Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst
- Seite 29 -
Auslandes hielt,sich im bisherigen Umfang, die deutschen Vorausberechnungen
für t955 waren bis Mitte Oktober 1953 versandt.
Mit der Gezeitenrechenmaschine II sind für einige ausländische hydro
graphische Dienste Gezeiten, vorwiegend stündliche Wässerstände, und Gezei
tenströme vorausberechnet worden, ferner für das Deutsche Geodätische For
schungsinstitut und das Amt für Bodenforschung, Hannover, stündliche Werte
der Gezeitenstörungen der Schwere, teils zum Vergleich mit Bauerregiatrie-
rungen, teils zu® Gebrauch bei Feldmessungen.
Wie bisher stellten die Wasser- und Schiffahrts-, Wasserwirtschafts- und
Hafenbauämter des deutschen Küstenbereichs ihre Wasserstands- und Strombeob
achtungen nach Bedarf zur Verfügung. Von etwa 90 Pegeln des Gezeitengebietes
wurden die Hoch.- und Niedrigwasserbeabachtungen fortlaufend gesammelt, dabei
die Pegelbögen zum Teil mit-den'betreffenden Ämtern gemeinsam ausgewertet,
sonst die zugehörigen Wasserstandslisten verwendet. Die Bestimmung des mitt
leren Wasserstandes bei Cuxhaven nach Ablesungen stündlicher Werte wurde
fortgesetzt.
c) Besondere Arbeiten, Das Verfahren, die Ungleichheiten der Hoch- und
Niedrigwasser unmittelbar durch trigonometrische Reihen darzustellen, würde
weiter ausgebildet. Mit einem Ansatz, der 44 periodische Glieder umfaßt
und bereits die Abhängigkeit der Zeiten und Höhen von der länge des Mond
bahnknotens ausdrückt, waren im Vorjahr 19-jährige Beobachtungen von Cux
haven nach der Methode der kleinsten Quadrate ausgeglichen und recht be
friedigende mittlere Darstellungsgenauigkeiten erzielt worden. Nachträgli
che Berechnungen der Hoch- und Niedrigwasser für das Analysenintervall
1925-43 zeigten nunmehr, daß auch unter ungünstigen astronomischen Umstän
den die Einzelbeohachtungen noch gut wiedergegeben werden, der Ansatz also
vorerst kaum einer Ergänzung bedarf. Zur Erleichterung weiterer Ausglei
chungen dieser Art sind daraufhin die Systeme der Normalgleichungen mit 44
bzw. 45 Unbekannten unbestimmt aufgelöst worden. Die anschließende Analyse
19-jähriger Beobachtungen von Wilhelmshaven bestätigte die bisherigen Er
fahrungen. Für weitere Analysen wurden die Cuxhavener Beobachtungen von
1935-53 vollständig, 19-jährige Beobachtungen von Emden und Bremerhaven
zum größeren oder kleineren Teil aufbereitet, - Alle mit diesen Untersu
chungen verbundenen umfangreicheren Rechenarbeiten erledigte die lochkar
tensteile.
Ferner wurden Vorbereitungen getroffen, auch die gewöhnliche harmoni
sche Analyse stündlicher Wasserstände nach den Regeln der Ausgleichsrech
nung zu behandeln. Für die Analyse 7,5-, 15- und 29-tägiger Beobachtungen
liegen bereits die unbestimmten Auflösungen der Nörmalgleichungen vor, mit
der Aufstellung der Nörmalgleichungen für die Analyse 369—tägiger Beobach
tungen nach 65 Tiden wurde begonnen.
Bei der Reduktion kurzfristiger Gezeitenstrombeobachtungen, die für ei
ne unabhängige Analyse nicht ausreichen, pflegt man die Ströme zu den Ge-