der-Meßprogramm für die Küstengewässer der
Nordsee (BLMP) und für die Richtlinie der EG
zur Überwachung der Abwässer aus der Titan
dioxid-Industrie. Außerdem wurde ein Beitrag
zum Monitoring Master Plan (MMP) der North
Sea Task Force (NSTF) geleistet, wofür das
NSTF-Gebiet Nr. 7a in der mittleren Nordsee un
tersucht wurde.
Die Überwachung war auch 1992 in das ge
meinsame und einheitliche Stationsnetz der For
schungsvorhaben OPTINOM und TUVAS inte
griert, die zum 30. August 1992 wie geplant been
det wurden. Forschungs- und Überwachungs
fahrten wurden im Januar, März und September
in die Deutsche Bucht durchgeführt.
Zur Überwachung werden derzeit folgende
Schwermetaile regelmäßig analysiert: Quecksil
ber, Cadmium, Blei, Kupfer, Zink, Nickel, Cobalt,
Eisen, Mangan und Chrom. Als Analysenverfah
ren werden weit überwiegend die Totalreflexions-
Röntgenfluoreszenzanalyse (TRFA) sowie die in-
vers-Voltammetrie (ASV) und die Atomabsorp-
tionsspektrometrie mit Graphitrohr (GFAAS) und
Kaltdampf (CVAAS) eingesetzt.
Erste Ergebnisse der Auswertungen der
großen Zahl von Daten aus Überwachung und
den Projekten OPTINOM und TUVAS zeigen die
Abbildungen 2 und 3. Exemplarisch wurden hier
nur die Metalle Nickel und Zink ausgewählt; in
„box and whisker plots“ sieht man die Variabilität
der Schwermetallkonzentrationen im filtrierten
Meerwasser als zeitliche Reihe über alle Proben
nahmefahrten in den Projekten jeweils für alle
Stationen des Netzes. Die zeitliche Folge (Abb. 2)
zeigt für Zink eine auffällige und charakteristische
jahreszeitliche Abhängigkeit mit hohen Werten im
Winter und niedrigen im Sommer. In der räum
Überwachung
liehen Verteilung von Zink ergibt sich eine hohe
Variabilität der Konzentrationen an den einzelnen
Stationen, jedoch nur ein geringer räumlicher
Gradient oder Gang. Nickel hingegen zeigt genau
das gegenteilige geochemische Verhalten: In der
zeitlichen Folge über alle Seereisen erkennt man
ein gleichförmiges Verhalten der Werte in Median
und Variabilität (Abb. 3). Die Konzentrationen des
Nickels entlang der Stationsreihe hingegen zeig
ten einen auffälligen Gang mit jeweils einem deut
lichen Gradienten entlang der vier Schnitte von
der offenen See auf das Land zu, in die das ein
heitliche Stationsnetz zerlegt werden kann.
Die Tabelle bringt einen vereinfachten Ver
gleich der Mediane der Konzentrationen von
wichtigen Schwermetallen in filtrierten Meerwas
serproben auf allen Stationen. Hier wurden zur
besseren Vergleichbarkeit nur die Ergebnisse der
TRFA ausgewählt. Es wurden alle Daten aus der
Überwachung in den Jahren 1988 und 1989 und
dann zum Vergleich alle Meßwerte aus den For
schungsprojekten OPTINOM und TUVAS in die
Berechnung der Mediane einbezogen. Es ist er
kennbar, daß lediglich Cobalt in allen drei Fällen
die gleichen Konzentrationen aufweist; alle ande
ren Metalle zeigen sehr deutliche Unterschiede,
und zwar durchaus nicht im gleichen Sinne. Der
Grund liegt in den sehr unterschiedlichen geo
chemischen Eigenschaften der Schwermetalle
und deren unterschiedlichen Quellen und Senken
in der Deutschen Bucht.
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