Meereskunde
eigneter Bodenverhältnisse nicht eingegraben
wurde. Für die Beurteilung der aktuellen Situation
wurde etwa 6 Wochen nach der Verlegung eine
Aufnahme mit einem Side-Scan-Sonar vorge
nommen, die besonders im Hinblick auf „free
spans“, das sind nicht aufliegende Abschnitte,
ausgewertet wurde. Diese Aufnahme ist zugleich
die Grundlage für die Kontrolle späterer Entwick
lungen.
Europipe: Im Jahre 1993 soll mit dem Bau
einer dritten Gasrohrleitung durch den deutschen
Festlandssockel begonnen werden. Im Zuge ei
nes Raumordnungsverfahrens des Landes Nie
dersachsen wurden 10 Trassenverläufe mit ver
schiedenen Übergangsorten in den Bereich der
Hohen See diskutiert. Wegen seiner Zuständig
keit für dieses Gebiet wurde das BSH an dem
Verfahren beteiligt. In diesem Zusammenhang
waren zahlreiche Informationen und Stellungnah
men zu den Bodenverhältnissen in der Deut
schen Bucht abzugeben.
Sonstige Nutzungen: Weiterhin wurden Stel
lungnahmen und Informationen zu den Bodenver
hältnissen in Nord- und Ostsee im Rahmen sons
tiger Nutzungen der deutschen Festlandssockel
- Verlegung von Kabeln, Rohstoffgewinnung -
abgegeben.
Meßnetz
Die Stationen des automatischen ozeano-
graphischen Dauermeßnetzes des BSH in der
Nordsee (5 Stationen) und in der westlichen Ost
see (2 Stationen) wurden routinemäßig weiterbe
trieben. Trotz Störungsbekämpfung neben den
normalen Wartungsarbeiten waren z.T. längere
Datenlücken nicht zu verhindern. Zur Erzielung
weiterer Verbesserungen wurden verschiedene
Maßnahmen ergriffen.
Erstmalig wurde auf einem modifizierten un
bemannten Feuerschiff (UFS) die Meßkette durch
den Zentralschacht (nicht, wie bisher an einem
Heckgalgen) ausgebracht. Dadurch soll vermie
den werden, daß die Meßkette in die Schraube
eines längsseits gehenden Schiffes gerät, wie es
verschiedene Male vorgekommen ist. Ferner wird
durch diese geschützte Ausbringung die direkte
Einwirkung von Oberflächenwellen auf die Meß
kette vermieden. Zusätzlich wird die Amplitude
der Vertikalbewegung der Meßkette durch das
Wasser wegen der günstigeren Lage zum
Schwerpunkt des UFS deutlich verringert. Die
nach dieser Methode eingesetzte Meßkette auf
der Position TW-Ems hat von August bis zum
Ende des Jahres störungsfrei gearbeitet.
Die für eine Anzahl von Störungen an Meß
ketten verantwortlichen Korrosionsschäden sind
nur in den Griff zu bekommen, wenn Sensorträ
ger, Schellen, Schäkel und Kauschen aus Titan
angefertigt werden.
In verstärktem Maße entstanden Datenlük-
ken aufgrund routinemäßiger und außerplanmä
ßiger Wartungs-, Umstellungs- und Reparaturar
beiten der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung
(WSV) an den UFS und der Großtonne Fehmarn
belt. Es wurde mit den zuständigen Ämtern der
WSV beschlossen, durch bestmögliche Abstim
mung die Betriebsunterbrechungen auf das erfor
derliche Maß zu reduzieren.
Die Nordseeboje II hatte nach ihrer Neuaus
bringung im Vorjahr in einem mehr als einjährigen
Routinebetrieb zufriedenstellend funktioniert, als