Jahresbericht Nr. 8/1953
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Das Problem der Radarauffälligkeit der deutschen Küste wurde mit den
neuesten und gebräuchlichsten 3— bzw. 10-cm-Radargeräten untersucht und Be
schreibungen und charakteristische Schirmbildphotographien veröffentlicht.
Es wird erwogen, sie demnächst etwa als Anhang zu den entsprechenden See
handbüchern der Praxis zur Verfügung zu stellen.
Der Zeitdienst konnte seine Zeitsignalaussendungen und -aufnahmen im
bisherigen Umfang weiterführen. Für das im Bau befindliche Zenitfernrohr
wurde im Norden Hamburgs ein massives Beobachtungshaus errichtet. Der Zeit
messerprüfdienst erfuhr eine weitere beträchtliche Zunahme der Prüfungen von
Chronometern sowie Gebrauchs- und Taschenuhren.
Die erdmagnetischen Arbeiten des D.H.I., insbesondere die des Observa
toriums Wingst, erhielten insofern eine besondere Bedeutung, als sie nach
den neuesten Feststellungen wertvolle Hinweise für die Beurteilung der Funk
wetterlage geben können.
Der magnetische Einfluß verschiedener mechanisch wirkender Motoren
steuerstände auf den Steuerkompaß würde im Rahmen der Bearbeitung nautischer
Instrumente untersucht, sowie der erforderliche Schutzabstand von Magnetkom
passen zur ersten in Deutschland in lizenzbau hergestellten Radar-Anlage
festgelegt. An Magnetkompassen verschiedener Herkunft und Konstruktion wurde
der Einfluß 'der Schiffsbewegungen auf die Anzeige untersucht." Auch zur Prü
fung von Kreiselkompassen wurden verschiedene Meßmethoden ausgearbeitet und
die erforderlichen Meßeinrichtungen geschaffen.
Mt Hilfe des objektiven Farbglasprüfgeräts wurden die Farborte für ei
ne Anzahl von farbigen Zylindergläsern und Zylinder-Gürtellinsen für die
Binnenschiffahrt bestimmt.
Der Atlas-Fischfinder und die synchronisierte Elac-Fischlupe, die gleich
zeitig eine ungestörte Beobachtung von Echozeichen der Fische und des Bodens
auf dem Echo Schreiber und einem Kathodenstrahloszillographen ermöglichen,
wurden erprobt. Zur Feststellung von Schlickmächtigkeiten wurden Versuche
mit gleichzeitig arbeitenden lotanlagen auf den Frequenzen 15,30 bzw. 80 kHz
durchgeführt.
Fünf Funkpeilanlagen der Firmen Debeg, Electroacustic, Plath und Tele—
funken sowie die Decca-Eadar-Anlage 12, Lizenzbau der Firma Telefunken, wur
den als funktechnische Hilfsmittel einer eingehenden nautisch-technischen
Erprobung unter Bedingungen des praktischen Betriebes auf See unterzogen.
Sämtliche Anlagen erhielten auf Grund dieser Prüfungen die postalische Zu
lassung durch das Fernmeldetechnische Zentralamt.
Zur Erfassung der durchschnittlichen Ortungsgenauigkeit der deutschen
Deccakette wurden in der Nordsee einige Kontrollfahrten durehgeführt. Zu
sätzlich erfolgten mehrere Erprobungen der Ortungskonstanz des Consol-Funk
feuers Stavanger in der Nordsee bis etwa 62° N.
Infolge der Vergrößerung der Handelsflotte hat sich im Berichtsjahr
die Zahl der in Hamburg und bei den Außendienststellen des D.H.I.* zur Prü-