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Full text: Jahresbericht 1992

Meereskunde 
eigneter Bodenverhältnisse nicht eingegraben 
wurde. Für die Beurteilung der aktuellen Situation 
wurde etwa 6 Wochen nach der Verlegung eine 
Aufnahme mit einem Side-Scan-Sonar vorge 
nommen, die besonders im Hinblick auf „free 
spans“, das sind nicht aufliegende Abschnitte, 
ausgewertet wurde. Diese Aufnahme ist zugleich 
die Grundlage für die Kontrolle späterer Entwick 
lungen. 
Europipe: Im Jahre 1993 soll mit dem Bau 
einer dritten Gasrohrleitung durch den deutschen 
Festlandssockel begonnen werden. Im Zuge ei 
nes Raumordnungsverfahrens des Landes Nie 
dersachsen wurden 10 Trassenverläufe mit ver 
schiedenen Übergangsorten in den Bereich der 
Hohen See diskutiert. Wegen seiner Zuständig 
keit für dieses Gebiet wurde das BSH an dem 
Verfahren beteiligt. In diesem Zusammenhang 
waren zahlreiche Informationen und Stellungnah 
men zu den Bodenverhältnissen in der Deut 
schen Bucht abzugeben. 
Sonstige Nutzungen: Weiterhin wurden Stel 
lungnahmen und Informationen zu den Bodenver 
hältnissen in Nord- und Ostsee im Rahmen sons 
tiger Nutzungen der deutschen Festlandssockel 
- Verlegung von Kabeln, Rohstoffgewinnung - 
abgegeben. 
Meßnetz 
Die Stationen des automatischen ozeano- 
graphischen Dauermeßnetzes des BSH in der 
Nordsee (5 Stationen) und in der westlichen Ost 
see (2 Stationen) wurden routinemäßig weiterbe 
trieben. Trotz Störungsbekämpfung neben den 
normalen Wartungsarbeiten waren z.T. längere 
Datenlücken nicht zu verhindern. Zur Erzielung 
weiterer Verbesserungen wurden verschiedene 
Maßnahmen ergriffen. 
Erstmalig wurde auf einem modifizierten un 
bemannten Feuerschiff (UFS) die Meßkette durch 
den Zentralschacht (nicht, wie bisher an einem 
Heckgalgen) ausgebracht. Dadurch soll vermie 
den werden, daß die Meßkette in die Schraube 
eines längsseits gehenden Schiffes gerät, wie es 
verschiedene Male vorgekommen ist. Ferner wird 
durch diese geschützte Ausbringung die direkte 
Einwirkung von Oberflächenwellen auf die Meß 
kette vermieden. Zusätzlich wird die Amplitude 
der Vertikalbewegung der Meßkette durch das 
Wasser wegen der günstigeren Lage zum 
Schwerpunkt des UFS deutlich verringert. Die 
nach dieser Methode eingesetzte Meßkette auf 
der Position TW-Ems hat von August bis zum 
Ende des Jahres störungsfrei gearbeitet. 
Die für eine Anzahl von Störungen an Meß 
ketten verantwortlichen Korrosionsschäden sind 
nur in den Griff zu bekommen, wenn Sensorträ 
ger, Schellen, Schäkel und Kauschen aus Titan 
angefertigt werden. 
In verstärktem Maße entstanden Datenlük- 
ken aufgrund routinemäßiger und außerplanmä 
ßiger Wartungs-, Umstellungs- und Reparaturar 
beiten der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung 
(WSV) an den UFS und der Großtonne Fehmarn 
belt. Es wurde mit den zuständigen Ämtern der 
WSV beschlossen, durch bestmögliche Abstim 
mung die Betriebsunterbrechungen auf das erfor 
derliche Maß zu reduzieren. 
Die Nordseeboje II hatte nach ihrer Neuaus 
bringung im Vorjahr in einem mehr als einjährigen 
Routinebetrieb zufriedenstellend funktioniert, als
	        
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