accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1992

Untersuchungen 
Spezielle Untersuchungen in Nord- und Ostsee 
Ausbreitung von Stoffen aus vorgegebenen 
Quellen 
Für das EG-Forschungsprogramm MAST I 
wird ein Projekt in enger Zusammenarbeit mit 
dem Laboratorien des Commissariat ä l’Energie 
Atomique (CEA,IPSN) in Frankreich, dem Minis- 
try of Agriculture, Fisheries and Foods (MAFF), 
England, der Netherlands Energy Research 
Foundation (ECN), Niederlande, und dem Riso 
National Laboratory in Dänemark, das die Feder 
führung für das Projekt übernommen hat, durch 
geführt. 
Gegenstand der Untersuchung ist der Trans 
port von Wassermassen aus dem Kanal in das 
Kattegat. Hierzu wird in etwa halbjährlichem Ab 
stand die Konzentrationsverteilung der künstli 
chen Radionuklide Technetium 99, Antimon 125, 
Cäsium 137 und Strontium 90, die von der nuklea 
ren Wiederaufbereitungsanlage COGEMA in La 
Hague (Frankreich) in das Wasser eingeleitet 
werden, im Kanal, in der südlichen Nordsee, in 
Skagerrak und Kattegat gemessen. Die Meßer 
gebnisse werden mit angepaßten Simulationen 
numerischer Ausbreitungsmodelle des BSH und 
des Institut Francais de Recherche pour l’Explo- 
ration de la Mer (IFREMER) verglichen. Hiermit 
können sowohl die für die Ausbreitung relevanten 
Prozesse studiert als auch die Modelle überprüft 
werden. 
Abb. 16 zeigt die gemessene Konzentra 
tionsverteilung des Nuklids Technetium 99 im Fe 
bruar 1991. Grundlage des Isolinienplots sind Da 
ten aus zwei zeitgleichen Forschungsreisen 
(BSH und MAFF) und mehrerer Zeitserien an fe 
sten Orten. 
In einem weiteren, durch die EG geförderten 
Projekt, wurde die Ausbreitung von Rheinwasser 
in Nordsee und Nordostatlantik durch Messung 
anthropogener, fluoreszierender Stoffe unter 
sucht. Dies ist eine Untersuchung, die gemein 
sam mit Rijkswaterstaat, Den Haag, dem Institut 
für Meereskunde der Universität Hamburg, dem 
Netherlands Institute for Sea Research, Texel, 
und der Technischen Universität Eindhoven 
durchgeführt worden ist. 
Die Festlandsabflüsse gehören zu den größ 
ten Quellen für Schadstoffe in der Nordsee und 
dem nordöstlichen Teil des Atlantiks. Zur Bestim 
mung der Ausbreitung des Flußwassers wird eine 
Reihe fluoreszierender Substanzen (Rhodamine) 
als Tracer genutzt, deren Konzentrationsverhält 
nis im Flußwasser für jeden Fluß spezifisch ist. 
Mittels Flüssigkeits-Chromatographie (HPLC) 
können diese Stoffe noch in geringsten Konzen 
trationen (ca. 5 pg/l) gleichzeitig gemessen wer 
den. 
Als Beitrag des BSH wurde eine PC-gestütz- 
te Methode entwickelt, die anhand der Tracer- 
Konzentrationen in einer Seewasserprobe die 
Wasseranteile der einzelnen Flüsse bestimmt. 
Hierbei muß der Zerfall der Tracer infolge der 
Sonneneinstrahlung berücksichtigt werden, was 
zwar die Lösung des Problems erheblich er 
schwert, es im Gegenzug aber erlaubt, aus dem 
bekannten Zusammenhang zwischen Zerfall und 
mittlerer täglicher Einstrahlung auch die Laufzei 
ten der Flußwässer zu berechnen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.