In der Nähe des Adlergrundes (Ostsee) wurden
kombinierte magnetische und akustische
Wracksuchmethoden eingesetzt, um ein Gebiet
von ca. 200 km 2 Fläche auf einem dichten Profilnetz
mit ca. 200 m Profilabstand systematisch
nach Munition abzusuchen. Damit wurde kurzfristig
auf Meldungen aus Presse und Medien reagiert,
denen zufolge in diesem Gebiet größere
Mengen Giftgasmunition aus dem Zweiten Weltkrieg
weit vor dem eigentlich dafür vorgesehenen
Versenkungsgebiet östlich von Bornholm verklappt
worden sein sollen. Bei der magnetischen
Vermessung wurde ein bisher unbekanntes
Wrack geortet, das jedoch, wie sich bei einem
späteren Tauchereinsatz zeigte, kein Gefahrgut
an Bord hatte. Weitere eisenhaltige Objekte wurden
nicht nachgewiesen.
In Zusammenarbeit mit der Technischen
Universität Hamburg-Harburg wurden die Untersuchungen
für das Forschungsvorhaben „Kompensation
des Schiffsfeldeinflusses auf eine
schiffsfest installierte Fluxgate-Gradiometeranlage
für ein Wracksuchschiff“ fortgeführt. Bei einer
Meßfahrt auf VWFS WEGA wurde die im Labor
aufgebaute Hardware zur Erprobung der Schaltungskonzepte
und der Auswertealgorithmen
überprüft. Durch Anwendung digitaler Filterverfahren
ließen sich die magnetischen Störeinflüsse
des Schiffes im Meßsignal soweit reduzieren,
daß signifikante Nutzsignale beim Überfahren
von Wracks erzeugt wurden. Es zeigte sich aber
auch, daß die Genauigkeit des vorhandenen
Fluxgate-Gradiometers vom Schaltungs- und
Konstruktionsprinzip her nicht ausreicht, um kleinere
Wracks oder Eisenkörper aufzufinden. Hier
sind technische und instrumenteile Weiterentwicklungen
erforderlich.
Seevermessung und Automation
Maritime Geodäsie, Automation
Für die Seevermessung und das Seekartenwerk
wurden geodätische Berechnungen ausgeführt;
ebenso für andere Dienststellen im Wege
der Amtshilfe.
Folgende Datenbestände wurden vorgehalten
und gepflegt:
- Datei der Unterwasserhindernisse und
Wracks,
- Datei der trigonometrischen Festpunkte,
- Datei der Begrenzungen der Arbeitskarte,
die in der Seevermessung verwendet
werden,
- Datei der Begrenzungen der Seekarten
in Verbindung mit der Seekartendatenbank.
Von Rostock aus wurden folgende geodätische
Arbeiten wahrgenommen:
- Bestimmung von 20 Objekten für die
Streifenkorrektur des Ortungssystems Hi-Fix-6
von Travemünde bis Boltenhagen,
- Topographische Aufnahme von 5 km Küstenlinie
der Barthemündung,
- Einmessung von Lage und Höhe von 10
Antennenstandorten der Syledis-Stralsund-Kette,
- Geometrische und trigonometrische Höhenbestimmung
von landfesten Seezeichen
in der Wismarer Bucht und vom
Leuchtfeuer Darßer Ort,
- Ergänzungsmessungen im Hafen Stralsund
und am Anleger Rostock-Gehlsdorf
zur Laufendhaltung des Ostseehandbuches
und des Hafenhandbuches Mecklenburg-Vorpommern,
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