Fächerlot
Ausbildung
Vom 6.1. bis 27 3. 92 und vom 19.10. 92 bis
22.1.93 (je 12 Wochen) fanden Lehrgänge für
die Fortbildung zum Seevermessungstechniker
statt, an dem 25 Mitarbeiter aus dem BSH und
den Bereichen der Wasser- und Schiffahrtsdirek
tionen Nord und Nordwest teilnahmen. Da fast
die Hälfte der Teilnehmer aus Mecklenburg-Vor
pommern kam, wurden die Lehrgänge in Ribnitz-
Damgarten und Rostock abgehalten. Sie endeten
mit den Prüfungen durch den vom BMV einge
setzten Prüfungsausschuß für die Fortbildung
zum Seevermessungstechniker.
Derzeit werden für den Ausbildungsberuf
„Kartograph/in“ drei Auszubildende In Hamburg
und eine Auszubildende in Rostock ausgebildet.
Zwei weitere Ausbildungsplätze für Kartographen
sind nicht besetzt. Zwei Berufspraktikanten der
Technischen Fachhochschulen für Kartographie
haben hier ihre praktischen Semester absolviert.
Darüberhinaus wurden einige Schülerpraktikan
ten unterwiesen.
Einsatz des neuen Fächersonarsystems „Hydrosweep MD“
Nachdem das auf dem VWFS WEGA instal
lierte Fächerecholotsystem HYDROSWEEP MD
im Oktober 1991 abgenommen worden war, kam
es erstmals im März 1992 bei einer Forschungs
fahrt in der östlichen Ostsee zum Einsatz.
Die Anlage besteht aus einem Fächersonar
system mit 79 Strahlen und einem Auswerte- und
Karteisystem HYDROMAP 300 und ermöglicht
die flächendeckende Erfassung des Meeresbo
dens Im Tiefenbereich von 10 m bis 900 m. Die
Lotstrahlen werden quer zur Schiffslängsachse
(Fahrtrichtung) ausgesandt und in 79 schmalen
Einzelstrahlen wieder empfangen (s. Abb. 37).
Mit diesem Fächer kann ein Streifen vermessen
werden, der bis zu achtmal so breit ist wie die
Wassertiefe unter den Schwingern. Damit ist die
ses System besonders für die Vermessung von
Flachwassergebieten wie sie innerhalb des deut
schen Küstenmeeres und Kontinentalsockels
vom BSH durchzuführen sind, geeignet, ebenso
bei der Wracksuche, wo wegen der Breite des
Streifens unter Umständen ein einziger Überlauf
für die Erfassung der geringsten Tiefe über dem
Wrack ausreicht. Wenn allerdings zu vermuten
ist, daß die höchste Stelle des Wracks durch feine
spitze Gegenstände wie Masten gebildet wird,
muß nach wie vor durch einen Taucher sicherge
stellt werden, daß auch wirklich die geringste Tie
fe erfaßt wurde.
Die Tiefenreichweite des Sonarsystems
wurde im Frühsommer auf einer Fahrt nach Mo
naco überprüft. Dabei haben sich die vom Her
steller spezifizierten Angaben im wesentlichen
bestätigt.
Im Verlauf des weiteren Jahres wurden die
Tiefwasser-Jadeansteuerung und ein Teil des
Tiefwasserweges mit dem Fächerecholot ver
messen. Im gleichen Zuge wurden die vermesse
nen Gebiete vollständig nach Unterwasserhinder
nissen abgesucht. Die infolge der Sand-
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