in relativ kurzem Abstand Diesel- und Reserve
dieselmotor ausfielen. Eine Reparatur der noch
aus der Erstausrüstung der Boje stammenden
Aggregate war nicht mehr sinnvoll, so daß der
Einbau eines bereits vorsorglich beschafften mo
dernen Motors erforderlich wurde. Wegen der da
mit verbundenen baulichen Veränderungen muß
te der Meßcontainer abgebaut und in eine Werft
gebracht werden. Dies geschah in Zusammenar
beit zwischen Schiffen des BSH und der WSV in
einer vorbildlichen Aktion. Diese Gelegenheit
wurde genutzt, andere Änderungen, die haupt
sächlich die Sicherheit des Wartungspersonals
auf der Boje und die Störstrahlungssicherheit der
computergestützten Dieselsteuerung weiter ver
bessern sollten, auszuführen.
Verarbeitung von Echtzeit-Daten und
Informationen
Für die großräumige Beobachtung von Ver
änderungen des Meereszustandes ist eine inter
nationale Zusammenarbeit und zweckmäßige
Aufgabenteilung erforderlich. Kein Staat ist allein
in der Lage, eine derartige Aufgabe zu erfüllen.
Sie wird aber möglich durch koordinierte, freiwilli
ge nationale Beiträge. Eine sofortige offene Ver
breitung des Datenmaterials über geeignete
Kommunikationswege, wie das Globale Fern
schreibnetz (GTS) der Meteorologischen Weltor
ganisation (WMO), unterstützt ozeanographi-
sche Dienste (z. B. Sturmflutwarndienst, Eis
dienst, Herausgabe von Temperaturverteilungs
karten) ebenso wie wissenschaftliche Program
me (z. B. Klimaprojekte wie ,Tropica! Ocean and
Dienste
Global Atmosphere“ - TOGA oder „World Ocean
Circulation Experiment“ - WOCE).
Für die Dienste des BSH notwendige aktuel
le ozeanographische Meßwerte und sonstige In
formationen wurden in Echtzeit gesammelt. Die
wichtigsten Quellen für diese meereskundlichen
Informationen bildeten:
- BSH-Meßnetz In Nord- und Ostsee
- „Ship of opportunlty“-Programm des BSH
- Integrated Global Ocean Services Sy
stem (IGOSS)
- „Voluntary Observing Ship“-Proqramm
der WMO
- radiologische Küstenstationen der Nord-
und Ostsee
- weltweite Klimabulletins (CLIMAT), mo
natliche Mittelwerte
- Klartextinformationen von Dienststellen
anderer Nationen
- Informationen für die Agrarmeteorologie
und bis Mitte des Jahres ältere Versionen des
- Wettervorhersagemodells des Deut
schen Wetterdienstes (DWD)
- Seegangsvorhersagemodells (Seegang
und Wind) des DWD für den Nordatlanti
schen Ozean.
Der überwiegende Teil der Daten floß über
eine Standleitung zwischen dem BSH und der
Automatischen Fernmelde-Speicher-Vermittlung
(AFSV) des Deutschen Wetterdienstes. Die über
diese Leitung eingegangenen Informationen wur
den von dem Prozeßrechnersystem - HP 9000,
Serie 330 - aufgenommen und an den Rechner
des GRZ-BSH zur Verarbeitung und Speicherung
weitergegeben. Die Standleitung dient au ßerdem
dazu, Bulletins in das GTS einzugeben und damit
weltweit verfügbar zu machen.
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