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Meereskunde und Erdmagnetismus
3. Regionale Ozeanographie
Eie Bearbeitung der Oberfläehentemperaturen in der Kord- und Ostsee und
den angrenzenden Gewässern konnte vorläufig abgeschlossen werden. Die Metho
de der Verarbeitung von etwa drei Millionen Beobachtungen wurde ebenso wie .
die Elemente des jährlichen Ganges der Oberflächentemperatur veröffentlicht.
Außerdem konnte das hydrographische Beobachtungsmaterial der "Gauss"-Fahrten
August 1950 und Juni 1951 ausgewertet, zusammengestellt und dem Bulletin Hy-
drographique des Internationalen Rates für Meeresforschung in Kopenhagen
zwecks Veröffentlichung zur Verfügung gestellt werden.
4. Eisdienst
Als Böige des Anwachsens des Schiffsverkehrs mit den Häfen der Ostsee
staaten trat eine beträchtliche Erhöhung der Auflage des Eisberichtes ein.
Der Eisbericht umfaßt nach wie vor die tabellarische und kartographische
Darstellung der Eis- und Schiffahrtsverhältnisse für die gesamte Nord- und
Ostsee. Die Verteilung der Eisberichte wurde, Anregungen aus Schiffahrts
kreisen entsprechend, beim Auftreten des ersten Eises in der Ostsee aufge
nommen und bis zum Verschwinden des letzten Eises beibehalten.
Erschwerend wirkte es, daß auch in diesem Jahre aus dem Raum zwischen
Trave und Ostgrenze Finnlands keine Eismeldungen zu erhalten waren. Auskünf
te über die Eisverhältnisse dieses ausgedehnten Küstengebietes ließen sich
nur an Hand der jeweils herisehenden Wetterlage unter Hinzuziehung der in ver
gangenen Jahren gesammelten Erfahrungen mit gewissen Einschränkungen ertei
len. Der Austausch der Eismeldungen mit den skandinavischen Staaten verlief
auch im vergangenen Jahre ebenso wie in den Vorjahren reibungslos. Bei der
Übermittlung der Meldungen wirkte in dankenswerter Weise der Deutsche Wet
terdienst, Seewetteramt Hamburg, mit»
Für die wissenschaftliche Bearbeitung der Eisverhältnisse an den deut-
- sehen Küsten konnten nunmehr die Beobachtungen bis zum Winter 1896/97 heran
gezogen werden. Die Eiskartei wurde fortgeführt. Der Atlas der Eisverhält
nisse an den deutschen Küsten ist in Vorbereitung; mit dem Zeichnen der Kar
ten wird in Kürze begonnen werden. Der Atlas wird ergänzt durch einen aus
führlichen Texthand, zu dem ebenfalls Vorarbeiten geleistet wurden. In den
neu erschienenen Seehandbüchern und in den entsprechenden Nachträgen wurden
die Abschnitte "Eisverhältnisse" bearbeitet.
5» Chemische Eigenschaften des Meerwassers
Die Zahl der im abgelaufenen Jahr zu titrierenden Wasserproben hat sich
•von 10 000 auf etwa 11 000 erhöht. Auch im vergangenen Jahr mußten außerhalb
des Instituts stehende Hilfskräfte zur Erledigung dieser Arbeiten herangezo
gen werden. Im Dabor wurde ein Gerät zur Bestimmung der Dichte von Meerwasser
proben entwickelt, das sehr rasch arbeitet und eine hohe Genauigkeit aufweist,
außerdem wird nur eine geringe Menge von 30 ccm Meerwasser benutzt.
Während der "Gauss"-Fahrten im Frühjahr und Sommer wurde weiterhin das