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Full text: Jahresbericht 1992

Die Vorhersagen werden überwiegend für 
die Beratung der Schiffahrt (Routeing), der Fi 
scherei, des Küstenschutzes und der offshore- 
industrie genutzt. Abb. 11 zeigt eine Seegangs 
vorhersagekarte für den Nordatlantik. 
Es stehen mit den aktuellen Vorhersagekar 
ten und den archivierten Modelldaten jetzt auch 
verläßliche Seegangsdaten bei der Untersu 
chung von Schiffsunfällen oder ähnlichen Ereig 
nissen zur Verfügung, die bisher allgemein nur 
unzureichend abgeschätzt oder aufwendig mit 
unzureichenden Berechnungsmethoden rekon 
struiert werden konnten. 
Quasisynoptische Karte der Oberflächentempe 
ratur der Nordsee 
Die wöchentliche Karte der Wasseroberflä 
chentemperatur der Nordsee erschien regelmä 
ßig im 25. Jahr (mit Unterstützung durch die Deut 
sche Wissenschaftliche Kommission für Meeres 
forschung). Unverändert bildeten die Routine- 
Wetterbeobachtungen der Schiffahrt und der Kü 
stenstationen, die Messungen von Forschungs 
schiffen, die verschiedenen Meßnetzstationen 
und „ships of opportunity“ sowie IR-Satellitenbil- 
der die Basis der Temperaturkarte. Die Datenauf 
bereitung und Analyse, die Digitalisierung und 
Archivierung, der Versand und die Faxausbrei 
tung erfolgten in der bewährten Weise. Neue In 
teressenten erweiterten den bisherigen nationa 
len und internationalen Nutzerkreis (Behörden, 
maritime und meteorologische Institute, Fische 
reiforschung und kommerzielle Fischerei sowie 
Naturschutzorganisationen). 
Dienste 
Die Temperatur an der Oberfläche der Nord 
see lag in der ersten Hälfte des Jahres über den 
langjährigen Mittelwerten; im Juni traten extreme 
Anomalien (Abb. 12) auf, die vor der dänischen 
Küste und im Skagerrak zeitweise 6 K erreichten. 
Dies sind die größten Anomalien in der bisher 
25jährigen Geschichte der quasisynoptischen 
Oberflächentemperaturkarte. In der zweiten Hälf 
te des Jahres bauten sich die positiven Anomalien 
ab. Die Oberflächentemperaturen wichen nur we 
nig von den langjährigen mittleren Verhältnissen 
ab. 
Erdmagnetischer Dienst 
Die erdmagnetischen Variationen wurden - 
wie bisher - mit dem digitalen Registriersystem 
erfaßt und auf Magnetband gespeichert. Regi 
strierlücken wurden über das digitale Ersatzsy 
stem und das alte analoge System aufgefülit; die 
Systeme wurden mit dem Protonen-Komponen- 
ten-Magnetometer (Horizontal- und Vertikalkom 
ponente, Totalintensität und relative Deklination) 
und dem neuen Sondentheodoliten (absolute De 
klination, neuer Deklinationsstandard) laufend 
kontrolliert. 
Der Sondentheodolit wurde auch während 
der geomagnetischen Säkularpunktvermessung 
der Bundesrepublik Deutschland, Epoche 1992, 
eingesetzt; für die Messung der Totalintensität 
wurde von der Universität München ein Protonen 
magnetometer entliehen. Das Observatorium 
Wingst war für den norddeutschen Raum zustän 
dig, die Observatorien Fürstenfeldbruck (Univer 
sität München) und Niemegk (Geoforschungs- 
zentrum Potsdam) für den süddeutschen Raum 
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