Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst
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funk im Anschluß an die Nachrichtensendungen gegen 9 und 22 Uhr verbreitet,
"Sturmflutwarnungen" außerdem durch Posttelegramme und (im Hamburger Be
reich) fernmündlich an einen festen Empfängerkreis von etwa 115 Behörden und
firmen. Insgesamt sind in dem verhältnismäßig ruhigen Berichtsjahr über den'
Hundfunk 13, telegraphisch 268 "Sturmflutwarnungen" ausgegeben worden; "War
nungen an die Schiffahrt" vor besonders niedrigen Hochwassern waren nicht
auszugeben. Einige Ämter erhielten ferner telegraphische Vorhersagen stär
ker erhöhter Niedrige oder stärker erniedrigter Hochwasser. Auch bei ruhi
gem Wetter waren zahlreiche Auskünfte über die zu erwartenden Hoch- und Nie
drigwasserstände an Schiffahrtskreise, Werften, Behörden usw. zu erteilen. -
Die schwere Nordsee Sturmflut vom 31.1. und 1.2.53 gab Anlaß zu verschiede
nen Besuchen und schriftlichen Erkundigungen aus den betroffenen ländern.
e) Lochkartenstelle. Der Austausch des Rechenlochers, der gegen Ende
des Vorjahres erfolgen sollte, verzögerte sich weiter.
Der Umfang, den die Arbeiten zur maschinellen Aufbereitung der Seever
kehrsstatistik annahmen (die Zahl der monatlich anfallenden Lochkarten
stieg von 26-37-000 im Vorjahr auf 27-43.000), nötigte ab Juni zu Einschrän
kungen und zur Abgabe der Arbeiten für die sog. Jahresstatistik. Für die
Monatsstatistik wurden insgesamt 375 Einzelübersichten über den Schiffs- ■
und Güterverkehr tabelliert, dazu kamen 8 Vierteljahresstatistiken über den
Güterverkehr.
Die für Zwecke des Instituts ausgeführten Arbeiten umfaßten: die unbe
stimmte Auflösung zweier Systeme von Normalgleichungen mit 44 bzw. 45 Unbe
kannten (vgl. c)), die Anwendung der erhaltenen Kehrmatrizen zur Auflösung
von 32 Systemen dieser Art mit vorgegebenen rechten Seiten, die Berechnung
der rechten Seiten aus je 6689 Fehlergleichungen, die Bildung der Quadrat
summen der Beobachtungen zum Bestimmen der mittleren Fehler, das Ablochen
von insgesamt 107.024 Beobachtungswerten, die Berechnung der Hoch- und Nie
drigwasserzeiten und -höhen für die Jahre 1934-43 und 1956-57; ferner zur
Aufstellung des Nautischen Jahrbuchs ( vgl. unten 2) die Interpolation
stündlicher Werte nach den Tagesephemeriden für Sonne, Frühlingspunkt, Venus,
Mars, Jupiter und Saturn.
2. Nautische Astronomie und Navigationsmethoden
Im-August 1953 erschien der Jahrgang 1954 des "Nautischen Jahrbuchs".
Bis auf eine Erweiterung des Vorworts, vor allem durch einige Beispiele,
sind Form und Inhalt gegenüber dem Jahrgang 1953 unverändert. Dieser führte
im Berichtsjahr erstmalig die Angabe des Greenwicher Stundenwinkels statt
der Geraden Aufsteigung in die tägliche Besteckrechnung ein. Der Übergang
zu der neuen Form der Ephemerlden hat sich ohne große Schwierigkeiten voll
zogen. In geringem Maße sind Änderungswünsche vorgebracht worden.
Die Druckvorlage für den Jahrgang 1955 wird in gleichem Umfange wie im
Vorjahre wieder mit dem "Varityper" hergestellt. Sie war im Dezember zu