Jahresbericht Nr. 8/1953
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V. GEZEITEN, NAUTISCHE ASTRONOMIE, ZEITDIENST
1. Segeiten
a) Allgemeines, Die loebkartenstelle des Instituts, die seit 1947 der
Abteilung VII angeschlossen war, wurde am 1.11.53 wieder dem Gezeiten-De-
zernat VA als Sachgebiet VA2 eingegliedert.
Der bevorstehende Umzug In den Neubau der Bundesverkehrsbehörden erfor
derte verschiedene Vorbereitungen. In der ersten. Dezemberhälfte begann die
Institutswerkstatt mit dem Abbau und einer sorgfältigen Überholung der gros
sen 'Gezeitenrechenmaschine II. Vorher war die Gezeitenrechenmaschine I, die
seit Herbst 1951 instand gesetzt wird, zum Probelauf in der Werkstatt auf
gebaut worden; im wesentlichen fehlt nur noch die elektrische Installation.
b) laufende Arbeiten und Veröffentlichungen. Die "Gezeitentafeln für
das Jahr 1954" erschienen im gleichen Umfang wie für das Vorjahr, Band II
(Atlantischer Ozean) Ende August, Band I (Europäische Gewässer) Ende Sep
tember 1953. Ende Oktober folgten die Kalender der "Hoch- und Niedrigwas
serzeiten für die Deutsche Bucht und deren Flußgebiete, 1954", wie bisher
in einer Gesamtausgabe und vier Teilausgaben. Druck und Einband der Tafeln
und Kalender besorgte wiederum die Abteilung II. Etwa 40 Verlage, auch aus
ländische, erwarben Hechte zum Abdruck von Gezeitenvorausberechnungen in
Nautischen Almanaehen, Kalendern und Tageszeitungen.
Die maschinegeschriebene Druckvorlage für die "Gezeitentafeln 1954" war
im April, das Manuskript für die Gezeitehkalender im Mai 1953 fertigge
stellt. Bei der anschließenden Vorbereitung der "Gezeitentafeln 1955" waren
im Band I größere Abschnitte des Teils "Gezeitenuntersohiede" und für 13
Bezugsorte die Darstellungen mittlerer Spring- und Nipptidenkurven neu zu
bearbeiten. In den Band II Angaben für weitere überseeische Gebiete.aufzu
nehmen, schien noch verfrüht. Die■Druckvorlagen' für beide Bände waren am
Jahresende zu etwa drei Vierteln hergestellt. Die ausführlichen Vorausbe
rechnungen der Hoch- und Niedrigwasser für die deutschen Bezugsorte beruhen
erstmalig auf dem neuen Berechnungsverfahren, das in den letzten Jahren ent
wickelt und erprobt wurde, die Angaben für Cuxhaven vollständig, die für die
übrigen Orte insofern, als sie aus den Vorausberechnungen für Cuxhaven, durch
Anbringen veränderlicher nonharmonischer Differenzen abgeleitet sind. Die
ses nonharmonische Anschlußverfahren wird künftig in dem Maße außer Ge
brauch gesetzt werden, wie harmonische Darstellungen der Hoch- und Niedrig
wasser-Ungleichheiten für die einzelnen Orte vorliegen (vgl. e)). Die Ein
richtung einer Kartei, welche die Baüfendhaltung der "Gezeitentafeln" erleich
tern und für alle darin aufgeführten Orte die wichtigsten Gezeitengfundwer-
te und -formzahlen enthalten soll, machte erst gegen Jahresende größere
Fortschritte,
Der Austausch von Gezeitenvorausberechnungen mit Ämtern und Instituten des