Untersuchungen
Spezielle Untersuchungen in Nord- und Ostsee
Ausbreitung von Stoffen aus vorgegebenen
Quellen
Für das EG-Forschungsprogramm MAST I
wird ein Projekt in enger Zusammenarbeit mit
dem Laboratorien des Commissariat ä l’Energie
Atomique (CEA,IPSN) in Frankreich, dem Minis-
try of Agriculture, Fisheries and Foods (MAFF),
England, der Netherlands Energy Research
Foundation (ECN), Niederlande, und dem Riso
National Laboratory in Dänemark, das die Feder
führung für das Projekt übernommen hat, durch
geführt.
Gegenstand der Untersuchung ist der Trans
port von Wassermassen aus dem Kanal in das
Kattegat. Hierzu wird in etwa halbjährlichem Ab
stand die Konzentrationsverteilung der künstli
chen Radionuklide Technetium 99, Antimon 125,
Cäsium 137 und Strontium 90, die von der nuklea
ren Wiederaufbereitungsanlage COGEMA in La
Hague (Frankreich) in das Wasser eingeleitet
werden, im Kanal, in der südlichen Nordsee, in
Skagerrak und Kattegat gemessen. Die Meßer
gebnisse werden mit angepaßten Simulationen
numerischer Ausbreitungsmodelle des BSH und
des Institut Francais de Recherche pour l’Explo-
ration de la Mer (IFREMER) verglichen. Hiermit
können sowohl die für die Ausbreitung relevanten
Prozesse studiert als auch die Modelle überprüft
werden.
Abb. 16 zeigt die gemessene Konzentra
tionsverteilung des Nuklids Technetium 99 im Fe
bruar 1991. Grundlage des Isolinienplots sind Da
ten aus zwei zeitgleichen Forschungsreisen
(BSH und MAFF) und mehrerer Zeitserien an fe
sten Orten.
In einem weiteren, durch die EG geförderten
Projekt, wurde die Ausbreitung von Rheinwasser
in Nordsee und Nordostatlantik durch Messung
anthropogener, fluoreszierender Stoffe unter
sucht. Dies ist eine Untersuchung, die gemein
sam mit Rijkswaterstaat, Den Haag, dem Institut
für Meereskunde der Universität Hamburg, dem
Netherlands Institute for Sea Research, Texel,
und der Technischen Universität Eindhoven
durchgeführt worden ist.
Die Festlandsabflüsse gehören zu den größ
ten Quellen für Schadstoffe in der Nordsee und
dem nordöstlichen Teil des Atlantiks. Zur Bestim
mung der Ausbreitung des Flußwassers wird eine
Reihe fluoreszierender Substanzen (Rhodamine)
als Tracer genutzt, deren Konzentrationsverhält
nis im Flußwasser für jeden Fluß spezifisch ist.
Mittels Flüssigkeits-Chromatographie (HPLC)
können diese Stoffe noch in geringsten Konzen
trationen (ca. 5 pg/l) gleichzeitig gemessen wer
den.
Als Beitrag des BSH wurde eine PC-gestütz-
te Methode entwickelt, die anhand der Tracer-
Konzentrationen in einer Seewasserprobe die
Wasseranteile der einzelnen Flüsse bestimmt.
Hierbei muß der Zerfall der Tracer infolge der
Sonneneinstrahlung berücksichtigt werden, was
zwar die Lösung des Problems erheblich er
schwert, es im Gegenzug aber erlaubt, aus dem
bekannten Zusammenhang zwischen Zerfall und
mittlerer täglicher Einstrahlung auch die Laufzei
ten der Flußwässer zu berechnen.