accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1992

technik Einzug in den Seenotfunk gehalten. Als 
Mindestausrüstung für die Variante INMARSAT 
im Seegebiet A3 ist die Schiffserdfunksteile (SES) 
des Standard-C-Systems vorgeschrieben. Von 
diesen Anlagen können Seenotalarmierungen 
überTelex von See nach Land ebenso übertragen 
wie bei bekannten Adressaten in der entgegenge 
setzten Richtung. Natürlich können auch SESs 
des Standard-A-Systems benutzt werden, über 
die auch Sprache und Daten übertragen werden 
können. Um ähnlich wie bei NAVTEX MSI-lnfor- 
mationen und Seenotalarmierungen in der Rich 
tung von Land zur hohen See übertragen zu kön 
nen, hat die INMARSAT auf der technischen Ba 
sis des Standard-C-Systems das EGC (Enhan 
ced Group Call) System entwickelt. Die Beson 
derheit bei EGC ist, daß die Sendungen gezielt 
in vorgewählte Seegebiete abgestrahlt werden 
können. 
Für die Alarmierung von See nach Land sind 
zusätzlich zwei Systeme von Funkbaken entwik- 
kelt worden, die in Bojen installiert im Seenotfall 
selbstätig aufschwimmen und über Satelliten 
Alarm auslösen können (Satelliten-Seenotfunk- 
baken (Satelliten-EPIRBs)). 
Das in Deutschland entwickelte DRCS-Sy- 
stem ist von INMARSAT unter der Bezeichnung 
INMARSAT-E als Bestandteil ins GMDSS einge 
führt worden. 
Die Baken übermitteln nach ihrer Aktivierung 
auf Frequenzen im INMARSAT-Band (1,6 GHz) 
in wenigen Minuten die Seenotmeldungen über 
die INMARSAT-Satelliten an CESs, die mit spe 
ziellen Empfangs- und Auswerteeinrichtungen 
ausgerüstet sind. Von dort werden sie den den 
CESs zugeordneten Seenotleitstellen (RCC) 
übermittelt. 
GMDSS 
Das zweite Bakensystem wurde von den 
USA, Frankreich, Kanada und der ehemaligen 
UdSSR entwickelt und unter dem Namen COS- 
PAS-SARSAT bekannt. 
Es nutzt auf niedrigen Polarbahnen umlau 
fende Satelliten, eigene Erdfunkstellen (Local 
UserTerminals, LUT) und die Frequenz 406 MHz. 
Die Weiterleitung der Seenotmeldungen von 
den LUTs zu den RCCs erfolgt in einem sehr 
komplizierten Nachrichtennetzwerk über eigene 
Kontrollzentren (Mission Control Center, MCC). 
Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile 
favorisiert Deutschland das INMARSAT-E System 
wegen dessen kurzen Übertragungszeiten. We 
gen der niedrigen Höhe der COSPAS-SARSAT- 
Satelliten-Bahnen (800 bis 1000 Km) und dem 
mit abnehmender geographischen Breite zuneh 
menden Abstand der Projektionen dieser Bahnen 
auf die Erdoberfläche kann es zwischen Aktivie 
rung der Baken und dem Empfang der Seenot 
meldungen durch die LUTs zu erheblichen zeitli 
chen Verzögerungen kommen. 
Auch bei System und Technik für Zielfahrt 
und Zielanflug hat das GMDSS mit dem früheren 
Seenotfunk-System gebrochen. Hierfür wurde 
der 9-GHz-Search and Rescue-Radartranspon- 
der (SART) entwickelt. Er wird sowohl auf den 
Schiffen als auch in Überlebensfahrzeugen ein 
gesetzt. Wenn Impulse von 9-GHz-Radaranlagen 
den Empfänger des SART erreichen, sendet sein 
Sender auf der gleichen Frequenz zwölf in glei 
chen Abständen angeordnete Impulse, die auf 
den Radarschirmen wie Perlenketten abgebildet 
werden. An diesen Perlenketten kann bei Zielfahrt 
und Zielanflug mittels Radar die Position von 
Schiffbrüchigen erkannt werden. 
143
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.