von einer Seemeile. So werden auch Ereignisse
zwischen und hinter den friesischen Inseln erfaßt.
Wasserstandsprognosen des Modells ste
hen dem Wasserstandvorhersagedienst des BSH
als Entscheidungshilfe zur Verfügung. Im Februar
ist das Prognosegebiet mit hoher Auflösung auf
die westliche Ostsee ausgedehnt worden. Eine
weitere Verbesserung war die Vorschaltung eines
zweidimensionalen Nordostatlantikmodells zur
Berücksichtigung von Fernwellen (external sur-
ges). Die Qualität der Prognosen reicht jedoch
immer noch nicht, insbesondere nicht bei Sturm
flutwetterlagen, an die Treffsicherheit des empiri
schen Verfahrens des Sturmflutwarndienstes her
an. Dieses hängt u. a. mit der Kleinräumigkeit der
meteorologischen Phänomene zusammen, die
von den meteorologischen Modellen derzeit nicht
aufgelöst werden können. Seit Mai ist das opera-
tionelle BSPI-Modell an das Europamodell des
Deutschen Wetterdienstes gekoppelt. Eine durch
die höhere Auflösung bedingte Verbesserung der
Modell-Wasserstandsprognosen ist eingetreten.
Das BSH unterstützt die Sonderstelle des
Bundes Ölunfälle See/Küste (SBÖ) mit Progno
sen der Öl- und Chemikalienverdriftung nach Un
fällen und illegalen Einleitungen auf See. Die Be
rechnung von Driftwegen und Vermischungsvor
gängen leistet das Ausbreitungsmodell, das bei
Bedarf auf die täglich neu berechneten Strö
mungsprognosen zurückgreift. Es half in einigen
Fällen bei der Ermittlung von Verursachern und
der Aufklärung von Küstenverschmutzungen.
Das Ausbreitungsmodell ist mehrmals durch Ver
suche mit Driftbojen und einmal durch ein Vermi
schungsexperiment in der Ostsee östlich von Rü
gen überprüft worden. Bei diesen Vergleichen hat
sich gezeigt, daß in der fast gezeitenfreien Ost
Dienste
see kurzfristige Windänderungen den Driftweg
entscheidend beeinflussen. Kurzfristige Ände
rungen des Windfeldes (z.B innerhalb von weni
ger als 2 Stunden) können aber aus technischen
Gründen im Driftmodell noch nicht erfaßt werden.
Besonders zeitkritisch sind Driftberechnun
gen im Seenotfall. Um hier eine wirklich zuverläs
sige Unterstützung der Rettungsdienste DGzRS
(Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchi
ger) und SAR als Dienstleistung rund um die Uhr
anbieten zu können, ist 1992 eine direkte Daten-
Verbindung zwischen DGzRS und BSH aufge
baut worden. Die Suche nach Vermißten bei
schlechter Sicht wird so nachhaltig verbessert.
Driftprognosen werden nun am Sichtgerät der
Seenotleitung Bremen der DGzRS on line am
GRZ/BSH ausgeführt. Der Zeitverlust durch die
Benachrichtigung des BSH entfällt.
Seegangsvorhersagedienst
Der Seegangsvorhersagedienst, der seit
Ende 1991 gemeinsam vom DWD und dem BSH
betrieben wird, hat sich bewährt und läuft rei
bungslos. Das Seegangsvorhersagemodell ist
auf dem Rechner des DWD in Offenbach imple
mentiert. Die Ergebnisse werden on line an das
BSH übertragen. Eine erste Verifikation der Vor
hersageergebnisse durch den Vergleich mit See
gangsmessungen an 14 Stationen, verteilt über
die Vorhersagegebiete „Nordatlantik, Nordeuro
päische Schelfgebiete und Ostsee“ hat ergeben,
daß die Vorhersagemodelle im Rahmen der me
teorologischen Vorhersagen vertrauenswürdige
Ergebnisse liefern.
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