessung der
CTD-Sonde (s. Abb. 19), die einen Tag vor der
Delphin-Schnittfahrt durchgeführt wurde. Im obe
ren Wassertiefenbereich zeigen sich hangwärts
neben einer deutlichen Salzgehaltsfront geringe
re Salzgehalte und ein etwa dreifach höherer
Chlorophyllgehalt als im Wasserkörper der PRIS-
MA-Box. Diese Anzeichen deuten auf einen wei
ter westwärts verlagerten Wasserkörper der Elb
fahne hin.
Von der Auswertung der PRISMA-Feldunter-
suchungen und der parallel laufenden Modellsi
mulationen werden Beiträge zum wissenschaftli
chen Kenntnisstand über kleinskallge Transport-
und Umsetzungsprozesse Im Schadstoffkreislauf
Im System Meer-Atmosphäre erwartet.
Projekt „Transport, Umsatz und Variabilität von
Schad- und Nährstoffen in der Deutschen Bucht
(TUVAS)“ und „Optimierung des Nordsee-Monito
ring (OPTINOM)“
Mit dem vom BMFT geförderten Projekt TU
VAS und dem eigenfinanzierten Projekt OPTI
NOM beabsichtigte das BSH, die Kenntnisse
über die räumliche und zeitliche Variabilität von
Schadstoffverteilungen In der Deutschen Bucht
zu verbessern, um als Ergebnis eine verbesserte
Untersuchungen
Meß-Strategie für das Routinemonitoring zu er
halten. Die regelmäßige Probennahme wurde im
März mit der 24. Meßfahrt beendet. Die Aufarbei
tung der Proben und der begleitenden hydrogra
phischen Beobachtungen war bis Dezember
weitgehend abgeschlossen. Die hydrographi
schen Daten sind den beteiligten Gruppen zur
Verfügung gestellt und dem DOD übergeben wor
den. Ein technischer Bericht mit allen hydrogra
phischen Daten, Horizontalverteilungen und
Schnitten ist In Vorbereitung. Zur Beschaffung
von Vergleichswerten über die Vorbelastung des
in die Nordsee einströmenden Atlantikwassers
fand im Juni eine Meßfahrt in den östlichen Nord
atlantik statt.
Die Ergebnisse der Meßfahrten haben das
Bild der vorherigen Jahre nicht verändert. Zusam
menfassend läßt sich sagen, daß im Untersu
chungszeitraum Nov. 89-März 92 die Deutsche
Bucht sehr grob in vier Belastungsprovinzen un
terteilbar war (s. Abb. 20): Provinz 1: Elb-Fahne
mit Wattenmeeraustausch. Die südlichste Station
im Norden der Emsmündung war zumeist außer
halb des unmittelbaren Küsteneinflusses. Pro
vinz 2: Äußere Deutsche Bucht etwa zwischen
Helgoland und FP Nordsee. Provinz 3:Trübezone
Im Südostteil der Weißen Bank (SW-NE-verlau-
fend); Provinz 4: Bereich Nordschillgrund/Dogger
Tail End. Diese Aufteilung Ist eine grobe regionale
Strukturierung und nicht für alle Schadstoffe ver
bindlich. Es ist fraglich, ob diese Situation als
„mittlerer“ räumlicher Zustand in der Deutschen
Bucht angesehen werden kann oder ob die in
diesem Zeitraum vorherrschenden ozeanogra-
phischen und meteorologischen Verhältnisse
(starker Wassereinstrom durch den Kanal; gerin
ger Süßwassereintrag) eine besondere Lage in
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