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Full text: Jahresbericht 1992

Technische Schiffssicherheit 
Referenz verwandt werden und zeitweilig gezielt 
Satelliten-Konstellationen nur aus Block I-Satelli- 
ten bestehend herangezogen werden. Die Block I- 
Satelliten sind reine Versuchssatelliten, die im 
Gegensatz zu den Block Il-Satelliten, den Be 
triebssatelliten, nicht mit SA beaufschlagt wer 
den. Die von den GPS-Anlagen ermittelten Posi 
tionen wurden kontinuierlich geplottet, während 
FS GAUSS mit konstanter Fahrt und konstantem 
Kurs fuhr. Diese Positionen liegen ohne SA-Be- 
trieb in gleichmäßigem Abstand auf einer gera 
den Linie. Bei aktiviertem SA-Betrieb hingegen 
zeigen die GPS-Positionen eine stetig veränderli 
che Abweichung vom wahren Schiffsort. Diese 
Abweichungen stellen sich als niederfrequent va 
riierende Querablagen mit beobachteten Maxi 
malablagen bis zu ±300 m, als periodische Fehler 
In Bewegungsrichtung des Schiffes oder als Kom 
bination aus beidem dar. Es waren hierbei über 
die Zeit weder die Amplitude noch die Frequenz 
der Abweichungen konstant. Beim Vergleich zeit 
gleicher Ergebnisse verschiedener Anlagetypen 
zeigten sich bei SA-Betrieb sowohl Differenzen 
in den Verläufen der geplotteten Positionen als 
auch unterschiedlich große Positionsfehler. Bei 
der Betrachtung der HDOP-Werte, den Ver 
schlechterungsfaktoren infolge der jeweiligen 
geometrischen Satellitenkonstellation, bei akti 
vem und inaktivem SA-Betrieb, wird deutlich, daß 
über den FIDOP-Wert nur sehr bedingt zu erken 
nen ist, ob die Verschlechterung aktiviert ist und 
gegebenenfalls in welchem Umfang. 
Inzwischen werden GPS-Anlagen auch mit 
einem True-Motion Impulsausgang angeboten, 
der 200 Impulse pro zurückgelegter Meile abgibt. 
Dies entspricht der üblichen Information, die von 
herkömmlichen Fahrtmeßanlagen abgegeben 
und in Radaranlagen und anderen nautischen 
Systemen als Geschwindigkeitsinformation ver 
arbeitet wird. Für eine erste Abschätzung, ob der 
artig ausgerüstete GPS-Anlagen als Fahrtmeß 
anlagen (Fahrt über Grund) wie seitens der Her 
steller vorgesehen verwendbar sind, wurde ne 
ben der Position auch das Signal des Impulsaus 
ganges einer der vorstehend untersuchten Anla 
gen ebenfalls aufgezeichnet. Verglichen mit der 
vom DOLOG Im BOTTOMTRACK ermittelten 
Schiffsgeschwindigkeit von 10 + 0,1 kn lagen die 
Geschwindigkeiten aus GPS zur gleichen Zeit bei 
10 ±2 kn mit aktiviertem SA-Betrieb. Es wurden 
zu anderen Zeiten bei einer Schiffsgeschwindig 
keit von 8 kn aber auch Streuungen von ±5 kn 
beobachtet. Diese Unsicherheiten, die auch bei 
den Kursanzeigen der GPS-Anlagen beobachtet 
wurden, sind abhängig vom Umfang der aktivier 
ten Systemverschlechterung. Der Verlauf der va 
riierenden Unsicherheit kann von zivilen Nutzern 
an Bord ohne äußere Hilfen wie z. B. Differential- 
GPS nicht korrigiert werden. 
Aus diesen Anfangsuntersuchungen ergibt 
sich, daß 
- eine verantwortungsvolle Navigation mit 
GPS nicht mit kleineren Unsicherheiten 
als ±300 m (99,9%), der von den USA 
gewährleisteten System(un)sicherheit 
ausgehen kann, 
- GPS-Anlagen vorerst keinen Ersatz für 
herkömmliche Fahrt meß- und Kompaß 
anlagen darstellen. 
Als Basismessungen zur Bestimmung von 
Position und Geschwindigkeit nach dem GPS- 
NAVSTAR Navigationsverfahren werden Entfer 
nungsmessungen zu mehreren im Sichtbereich 
der Empfangsantenne befindlichen GPS-Satelli-
	        
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