Jahresbericht Nr. 8/1953
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zwei Drittel druckfertig. Die Vorbereitung der Herstellung des Manuskripts
für 1956 hat gleichfalls begonnen,und■zwar zum ersten Male unter Zuhilfenah
me der Lochkartenmaschinen für die Planeten-Ephemeriden (vgl. 1,e). Dies be
deutet eine'Ersparnis an Arbeitszeit.
Die astronomische Navigation mit Hilfe von Höhentafeln anstatt logarith-
mischer Rechnung steht weiter im Interesse der ausländischen und auch der
deutschen Seeschiffahrt. Es wäre aber Verfrüht, hierzu schon heute Stellung
zu nehmen. Gleiches gilt von den Untersuchungen über die astronomische Strah
lenbrechung für tiefstehende Gestirne.Diese Untersuchungen werden an ver
schiedenen Stellen, vor allem in Amerika, durchgeführt. Beide Problemkreise
werden hier sorgfältig verfolgt.
Auskünfte über Auf- und Untergänge, Helligkeitsverhältnisse und ähnliche
Prägen der Richtungs-Astronomie bildeten kleinere astronomische Arbeiten des
Dezernats.
Die Untersuchungen des Vorjahres, wie Erfahrungen mit Radar unter der
deutschen Küste nutzbar gemacht werden können, wurden fortgesetzt und bis
zu einem gewissen Abschluß gebracht. Von großem Wert war dabei das Entgegen
kommen der Firmen Atlas - Bremen und Debeg - Hamburg, die für diese Versuche
ein 10 cm-Raytheon Pathfinder Senior und ein 3 cm-Deoca Radar Type 12 leih
weise zur Verfügung stellten. In Zusammenarbeit mit diesen Firmen und der
Firma Telefunken konnten die Untersuchungen mit den in der deutschen Handels
schiffahrt meist benutzten Gerätetypen bei verschiedenen Wetterlagen ausge
führt werden. Der Vergleich der beiden Geräte ist für alle Beteiligten eine
Erfahrungsbereicherung und fand in einer gemeinsam verfaßten Arbeit ihren
Niederschlag, die Anfang Dezember vom Ausschuß für Funkortung veröffentlicht
wurde. Parallel zu diesen Untersuchungen nahmen im Oktober Kapitän Schnegels-
berg und im Dezember Dr. Freiesieben an Messungen des Ausschusses für Funk
ortung auf dem Fährschiff "Deutschland" teil. Die Ergebnisse der Versuchs
fahrten für Zwecke der Ansteuerung und Einsteuerung im deutschen Seegebiet
werden in besonderen Beschreibungen zusammengestellt, die teilweise im "See
wart" veröffentlicht wurden. Bildbeigaben ergänzen den Text. Eine Ergänzung
der Seehandbücher durch diese Hinweise ist die geeignete Form, um Radarer
fahrungen allgemein' bekanntzumachen. Dabei kann sich das D.H.I-. erfreulicher
weise auf Berichte von Nautikern und vor allem auf die Mitarbeit des Bun
desgrenzschutzes See stützen, der auf Grund gemeinsam besprochener Versuchs
programme ausgezeichnetes Material beihrachte. Gerade durch wiederholte Beob
achtungen von vielen Seiten werden hoffentlich auch die meteorologischen
Einflüsse in Zukunft geklärt.
Die Herausgabe der Zeitschrift "Seewart" erfolgte erstmalig im Berichts
jahr gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienste Es erschienen sechs Hefte mit
Beiträgen nautischen und meteorologischen Inhalts, vor allem auch solchen
aus der Küstehkunde. Die Mitarbeit fahrender Nautiker ist erfreulich rege und
wird sich hoffentlich noch steigern. Die äußere Form der Zeitschrift, Flach
druck nach photographierten Schreibmaschinenmanuskripten, ist bescheiden,