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Full text: Jahresbericht 1992

GMDSS 
der Firma Dornier. 
Der BMFT förderte die Entwicklung des Sy 
stems in namhaftem Umfang und beteiligte sich 
neben dem BMV an der Finanzierung der Emp 
fangs- und Auswerteeinrichtungen (DRP). 
Der erste DRP wurde in der CES Raisting 
(Bayern) installiert, die übrigen folgen in Perth 
(Australien), Niles Canyon (USA) und Odessa 
(Ukraine). 
Weil von allen diesen CESs jeweils zwei von 
den vier INMARSAT-Ozeanbereichen bedient 
werden, wird durch die Wahl der Standorte eine 
weltweite Bedeckung mit Redundanz erreicht. 
Mit der offiziellen Einführung von INMAR- 
SAT-E ist dieses System nun Bestandteil des 
Weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksytems 
(GMDSS) geworden. 
GMDSS 
Am 1. Februar 1992 begann die stufenweise 
Einführung des GMDSS in die Seeschiffahrt, die 
am 1. Februar 1999 abgeschlossen sein soll. Die 
Abkürzung GMDSS steht für „Global Maritime 
Distress and Safety System“, für das die deutsche 
Bezeichnung „Weltweites Seenot- und Sicher 
heitsfunksystem“ vereinbart worden ist. 
Das GMDSS wurde zwischen 1979 und 
1988 von der IMO entwickelt und 1988 von einer 
Regierungskonferenz in Form einer Änderung 
des „Internationalen Übereinkommens zur Siche 
rung des menschlichen Lebens auf See“ be 
schlossen. 
Danach sind alle Schiffe mit Bruttoraumzah 
len von mehr als 300 RT, die diesem Übereinkom 
men unterliegen, zur Einhaltung der GMDSS- 
Vorschriften verpflichtet. Für Schiffe, die dem 
Übereinkommen nicht unterliegen (z. B. Sport 
fahrzeuge) hat die IMO Empfehlungen beschlos 
sen. 
Gemäß der 4. Änderungsverordnung zur 
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) gilt für 
deutsche Schiffe keine untere Tonnagegrenze. 
Die Einführung des GMDSS wurde erforder 
lich, weil die Teilsysteme des alten Seenotfunksy 
stems (500 kHz Telegrafiefunksystem, 2182 kHz- 
und ÜKW-Kanal-16-Sprechfunksystem) tech 
nisch und betrieblich nicht mehr zu verbessern 
und zu verzahnen sind. Außerdem waren sie nicht 
geeignet, moderne nachrichtentechnische Ele 
mente wie die Satellitentechnik und digitale Über 
tragungstechniken zu integrieren. 
So mußte ein System entwickelt werden, 
daß fast vollständig mit dem bisherigen bricht. 
Während im bisherigen System das Rück 
grat der Seenotalarmierung die Schiff-zu-Schiff- 
Verbindung war, so ist dies im GMDSS die Verbin 
dung vom Schiff in Not über Küstenfünkstellen 
oder Satelliten und Küstenerdfunkstellen zu den 
Seenotleitungen (RCC) und von diesen zurück 
zu Schiffen im Gebiet des Seenotfalles. 
Die Art der Ausrüstung richtet sich auch 
nicht mehr nach der Größe der Schiffe (die typi 
sche Grenze zwischen 500 kHz-Telegrafiefunk 
und 2182 kHz-Sprechfunk lag z. B. bei 1600 RT). 
Im GMDSS sind die Ausrüstungsverpflichtungen
	        
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