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Full text: Jahresbericht 1992

Technische Schiffssicherheit 
See-Erprobung einer Anlage für die Ortung fremder Schall 
signale zur Unterstützung des Ausgucks in geschlossenen 
Brücken 
Um die Aufgaben des herkömmlichen Aus 
gucks nach Regel 5 der Kollisionsverhütungsre 
geln auf Schiffen mit geschlossener Brücke oder 
auf Schiffen, die an der Erprobung des Ein-Mann- 
Brückenwachdienstes teilnehmen, wahrnehmen 
zu können, ist von einem deutschen Hersteller 
eine Schallortungsanlage entwickelt worden, die 
Schallsignale fremder Schiffe im geschlosssenen 
Brückenbereich hörbar und auf einer optischen 
Anzeige zusätzlich richtungsabhängig sichtbar 
machen soll. 
Eine Erprobung dieser Anlage fand auf 
VWFS ATAIR in der Nähe der Fährlinie Putt- 
garden-Rödby mit Unterstützung der Fähren 
THEODOR HEUSS, KARL CARSTENS und 
DEUTSCHLAND im Oktober statt. Hierbei sollte 
u. a. Im Vergleich zum konventionellen Ausguck 
die Leistungsfähigkeit der Schallortungsanlage 
festgestellt werden. 
Die Schallortungsanlage bestand aus vier 
außerhalb der Brücke angebrachten Mikrofonen, 
vier Brückenlautsprechern, einem Verstärker und 
einer optischen Anzeigeeinheit (s. Abb. 42). 
Die Fähren gaben nach Absprache regelmä 
ßig Schallsignale ab, die von der Schallortungs 
anlage auf ATAIR empfangen und In der Brücke 
angezeigt wurden. Zusätzlich wurden von einem 
herkömmlichen Ausguck die Signale außerhalb 
der Brücke erfaßt und protokolliert. Um die nauti 
sche Eignung beurteilen zu können, wurden die 
Schallsignale auf ATAIR bei verschiedenen Ge 
schwindigkeiten und Windrichtungen empfangen, 
während die Fähren mit Dienstgeschwindigkeit 
(13 bis 16 kn) fuhren und ca. jede Minute ein 
langes Schallsignal abgaben. Ferner wurden un 
terschiedliche Anordnungen der Mikrofone er 
probt. 
Im Vergleich zum konventionellen Ausguck 
konnte die Schallortungsanlage nicht in jedem 
Fall eindeutige Ergebnisse liefern. Insbesondere 
waren bei zunehmender Schiffsgeschwindigkeit 
die Windgeräusche an den Mikrofonen und somit 
in den Brückenlautsprechern derart störend, daß 
nur wenige Signale erkannt werden konnten. 
Auch auf der optischen Anzeige waren bei starken 
Windgeräuschen keine Schallsignaie zu erken 
nen, da eine Trennung zwischen dem Schallsi 
gnal und den Umweltgeräuschen nicht möglich 
war. In unmittelbarer Nähe (0,5 sm) zum signalge 
benden Fahrzeug oder bei bestimmten Windver 
hältnissen war die optische Anzeige durch das 
ankommende Schallsignal übersteuert, so daß 
keine Richtungszuordnung möglich war. Über die 
Brückenlautsprecher war eine eindeutige Rich 
tungszuordnung der Schallsignale nur im Zen 
trum der 4 Lautsprecher möglich. 
Zusammenfassend wurde festgestellt, daß 
die Schallortungsanlage verbesserungsbedürftig
	        
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