Nautische Technik
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lauht, den leitstrahldurchgang auf ein Zeichen genau zu erfassen. Nach
eingehender Daborerprobung und Schaffung ausreichender statistischer Unter
lagen insbesondere im Hinblick auf die Konstanz der Anzeige ist das Gerät mit
Erfolg an Bord von VFS. "Gauss" erprobt worden. Dabei hat sich die gleiche
objektive Zählgenauigkeit wie im labor ergeben. Mehrere Fahrten des VFS.
"Gauss” ln der Nordsee und westlichen Ostsee wurden dazu benutzt, mit die
sem Gerät die Ortungskonstanz des Consol-Funkfeuers Stavanger zu überprüfen.
Für die Aufnahme von Meßreihen, die mit Hörempfang nicht durchführbar sind,
bildete das Gerät die Voraussetzung. Die Auswertung der etwa 9200 Messungen
hat ergeben, daß die methodische Genauigkeit des Consol-Verfahrens auch in
der Praxis besteht. Weiter hat sieh gezeigt, daß Consol, wie erwartet, nicht
nachteffektfrei ist. Die Frage einer besseren Ausnutzung der unsicheren Sek
toren, die Beobachtung von Gebieten längs der norwegischen Küste auf Peil
ablenkungen durch Küstenbrechung und weitere Aufgabenstellung sind noch nicht
abgeschlossen.
Die weiteren Arbeiten am Gerät erstrecken sich nunmehr darauf, mit
einfachen Mittein eine Verstärkungsmöglichkeit der Consol-Impulse ohne we
sentliche Erhöhung des Störpegels zu erreichen. Ferner soll das eigentliche
Schreibsystem den Betriebsbedingungen an Bord angepaßt werden, wobei das
Ziel der Entwicklung die universelle Verwendungsmöglichkeit des Gerätes für
Consol-Sender verschiedener Tastgeschwindigkeit darstellt.
Als funktechnische Hilfsmittel wurden die folgenden Anlagen nautisch
technisch eingehend auf See unter Bedingungen des praktischen Betriebes ge
prüft:
der Funkpeilvorsatz GPV 50 der Firma Plath mit dem Empfänger SE
30 W'B der Firma Hagenuk,
die DEBEG-Kleinpeiler-Anlage E 516 mit Drehrahmen,
die Pedersen-Funkpeilanlage B 112/B 160 der Firma Electroacustic mit
Drehrahmen,
die Plath-Funkpeilanlage T 8 PI 39 mit Kreuzrahmen und Goniometer,
die Sichtfunkpeilanlage SFP 51/2 der Firma Plath mit Kreuzrahmen,
die Decca-Radar-Anlage 12, lizenzbau der Firma Telefunken.
Sämtliche Anlagen erhielten auf Grund dieser Prüfungen die postalische Zu
lassung durch das FTZ.
Die Zusammenarbeit mit dem Fernmeldetechnischen Zentralamt bei der Prüf-
fung der Baumuster von Navigationsfunkanlagen wurde weiter ausgebaut. Die
gemeinsam erarbeiteten technischen Vorschriften für Peilfunk-Anlagen sind in
zwischen der gerätebauenden Industrie zur Auflage gemacht worden. Die ent
sprechenden technischen Vorschriften für Radar-Anlagen auf deutschen See
schiffen sind vom Deutschen Hydrographischen Institut in Angriff genommen
worden, nachdem eine erste Vorabstimmung mit dem Feinmeldetechnischen Zen
tralamt bereits stattgefunden hat; der nautisch-technische Prüfanteil an
dieser Art von Navigationsfunkanlagen ist ungleich größer als bei Peilfuhk-
anlagen.