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Full text: Jahresbericht 1992

von einer Seemeile. So werden auch Ereignisse 
zwischen und hinter den friesischen Inseln erfaßt. 
Wasserstandsprognosen des Modells ste 
hen dem Wasserstandvorhersagedienst des BSH 
als Entscheidungshilfe zur Verfügung. Im Februar 
ist das Prognosegebiet mit hoher Auflösung auf 
die westliche Ostsee ausgedehnt worden. Eine 
weitere Verbesserung war die Vorschaltung eines 
zweidimensionalen Nordostatlantikmodells zur 
Berücksichtigung von Fernwellen (external sur- 
ges). Die Qualität der Prognosen reicht jedoch 
immer noch nicht, insbesondere nicht bei Sturm 
flutwetterlagen, an die Treffsicherheit des empiri 
schen Verfahrens des Sturmflutwarndienstes her 
an. Dieses hängt u. a. mit der Kleinräumigkeit der 
meteorologischen Phänomene zusammen, die 
von den meteorologischen Modellen derzeit nicht 
aufgelöst werden können. Seit Mai ist das opera- 
tionelle BSPI-Modell an das Europamodell des 
Deutschen Wetterdienstes gekoppelt. Eine durch 
die höhere Auflösung bedingte Verbesserung der 
Modell-Wasserstandsprognosen ist eingetreten. 
Das BSH unterstützt die Sonderstelle des 
Bundes Ölunfälle See/Küste (SBÖ) mit Progno 
sen der Öl- und Chemikalienverdriftung nach Un 
fällen und illegalen Einleitungen auf See. Die Be 
rechnung von Driftwegen und Vermischungsvor 
gängen leistet das Ausbreitungsmodell, das bei 
Bedarf auf die täglich neu berechneten Strö 
mungsprognosen zurückgreift. Es half in einigen 
Fällen bei der Ermittlung von Verursachern und 
der Aufklärung von Küstenverschmutzungen. 
Das Ausbreitungsmodell ist mehrmals durch Ver 
suche mit Driftbojen und einmal durch ein Vermi 
schungsexperiment in der Ostsee östlich von Rü 
gen überprüft worden. Bei diesen Vergleichen hat 
sich gezeigt, daß in der fast gezeitenfreien Ost 
Dienste 
see kurzfristige Windänderungen den Driftweg 
entscheidend beeinflussen. Kurzfristige Ände 
rungen des Windfeldes (z.B innerhalb von weni 
ger als 2 Stunden) können aber aus technischen 
Gründen im Driftmodell noch nicht erfaßt werden. 
Besonders zeitkritisch sind Driftberechnun 
gen im Seenotfall. Um hier eine wirklich zuverläs 
sige Unterstützung der Rettungsdienste DGzRS 
(Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchi 
ger) und SAR als Dienstleistung rund um die Uhr 
anbieten zu können, ist 1992 eine direkte Daten- 
Verbindung zwischen DGzRS und BSH aufge 
baut worden. Die Suche nach Vermißten bei 
schlechter Sicht wird so nachhaltig verbessert. 
Driftprognosen werden nun am Sichtgerät der 
Seenotleitung Bremen der DGzRS on line am 
GRZ/BSH ausgeführt. Der Zeitverlust durch die 
Benachrichtigung des BSH entfällt. 
Seegangsvorhersagedienst 
Der Seegangsvorhersagedienst, der seit 
Ende 1991 gemeinsam vom DWD und dem BSH 
betrieben wird, hat sich bewährt und läuft rei 
bungslos. Das Seegangsvorhersagemodell ist 
auf dem Rechner des DWD in Offenbach imple 
mentiert. Die Ergebnisse werden on line an das 
BSH übertragen. Eine erste Verifikation der Vor 
hersageergebnisse durch den Vergleich mit See 
gangsmessungen an 14 Stationen, verteilt über 
die Vorhersagegebiete „Nordatlantik, Nordeuro 
päische Schelfgebiete und Ostsee“ hat ergeben, 
daß die Vorhersagemodelle im Rahmen der me 
teorologischen Vorhersagen vertrauenswürdige 
Ergebnisse liefern. 
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