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Full text: Jahresbericht 1953

Jahresbericht Nr. 8/1953 
- Seite 36 - 
VI. NAUTISCHE TECHNIK 
1. Nautische Instrumente 
a) Kompasse. Die Arbeiten des Magnetkompaßlaboratoriums im Berichtsjahr 
1953 wurden wesentlich durch die Aufgabe bestimmt, Geräte und Verfahren für 
eine dynanri sehe Prüfung der Magnetkompasse zu verbessern und Erfahrungsunter 
lagen für ihre Einführung in die Praxis zu gewinnen. So konnte das bereits 
im Jahresbericht 6 erwähnte Gerät zur elektrischen Registrierung der Kompaß 
anzeige hinsichtlich der phasen- und amplitudengetreuen Wiedergabe der Ro 
senbewegung durch die Anwendung des sehr rasch registrierenden lichtpunktli- 
nienschreibers der Firma Hartmann & Braun wesentlich verbessert werden. Etwa 
gleich gute Resultate wurden neuerdings mit dem motorgetriebenen Schnell 
schreiber "Enograph" der Firma Rohde & Schwarz erzielt. Ferner wurde bei der 
Firma Siemens & Halske der Bau eines genügend schnellen Drehspul-Tinten- 
schreibers angeregt, wovon ein Probemuster geliefert wurde; diese erfolgver 
sprechende Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. 
Im Rahmen der Baumusterprüfung wurde die erste in Deutschland in Dizenz 
gebaute Radar-Anlage hinsichtlich ihres Einflusses auf die Schiffskompasse 
untersucht und für die -Hauptteile der Anlage der erforderliche Schutzab 
stand vom Magnetkompaß festgelegt. Hierbei hat sich die im Magnetkompaßla 
boratorium vorhandene Einrichtung zur Variation des Erdfeldes, die eine Be 
rücksichtigung des Einflusses der magnetischen Breite des jeweiligen Schiffs 
ortes ermöglicht, gut bewährt. In ähnlicher Weise wurde der magnetische Ein 
fluß von Dieselmotorumsteuersäulen verschiedener Ausführung sowie einer hand 
elektrischen Ruderanlage untersucht. Eine Ausdehnung dieser Messungen auf 
die Anzeigegeräte der üblichen Echolote ist geplant. 
Die Arbeiten an der Einrichtung zur automatischen Kompensation der 
magnetischen Feldschwankungen im Magnetkompaßlaboratorium sind so weit ge 
diehen, daß die Störungen, die sich in der Größenordnung von max. + 10 mOe 
bewegen, als störproportionale Spannungen dargestellt werden können. 
Nach bis in das Jahr 1951 zurückgehenden Vorarbeiten ist der Bau eines 
pinnenlosen Magnetkompasses, bei dem das Rosensystem von der Grenzfläche 
zweier geeigneter Flüssigkeiten getragen wird, gelungen. Dieser Kompaß ist 
mit einem ringförmigen Magnetkörper ausgerüstet, der magnetisch einem Zwei 
nadelsystem äquivalent ist. 
Das im Jahresbericht Nr. 6 erstmals erwähnte Neigungs- und Beschleuni 
gungsmeßgerät wurde im Frühjahr des Berichtsjahres einer ersten Erprobung 
auf VFS. "Gauss" unterzogen. Direkt mechanisch wurde die momentane Schlin 
gerwinkellage des Schiffes registriert und indirekt durch Pendelsteuerung 
auf elektrischem Wege in Querschiffsrichtung der momentane Scheinlotwinkel. 
Es hat sich gezeigt, daß Kompasse an Bord von Schiffen nicht nur den durch, 
die Sohlingerbewegung entstehenden Beschleunigungen, sondern auch noch den
	        
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