Die Vorhersagen werden überwiegend für
die Beratung der Schiffahrt (Routeing), der Fi
scherei, des Küstenschutzes und der offshore-
industrie genutzt. Abb. 11 zeigt eine Seegangs
vorhersagekarte für den Nordatlantik.
Es stehen mit den aktuellen Vorhersagekar
ten und den archivierten Modelldaten jetzt auch
verläßliche Seegangsdaten bei der Untersu
chung von Schiffsunfällen oder ähnlichen Ereig
nissen zur Verfügung, die bisher allgemein nur
unzureichend abgeschätzt oder aufwendig mit
unzureichenden Berechnungsmethoden rekon
struiert werden konnten.
Quasisynoptische Karte der Oberflächentempe
ratur der Nordsee
Die wöchentliche Karte der Wasseroberflä
chentemperatur der Nordsee erschien regelmä
ßig im 25. Jahr (mit Unterstützung durch die Deut
sche Wissenschaftliche Kommission für Meeres
forschung). Unverändert bildeten die Routine-
Wetterbeobachtungen der Schiffahrt und der Kü
stenstationen, die Messungen von Forschungs
schiffen, die verschiedenen Meßnetzstationen
und „ships of opportunity“ sowie IR-Satellitenbil-
der die Basis der Temperaturkarte. Die Datenauf
bereitung und Analyse, die Digitalisierung und
Archivierung, der Versand und die Faxausbrei
tung erfolgten in der bewährten Weise. Neue In
teressenten erweiterten den bisherigen nationa
len und internationalen Nutzerkreis (Behörden,
maritime und meteorologische Institute, Fische
reiforschung und kommerzielle Fischerei sowie
Naturschutzorganisationen).
Dienste
Die Temperatur an der Oberfläche der Nord
see lag in der ersten Hälfte des Jahres über den
langjährigen Mittelwerten; im Juni traten extreme
Anomalien (Abb. 12) auf, die vor der dänischen
Küste und im Skagerrak zeitweise 6 K erreichten.
Dies sind die größten Anomalien in der bisher
25jährigen Geschichte der quasisynoptischen
Oberflächentemperaturkarte. In der zweiten Hälf
te des Jahres bauten sich die positiven Anomalien
ab. Die Oberflächentemperaturen wichen nur we
nig von den langjährigen mittleren Verhältnissen
ab.
Erdmagnetischer Dienst
Die erdmagnetischen Variationen wurden -
wie bisher - mit dem digitalen Registriersystem
erfaßt und auf Magnetband gespeichert. Regi
strierlücken wurden über das digitale Ersatzsy
stem und das alte analoge System aufgefülit; die
Systeme wurden mit dem Protonen-Komponen-
ten-Magnetometer (Horizontal- und Vertikalkom
ponente, Totalintensität und relative Deklination)
und dem neuen Sondentheodoliten (absolute De
klination, neuer Deklinationsstandard) laufend
kontrolliert.
Der Sondentheodolit wurde auch während
der geomagnetischen Säkularpunktvermessung
der Bundesrepublik Deutschland, Epoche 1992,
eingesetzt; für die Messung der Totalintensität
wurde von der Universität München ein Protonen
magnetometer entliehen. Das Observatorium
Wingst war für den norddeutschen Raum zustän
dig, die Observatorien Fürstenfeldbruck (Univer
sität München) und Niemegk (Geoforschungs-
zentrum Potsdam) für den süddeutschen Raum
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