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Für Strafverfahren wurden 1992 in 41 Fällen
Ölproben verglichen und dabei 186 Proben unter
sucht. Die Zahl der untersuchten Fälle ist damit
etwas niedriger als in den vergangenen Jahren
(1988: 49; 1989: 57; 1990: 54; 1991: 55 Fälle). In
etwa der Hälfte der Fälle konnte der Verursacher
der Ölverschmutzung anhand der chemischen
Analyse ermittelt werden.
Im Projekt „Oiled Seabirds“, das von der EG
unterstützt wird, wurden 1992 352 Proben aus
dem Gefieder von verölten Seevögeln und von
Strandverschmutzungen aus den Niederlanden,
der Bundesrepublik Deutschland und Dänemark
untersucht. Die Ergebnisse aus den Vorjahren
wurden bestätigt: In der Mehrzahl der Fälle han
delt es sich um Rückstände aus dem „normalen“
Schiffsbetrieb, die auf See verbotswidrig eingelei
tet wurden. Daneben treten aber immer wieder
mehr oder weniger massive Verschmutzungen
durch Rohölrückstände vor allem an der Nord
westküste Dänemarks auf. In den Fällen, in de
nen Rohöle aus Libyen, Venezuela und dem Mitt
leren Osten vorgefunden wurden, können die Ver
schmutzungen nur aus unerlaubten Tankwa
schungen von Rohöltankern stammen. Bei den
als „Nordsee-Rohöl“ identifizierten Verschmut
zungen ist allerdings nicht auszuschließen, daß
sie direkt von Plattformen der Nordsee stammen.
Beobachtungen über auffällige Ereignisse im
Meer
Dem BSH wurde die Aufgabe übertragen,
Beobachtungen über auffällige Ereignisse in
Nord- und Ostsee zusammenzutragen, aufzuar
beiten und interpretiert den zuständigen Ministe-
Überwachung
rien, Behörden und Instituten zur Verfügung zu
stellen (Meeres-Umwelt-Report-System MUR-
SYS).
Auch in diesem Jahr erhielt das BSH regel
mäßig Berichte über die Algensituation in Nord-
und Ostsee vom IOW, vom Landesamt für Umwelt
und Natur des Landes Mecklenburg-Vorpom
mern, von der Meeresstation Helgoland und der
Wattenmeerstation Sylt der BAH, dem Landes
amt für Wasserhaushalt und Küsten des Landes
Schleswig-Holstein, dem Niedersächsischen
Landesamt für Wasser und Abfall sowie - gele
gentlich - von Dienststellen des Bundesgrenz
schutzes, der Wasserschutzpolizei und der Was
ser- und Schiffahrtsverwaltung. Erstmals wurden
auch Informationen aus Norwegen geliefert.
Diese Meldungen wurden zusammen mit
Beiträgen des SWA zur Wetterlage und des BSH
zu Strömungen, Wassertemperatur, Salzgehalt
und Sauerstoffkonzentration zusammengefaßt
und den zuständigen Institutionen übersandt.
Das BSH ist Kontaktstelle des Algenfrüh
warnsystems ALGPOLREP des Paris-Uberein
kommens. Eine Meldung über außergewöhnliche
Algenvorkommen in Finnland lief beim BSH ein.
Beobachtungen von auffälligen Ereignissen
wurden dem BMU sofort übermittelt.