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Volltext : Deutscher Programmbeitrag zum Globalen Ozeanbeobachtungssystem (GOOS) (BSH-Berichte, Nr. 18)

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BEITRAG  DER  BUNDESANSTALT  FÜR  GEWÄSSERKUNDE  (BIG),  KOBLENZ
BfG-Pl  -  Biologische  Langzeituntersuchung  (sublitorales  Makrozoobenthos)  der  deutschen  Nordsee-Ästuare;

Zielsetzung
Dieser  Teil  des  BfG-Beitrages  zu  GOOS  hat  zum  Ziel,  den  aktuellen  Zustand  des  Makrozoobenthos  im
sublitoralen  Bereich  der  deutschen  Nordsee-Ästuare  (Ems.  Jade,  Weser,  Elbe.  Eider)  zu  beschreiben
und  zu  bewerten;  die  zeitliche  Entwicklung  des  Bestandes  zu  beschreiben  und  zu  bewerten;  die  potentiellen ­
  Auswirkungen  von  Bagger-  und  Verklappungsmaßnahmen  auf  das  Makrozoobenthos  besser  beschreiben ­
  und  bewerten  zu  können.
Wissenschaftlicher  Kenntnisstand
Flußmündungen  sind  W'egen  ihrer  Größe.  Länge  und  Eigenart  eigenständige  Lebensräume  mit  großer
Biotopwelfalt.  Sie  stellen  ein  Bindeglied  und  Übergang  zwischen  marinen  und  limnischen  Lebensräumen ­
  dar.  Durch  das  hohe  Nährstoffangebot  und  die  Wasserströmung  wird  ein  hoher  biologischer  Umsatz ­
  erreicht,  die  suspendierten  Partikel  und  Trübstoffe  können  aber  u.a.  auch  Lichtmangel  bei  den
Pflanzen  verursachen  oder  aber  die  feinen  Kiemen  mancher  Tiere  verstopfen.  Die  schwankende  Salinität ­
  (Tide,  Süßwasserabfluß)  stellt  hohe  physiologische  Anforderungen  an  die  Organismen  und  kann  die
Süßwassertoleranz  einiger  mariner  Arten  überschreiten.  Nur  die  echten  Brackwasserarten  haben  sich
auf  diesen  Lebensraum  spezialisiert.  Diese  Funktionen  und  Biota  sind  intensiven  Nutzungen  und  Anpassungen ­
  durch  den  Menschen  unterworfen  worden,  die  zu  fundamentalen  Änderungen  der  Ökosystemcharakteristika ­
  mit  Verlusten  an  Arten,  Besiedlungsdichten  und  Leistungen  der  Biozönosen  geführt
haben.  Aufgrund  dieser  Veränderungen  gelten  Brackwasserzonen  der  Flüsse  ökologisch  als  stark  gefährdete ­
  Lebensräume.  Die  nachhaltigen  Einflüsse  übten  die  vor  mehr  als  tausend  Jahren  begonnene
Eindeichung,  die  Anpassung  der  Morphologie  des  Flußbettes  an  die  Schiffahrt  sowie  die  Verschlechterung ­
  der  Wasserqualität  durch  diverse  Einleitungen  aus.
Als  Ergebnis  internationaler  Vereinbarungen  wurde  für  den  Bereich  der  Wasser-  und  Schiffahrtsverwaltung ­
  die  "Handlungsanweisung  zur  Unterbringung  von  Baggergut  im  Küstenbereich
(HABAK-WSV)"  entwickelt.  Zw'eck  dieser  HABAK  ist  es,  Informationen  zur  Bewertung  möglicher
ökologischer  Folgen  zu  erhalten,  die  durch  die  Ablagerung  des  Baggergutes  aus  Unterhaltungsmaßnahmen ­
  verursacht  werden.  Durch  die  tidebedingten,  natürlichen  Sedimentumlagerungen  im  Küstenbereich ­
  findet  ständig  ein  erheblicher  Sedimenteintrag  in  die  Fahrrinnen  zu  den  großen  Hafenzufahrten
statt.  Im  Rahmen  der  Unterhaltung  muß  dieser  Eintrag  entfernt  werden,  um  die  garantierte  Fahrwassertiefe ­
  vorzuhalten.  In  den  deutschen  Seeschiffahrtsstraßen  der  Nordsee  werden  auf  diese  Weise  jährlich
etwa  30  -  50  Mio.  m 3  bewegt.  Zur  Einschätzung  der  Auswirkungen  ist  eine  umfassende  Kenntnis  zum
sublitoralen  Makrozoobenthosbestand  notwendig.  Die  Hauptfragestellungen  hierbei  sind;  Wie  stabil  ist
das  Arteninventar  (Zu-  oder  Abwanderung  von  Arten)  und  wo  liegen  die  Verbreitungsgrenzen  bestimmter ­
  Arten,  z.B.  von  Rote-Liste-Arten  wie  dem  Krebs  Corophmm  lacustre,  dem  Schwamm  Halichondria
  panicea  und  dem  Seeringelwurm  Sabellaria  spinulosa  oder  Brackwasserarten  wie  dem  Amphipoden
  Gammarus  salmusl  Das  Problem  liegt  dabei  hauptsächlich  in  der  räumlichen  Heterogenität
und  zeitlichen  Variabilität  der  sublitoralen  Benthosbesiedlung.  Im  Vordergrund  der  Monitoringuntersuchungen ­
  zum  Makrozoobenthosbestand  in  den  Ästuaren  steht  die  Identifizierung  möglicher  genereller
Veränderungen  im  Untersuchungsgebiet,  so  daß  durch  spezielle  Klappstellenuntersuchungen  dargelegte
biozönotische  Verschiebungen  im  Bereich  der  Verbringung  richtig  zugeordnet  werden  können.
Beobachtungs-  und  Untersuchungsmethoden
Einmal  jährlich  im  Herbst  werden  insgesamt  27  sublitorale  Stationen  auf  Makrozoobenthos  mit  van
Veen-Greifer  (0,1  m 2 ,  3-6  Parallelproben)  und  Forschungsdredge  (1  Hol  je  Station)  beprobt.  Die  Stationen ­
  sind  in  den  Mündungen  von  Ems,  Weser,  Elbe  und  Eider  (echte  Ästuare)  sowie  Jadebusen  und
            
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