gramm COST mit dem Thema Elektronische See
karte. Hierzu wurde im Dezember 1992 ein neuer
Unterausschuß, COST326, eingerichtet, der u. a.
eine Plattform für in Europa stattfindende natio
nale ECDIS-Projekte abgeben soll. Auf der ersten
Sitzung dieses Ausschusses wurde beschlossen,
ein Arbeitsprogramm auszuarbeiten und den
COST-Mitgliedern zur Entscheidung vorzulegen.
Internationale Hydrographische Organisation
Im Mai fand die turnusmäßig alle 5 Jahre
tagende Internationale Hydrographische Konfe
renz am Sitz der IHO in Monaco statt. Beteiligt
waren rd. 50 der derzeit 58 Mitgliedsstaaten. Be
gleitet wurde diese Konferenz von einer Industrie
ausstellung, an der auch eine Reihe deutscher
Firmen teilnahm. Darüberhinaus nutzten zahlrei
che Mitgliedsstaaten die Gelegenheit der Konfe
renz, ihren technischen Stand auf dem Gebiet
der Hydrographie durch Entsendung ihrer For-
schungs- und Vermessungsschiffe zu demon
strieren. Auch Deutschland war hier mit seinem
neuesten Forschungs- und Vermessungsschiff,
dem VWFS WEGA vertreten und konnte erfolg
reich den wohl derzeit modernsten technischen
Stand eines hydrographischen Schiffes vorfüh
ren.
Unter den erörterten Fachthemen der Kon
ferenz standen neben Haushalts- und Organisa
tionsfragen die Themen Internationale Seekar
ten, Urheberrechtsschutz für Karten und
Nautische Veröffentlichungen sowie die Elektro
nische Seekarte im Vordergrund.
Von der Konferenz wurde die von Deutsch
land erstmals 1987 veröffentlichte internationale
Seevermessung und Automation
Karte 1 (Verzeichnis der Zeichen und Abkürzun
gen in Seekarten) als die offizielle IHO-Referenz-
veröffentlichung anerkannt. Damit genießt die
INT 1 denselben Status wie lNT-Karten allgemein.
Besonderes Schwergewicht lag auf der Er
örterung der Frage, wie hydrographische Dienste
vor dem Hintergrund einer sich immer mehr aus
weitenden Nutzung der hydrographischen Daten,
sowohl in anderen Kartenwerken als auch in digi
talen Produkten, besseren Nutzen aus dem ihnen
zustehenden Urheberrecht ziehen können. Da
diese kontrovers diskutierte Frage nicht auf der
Konferenz selbst gelöst werden konnte, wurde
sie an eine spezielle Arbeitsgruppe verwiesen,
die auf einer Sitzung im November in Monaco
hierfür einen Vorschlag ausarbeitete. Dieser sieht
bei den Papierprodukten ein Verfahren vor, das
künftig die Auswertung fremdländischen Grund
lagenmaterials zum Zwecke der Herstellung eige
ner nationaler Produkte stark einschränkt; statt-
dessen werden in Zukunft durch bilaterale
Abkommen die Originale der Produkte der Her
stellerstaaten verwendet werden müssen. Für di
gitale Daten wird der Datenaustausch vom Ab
schluß bilateraler Vereinbarungen abhängig
gemacht.
Im Bereich der Regionalkommissionen der
Nordsee und der Ostsee gab es 1992 wegen der
Internationalen Hydrographischen Konferenz kei
ne Sitzung. Für die 1993 geplanten Sitzungen der
North Sea Hydrographie Commission und der
Baltic Sea Hydrographie Commission fanden in
Puttgarden und in Berlin bilaterale Besprechun
gen mit Dänemark statt, das z. Z. dort den Vorsitz
hat. Hierbei wurden Planungen und gemeinsame
Probleme erörtert.
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