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Full text: Jahresbericht 1992

Verlust von Containern auf See 
Aufgrund dieser neuen Regelung, die welt 
weit voraussichtlich in ca. drei Jahren in Kraft 
treten wird, können künftig zwei Rundumlichter 
horizontal am Mast in einem maximalen Abstand 
von ca. 0,8 m geführt werden, womit das Problem 
für die Schiffbauindustrie gelöst wäre. 
Der Abstand von 0,8 m ergibt sich aus der 
Tatsache, daß das Auflösungsvermögen des 
menschlichen Auges etwa 90" beträgt und aus 
der Vorgabe der IMO, daß zwei horizontal ange 
brachte Rundumlichter in einem Abstand von 
1 sm nur noch als ein Licht erkannt werden dürfen 
(tan 90" x 1852 m = 0,81 m). Unter Auflösungsver 
mögen des menschlichen Auges versteht man 
die Fähigkeit, zwei benachbarte punktförmige 
Objekte unter einem bestimmten Sehwinkel noch 
getrennt erkennen zu können. Der Wert des Auf 
lösungsvermögens von 90" wurde unter Seebe 
dingungen auf ATAIR durch zahlreiche Versuche 
mit der Anbringung von Rundumlichtern in unmit 
telbarer Nähe zum Mast ermittelt. 
Verlust von Containern auf See 
Das BSH hatte 1992 einen Auftrag für eine 
Untersuchung an die Bietergemeinschaft HPC 
Hamburg Port Consulting GmbH und HPTI Ham 
burg Port Training Institute GmbH erteilt. 
Die Untersuchung hatte zum Ziel, die ge 
samte mögliche Transportkette eines Containers 
mit gefährlicher Ladung zu untersuchen und die 
Schwachstellen dieser Kette, die zu Container 
verlusten führen können, zu analysieren. Die Un 
tersuchung zeigt die Wege auf, die zu einer Ver 
ringerung der Containerverluste mit gefährlicher 
Ladung führen können. 
Anlaß der Untersuchung war u.a. die 
Schlußerklärung der 3. Internationalen Nordsee 
schutz-Konferenz, in der das Ziel vorgegeben 
wird, das Risiko eines Verlustes von Containern 
auf See zu verringern und eine schnelle Auffin 
dung verlorengegangener Container zu ermögli 
chen. 
Der weltweit ständig steigende Anteil von 
Containern am Transportaufkommen zeigt, welch 
ein Gefährdungspotential auch bei geringen Ver 
lustraten für die Umwelt und die Schiffahrt entste 
hen kann oder schon vorhanden ist. Es ist davon 
auszugehen, daß etwa 5% der Container mit Ge 
fahrgütern beladen sind. Das entspricht für 1990 
auf der Nordsee mit ca. 16% des Weltcontainer 
aufkommens etwa 500 000 Containern mit Ge 
fahrgütern. 
Die Untersuchung ist im BSH im Juli vorge 
stellt worden. 
Die Studie analysiert die verfügbaren Daten 
über Containerverluste auf See und ermittelt die 
vorhandenen Möglichkeiten zur Verringerung des 
Verlustrisikos. Sie zeigt die Schwachstellen bei 
der Ladungssicherung auf und ermittelt die Da 
tenzugriffsmöglichkeiten. Im Bereich des Daten 
zugriffs sind Überlegungen anzustellen, wie eine
	        
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