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Full text: Jahresbericht 1992

echnische Schiffssicherheit 
i 
Vernetzung der verschiedenen nationalen Melde 
systeme über den Transport von Containern mit 
gefährlichen Ladungen bewirkt werden kann. Der 
Informationswert über Containerverluste auf See 
ist, soweit solche Meldungen überhaupt erfolgen, 
nicht ausreichend für eine Suche, Sicherung und 
Bergung. Die Verlustmeldung eines Containers 
mit gefährlicher Ladung auf See sollte automa 
tisch erfolgen, da ein Verlust nur in den seltensten 
Fällen von der Schiffsführung bemerkt werden 
kann und nur eine sofortige Meldung eine realisti 
sche Möglichkeit eröffnet, einen verlorenen Con 
tainer wiederzufinden. Darüber hinaus führen ver 
spätete Meldungen zu längeren Suchvorgängen, 
die wiederum mit erhöhten Kosten verbunden 
sind. 
Ortungshilfen, die an Containern fest ange 
bracht sind, müssen bestimmte Kriterien erfüllen. 
Die Anbringung darf z. B. nicht zu einem Mehrauf 
wand beim Stauen und Laschen führen und die 
Ortung des Containers muß sowohl über als auch 
unter Wasser möglich sein. Die zur Zeit verfügba 
ren Systeme erfüllen nicht alle notwendigen An 
forderungen. 
Die Ergebnisse der Untersuchung werden 
vom BMV ausgewertet. 
INMARSAT-E 
Mit einem Festakt wurde am 10. Dezember 
auf dem Gelände und unter der Schirmherrschaft 
der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff 
brüchiger (DGzRS) das INMARSAT-E-System of 
fiziell eingeführt. 
Bei INMARSAT-E handelt es sich um ein 
System von selbsttätig aufschwimmenden Bojen, 
die mit Hilfe eingebauter Funkbaken über die 
Seefunksatelliten der Internationalen Seefunk- 
satelliten-Organisation INMARSAT Seenotalarm 
auslösen können. 
Die von den Bojen übermittelten Notmeldun 
gen enthalten u. a. die Identifikation des Schiffes, 
die Seenotposition, die durch einen eingebauten 
Satellitennavigations-Empfänger ermittelt wird 
und den Zeitpunkt der Bakenaktivierung. 
Empfangen werden die Notmeldungen in 
bestimmten Küstenerdfunkstellen (CES) des IN- 
MARSAT-Systems, ihre Auswertung erfolgt durch 
spezielle Empfangs- und Auswertegeräte. Von 
dort werden sie an die den CES zugeordneten 
Seenotleitungen (Rescue Coordination Center, 
RCC) weitergeleitet. 
Der große Vorteil des Systems beruht auf 
der Nutzung geostationärer Satelliten, die aus al 
len Bereichen der Erdoberfläche (mit Ausnahme 
der Polkappen) die Übermittlung der Seenotmel 
dungen innerhalb von nur wenigen Minuten er 
möglichen. 
Das Bojensystem wurde in Deutschland un 
ter maßgeblicher Mitwirkung durch das BSH ent 
wickelt. Die Idee stammt aus der Deutschen For 
schungsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V. 
(DLR), zur Industriereife gebracht wurde es von
	        
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